Sim City im Test: Unfertige Städtebausimulation

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Sim City im Test: Das Spiel ist eine Baustelle, auch wenn die Server laufen. (6)
Quelle: PC Games

Nach über zehn Jahren bieten euch Maxis und EA einmal mehr in Sim City den Job als Bürgermeister an. Diesmal steht euer Büro aber nicht in einer Millionenmetropole, sondern im Gemeindehaus einer Kleinstadt. Ob uns der Fokus auf kleinere Städte und Online-Funktionalität trotz schwer wiegender Server-Probleme zum Launch überzeugt hat, erfahrt ihr im Test von Sim City.

Sechs Katastrophen enthält Sim City, die ihr auf Knopfdruck auslöst, um eure eigene Stadt in Bredouille zu bringen. Das Angebot reicht von Meteoriteneinschlägen über Wirbelstürme bis hin zum Auftauchen einer monströsen Riesenechse. Das größte Desaster ist aber der aktuelle Zustand des Spiels: Viele Bugs, Fehler in der Simulations-Engine, eine schwer zu durchschauende Spiellogik und der unnötige Verzicht auf große Städtekarten machen aus einem grundsätzlich unterhaltsamen Aufbau-Strategiespiel eine nur bedingt genießbare Geduldprobe.

Darum geht's: In einer von acht Regionen mit Platz für maximal 16 Städte entscheidet ihr als Bürgermeister von Sim City über Wohl und Wehe von Arbeitern, Geschäfteinhabern und Industriellen. Ihr legt fest, wo Straßen entlang führen, an welcher Stelle Polizeistationen und Mülldeponien entstehen, stellt Wassertürme auf, versorgt die Stadt mit Elektrizität und verschönert das Landschaftsbild mit Parkanlagen. Ein Spielziel gibt es dabei nicht, Sim City ist ein Spiel für Schönbauer und Optimierungs-Junkies, die die schönste/reichste/effizienteste Stadt errichten wollen.

Info: Online-Kopierschutz

Zum Spielen von Sim City benötigt ihr eine permanente Internetverbindung. Zu Spielbeginn wählt ihr euch auf einem Server ein, beim Serverwechsel werden eure zuvor gebauten Städte nicht übernommen. Spielstände werden auf dem Server gespeichert, das Laden eines vorherigen Spielstands, um Fehler auszubügeln, ist unmöglich.

Info: DLCs

Zur Veröffentlichung bieten Maxis und Electronic Arts bereits mehrere kostenpflichtige Inhaltspakete für Sim City an. Für jeweils zehn Euro erhaltet ihr ein deutsches, englisches oder französisches Stadtset, das neben einer landestypischen Attraktion neue Texturen für Wohngebäude und jeweils ein spezielles, besonders effektives Verwaltungsgebäude enthält. Diese Pakete stellen zwar eine willkommene Erweiterung des Baumenüs dar, sind aber dennoch überteuert.

Die Limited Edition des Spiels enthält zudem noch das Helden und Schurken-Paket inklusive der Hauptquartiere des Superhelden Maxisman und seines Erzfeindes Dr. Vu. Die beiden Bauwerke bieten einige einzigartige Optionen, beispielsweise kann Maxisman blitzschnell verwundete Sims heilen oder Feuer löschen. Neben diesen Erleichterungen hat der DLC auch ein feines Gespür für Humor im Gepäck, das Duell zwischen Held und Schurke erinnert an kultige Uralt-Comics.

Das hat uns gefallen

Prima Einstieg, motivierender Spielfluss

Sim City gibt sich Mühe, Einsteiger an die Hand zu nehmen. Die übersichtliche Benutzeroberfläche macht das Anlegen von Straßen und das Ausweisen von Wohn-, Geschäfts- und Industriezonen kinderleicht. Praktische Filterfunktionen vermitteln auf grafische Weise, wo die Luftverschmutzung der Stadt am schlimmsten ist oder welche Stadtviertel den höchsten Grundstückswert besitzen. Denkblasen und kleine Aufgaben der Stadteinwohner geben euch einen schnellen Überblick über Probleme in der Stadt.
Leerlauf ist in den ersten paar Stunden so gut wie nicht vorhanden. Gemäß dem Werbespruch eines bekannten deutschen Baumarkts gibt es immer was zu tun: Hier noch schnell eine Busstation einrichten, da flugs den Export von Stahlträgern anleiern und dann wollten wir ja auch noch kurz das Stauproblem an unserer Hauptstraße lösen und in der Universität eine neue Technologie erforschen ... huch, ist es etwa schon wieder 3:00 Uhr nachts? In Sim City vergeht die Zeit anfangs nicht wie im Flug, sie wird systematisch vernichtet, weil ihr immer die nächste Belohnung, das nächste selbstgesteckte Ziel vor Augen habt. Klasse!

Cleveres Upgrade-System

Neu in der Sim City-Serie: Öffentliche Gebäude wie Erz-Minen, Krankenhäuser, Schulen oder euer eigenes Bürgermeisteranwesen erweitert ihr Schritt für Schritt um neue Fördertürme, Behandlungsräume, Schulbusunterstände oder Swimmingpools. Dadurch erhöht ihr die Reichweite von Verwaltungsgebäuden und müsst nicht mehr wie in früheren Spielen mehrere Polizeistationen aus dem Boden stampfen, damit deren Einflussradien das komplette Stadtgebiet abdecken.
Die Upgrades bringen ein völlig neues Element ins Spiel und erhöhen auf angenehme Weise die Komplexität: Das Abwägen, welche Modernisierung am besten für unsere Metropole geeignet ist, macht viel Spaß und beschäftigt euch auch dann noch, wenn ihr schon längst jedes Gebäude aus dem Baumenü errichtet habt.

Tolle Modellbau-Atmosphäre

Aus der Nähe sehen einzelne Sims und viele Texturen zwar reichlich schwammig aus, trotzdem hat Sim City eine feine Grafik aufzuweisen. Es macht Spaß, dabei zuzusehen, wie Wolkenkratzer liebevoll animiert in den Himmel wachsen und Feuerwehrautos unter Sirenenlärm zum nächsten Brandherd rasen. Musik und Soundeffekte tragen ihren Teil zur feinen Atmosphäre bei, gerade den an Die Sims 3 erinnernden Soundtrack könnten wir uns stundenlang anhören - und haben genau das auch getan, ohne dass er uns am Ende zu den Ohren heraushing.

Spannendes Regionen-Zusammenspiel

Selbst wenn ihr alleine in einer privaten Region spielt, ist es nahezu unvermeidlich, mehrere Städte in einer Region parallel zu bespielen. Dabei fasziniert das Zusammenspiel verschiedener Metropolen, etwa die Möglichkeit, Strom und Wasser aus einer Nachbarstadt zu importieren. Nur so ist es möglich, Städte zu spezialisieren: Durch den Bau von Einrichtungen aus sechs Kategorien verwandelt ihr eure Städte in Förderanlagen für Kohle und Öl, betreibt Casinos oder lockt Touristen an.
Teamwork ist im Mehrspielermodus gefragt, besonders wenn es darum geht, die sündhaft teuren Großprojekte zu errichten, die einer ganzen Region Vorteile bringen. Wir empfehlen für Online-Partien aber feste Spielpartner - mit Unbekannten ist das Risiko zu hoch, dass einer der Kollegen seine Stadt zu Grunde richtet und die eigene Metropole mit in den Abgrund reißt.

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  1. Seite 1 Sim City im Test: Das hat uns gefallen
  2. Seite 2 Sim City im Test: Das hat uns nicht gefallen - Wertung und Meinung
    • Kommentare (76)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von LordCrash Mitglied
        Zitat von Shadow_Man
        Haha, es ist genau so wie ich es mir gedacht hab. In den Standard-Editionen, dass sie auch dort noch die DLCs verkaufen können. Selbst bei den Gratissachen haben sie einen Hintergedanken. :-D

        Haha, aber man muss ihnen ja schon mal zugute halten, dass in der Tat ein paar recht neue Spiele dabei sind. Nur für reine Simulationsfreunde sind die natürlich auch wenig interessant, wenn Sim City 4 schon lange besessen wird. ;-)
      • Von LordCrash Mitglied
        Zitat von Shadow_Man
        Haha, es ist genau so wie ich es mir gedacht hab. In den Standard-Editionen, dass sie auch dort noch die DLCs verkaufen können. Selbst bei den Gratissachen haben sie einen Hintergedanken. :-D

        Haha, aber man muss ihnen ja schon mal zugute halten, dass in der Tat ein paar recht neue Spiele dabei sind. Nur für reine Simulationsfreunde sind die natürlich auch wenig interessant, wenn Sim City 4 schon lange besessen wird. ;-)
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Haha, es ist genau so wie ich es mir gedacht hab. In den Standard-Editionen, dass sie auch dort noch die DLCs verkaufen können. Selbst bei den Gratissachen haben sie einen Hintergedanken. :-D
      • Von LordCrash Mitglied
        Alle Käufer von SimCity bekommen auch mal eine frohe Mitteilung:

        EA schenkt allen, die bis zum 26.3. SimCity kaufen und via Origin verifizieren eines von 8 Spielen. Zur Auswahl stehen:

        Battlefield 3 (Standard Edition)
        Bejeweled 3
        Dead Space 3 (Standard Edition)
        Mass Effect 3 (Standard Edition)
        MOHW (Standard Edition)
        NFS Most Wanted (Standard Edition)
        Pflanzen gegen Zombies
        SimCity 4 Deluxe Edition

        Die Freischaltung für das Gratisspiel erfolgt für Europa in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.

        Quelle: https://help.ea.com/de/ar...

        Edit: Crysis 3 war ihnen dann wohl doch zu teuer oder es ist einfach kein beliebtes Spiel, da die Liste angeblich eine Auswahl der beliebtesten Spiele von EA sein soll. ;)
      • Von shaboo Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von PeterBathge
        Der Sinn von Vorbestellungen hat sich mir noch nie erschlossen. Warum die Katze im Sack kaufen?

        Weil es (leider) genug Leute gibt, die sich zum einen wahnsinnig viel darauf einbilden, zu den ersten zu gehören, die ein Spiel spielen können, und die zum anderen tatsächlich einen derart hohen Spieleverschleiß haben, dass sie ständig Nachschub benötigen - zwei Wochen warten ist da halt nicht drin. Wenn man die dann noch mit irgendwelchen Vorbesteller-Boni ködert, nach Möglichkeit sogar exklusiven, hat man sie endgültig über die Klippe geschubst. Hinzu kommt, dass derart fehlinvestierte 50, 60 oder 70 Euro von den meisten Leuten recht schnell abgehakt werden. Das ist häufig einfach nicht genug Geld, als dass die Leute sich ernsthaft dazu genötigt sähen, aus Schaden klug zu werden.
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von Scarcut
        Nachdem Sim City nun mein 5. Reinfall in Folge war, habe ich für mich entschieden, nichts mehr zu Pre-Ordern und erstmal 2-3 Monate ins Land ziehen zu lassen, bis ich eine Tendenz sehe, wie das Spiel von Spielern angenommen und bewertet wird.
        Das würde ich IMMER empfehlen, egal bei welchem Spiel. Der Sinn von Vorbestellungen hat sich mir noch nie erschlossen. Warum die Katze im Sack kaufen? 2-3 Monate könnte ich dann aber auch wieder nicht warten - nach zwei Wochen sollte man sich eigentlich bereits ein sehr gutes Bild über ein Spiel machen können.
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