Tomb Raider Test: Serien-Neustart mit Bombastinszenierung

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Tomb Raider im Test: Der bedenkliche Gewaltgrad spricht für ein Spiel für die "Generation Call of Duty".
Quelle: PC Games

Das neue Tomb Raider im Test: Die Archäologin Lara Croft kehrt in dem neuen Action-Adventure zurück auf die Videospielbühne. Die beiden Print-Redakteur Peter Bathge und Viktor Eippert haben den Serien-Neustart bereits auf Konsole durchgespielt und verraten euch im nachfolgenden Review, ob sich das Warten auf die hübsche Grabräuberin gelohnt hat. Update: Jetzt mit dem Test der PC-Version!

Test zu Tomb Raider: Grabräuber - so würde Tomb Raider heißen, wenn der Spieleentwickler seinen Serien-Titel komplett eingedeutscht hätte. Ein passender Name, denn auch im jüngsten Spross der Reihe, der zudem als Neustart der Erzählung um die taffe Amazone Lara Croft herhält, kriecht ihr gelegentlich durch antike Grabanlagen und durchstöbert die Überreste einer vergangenen Zivilisation. Wenn ihr nicht gerade damit beschäftigt seid, in Gestalt von Lara Pixelmenschen abzuknallen, irgendwo runterzufallen oder riesigen Explosionen zu entkommen. Denn Tomb Raider ist zwölf Stunden pure Action-Unterhaltung im Stile eines Uncharted 3, klasse inszeniert und technisch beeindruckend, aber geistig und spielerisch auch weit entfernt von den Anfängen der Serie.

Unser PC-Fazit

Die Technik am PC beeindruckt (Laras Haare!), aber die fehlenden Tasteneinblendungen während der Quick-Time-Events nerven. Die anfänglichen Probleme mit Nvidia-Grafikkarten, die in Abstürzen, Framerate-Einbrüchen und Anzeigefehlern resultierten, sind inzwischen glücklicherweise behoben. Die finale PC-Wertung beträgt damit 86 Punkte.

Tomb Raider: Eine Insel mit sechs Nervensägen

Darum geht's: Lara kommt frisch aus der Universität und will sich ihre ersten Sporen als Archäologin verdienen. Dazu heuert sie auf dem Schiff Endurance an, das nach einer mysteriösen Insel im pazifischen Ozean sucht. Die Crew teilt schon bald das Schicksal von Robinson Crusoe und den Charakteren der Fernsehsendung Lost und erleidet Schiffbruch. So weit, so gut. Doch Laras anfängliche Suche nach dem Rest der Mannschaft zieht sich ewig hin und spannende übernatürliche Elemente, wie wir sie aus Tomb Raider-Spielen gewohnt sind, kommen erst nach einem Drittel der Spielzeit zum Tragen. Die damit einhergehende überraschende Wendung verleiht der Geschichte einen kräftigen Schub.

Lesenswert: Shadow of the Tomb Raider Test und Techniktest mit Benchmarks bei PC Games und PC Games Hardware!

Doch der wenig überzeugende Bösewicht, ein paar Logiklücken und der Leerlauf zu Beginn sorgen dafür, dass der Plot letztendlich hinter der Uncharted-Konkurrenz zurückbleibt. Der wichtigste Unterschied: Während Charaktere wie Nathan Drake, Elena oder Chloe in Naughty Dogs' Meisterwerk für emotionale Momente und grinswürdige Dialoge im Akkord sorgen, sind die Figuren in Tomb Raider entweder komplett vergessenswert oder regelrecht unausstehlich. Statt mit ihnen mitzufiebern, drückten wir während des Tests die Daumen, dass im nächsten langweiligen Dialog einer von Laras klischeehaften Groupies einen qualvollen Tod sterben möge.

Tomb Raider: Knallig, laut und simpel

Tomb Raider im Test: An Lagerfeuern verbessert ihr unter anderem Laras Waffenarsenal. Quelle: Square Enix Tomb Raider im Test: An Lagerfeuern verbessert ihr unter anderem Laras Waffenarsenal. Nur mühsam von der Story motiviert, erkundet ihr in linearer Art und Weise die Insel. Dabei wechseln sich im Laufe der Handlung schlauchige Action-Abschnitte ohne Abzweigungen mit weitläufigeren Gebieten ab. Wenn das Spiel geradlinige Action inszeniert, geht es rund: In rasantem Tempo rennt Lara durch explodierende Tempelanlagen, rutscht auf dem Hosenboden durch die Stromschnellen eines Bergbaches oder stolpert durch Wolken aus Sägespänen, während um sie he rum ein abstürzendes Flugzeug ein Bergdorf in seine Einzelteile zerlegt. Das sieht klasse aus und spielt sich flott, setzt aber auf ein modernes, entschlacktes Gameplay: Die cineastische Inszenierung erfordert in solchen Szenen nur gelegentliches Knöpfchendrücken, während ihr euch zurücklehnt und das Geschehen wie bei der Aufführung eines (exzellenten) Kinofilms verfolgt. Deutlich anspruchsvoller und ebenso spannend gestaltet sich das Spielgeschehen in den HubArealen.

Tomb Raider im Test: Der bedenkliche Gewaltgrad spricht für ein Spiel für die 'Generation Call of Duty'. Quelle: PC Games Tomb Raider im Test: Der bedenkliche Gewaltgrad spricht für ein Spiel für die "Generation Call of Duty". Von denen gibt es rund ein halbes Dutzend, die ihr nacheinander abklappert. Wer keine Lust hat, dem Wegpunkt zur nächsten Story-Verwicklung zu folgen, dem steht es in diesen Gebieten frei, sich umzusehen. Entwickler Crystal Dynamics hat die Levels ähnlich wie im tollen Koop-Abenteuer Lara Croft and the Guardian of Light mit jeder Menge versteckter Sammelgegenstände und Secrets besprenkelt. Das Ergebnis ist ein motivierender Erkundungstrip mit extra Zuckerguss. Die Suche nach den oft gut versteckten Geheimnissen fesselt, weil ihr dabei neben Details zur Hintergrundgeschichte auch Erfahrungspunkte und das für Ausrüstungs-Upgrades wichtige Bergungsgut erhaltet. An Lagerfeuern verbessert ihr mit den Belohnungen (gibt es auch für erledigte Gegner) Laras Waffenarsenal, verpasst der Pistole etwa einen Schalldämpfer oder erhöht die Spannkraft des Bogens. Außerdem erlernt Fräulein Croft nach Levelaufstiegen ein neues Talent aus drei Fähigkeitszweigen. Das ist alles wenig komplex, hält den Spieler aber stets bei Laune.

Im Spielverlauf grapscht sich Lara automatisch neue Ausrüstungsgegenstände, mit denen ihr zuvor unzugängliche Stellen erreicht. So schießt ihr Seilpfeile an bestimmte, deutlich gekennzeichnete Stellen, um eine Leine zu spannen, an der Frau Croft über Abgründe hinweg hangelt. Oder ihr findet eine Schrotflinte, die neben Gegnern auch lästige Holzbarrieren aus dem Weg räumt. Das führt zu Backtracking, also der Rückkehr an besuchte Orte, um dort die nun zugänglichen Secrets einzustreichen. Dank des cleveren Leveldesigns inklusive Abkürzungen und Schnellreisesystem halten sich die nötigen Laufwege in Grenzen. So muss das sein!

Starke PC-Technik

Für ein Konsolenspiel der aktuellen Generation sieht Tomb Raider sehr gut aus. Die PC-Fassung bietet dieselben atemberaubenden Panoramen und dieselbe spektakuläre Weitsicht, packt aber noch höher aufgelöste Texturen, feine Beleuchtungseffekte, Anti-Aliasing und Tessellation oben drauf. Richtig klasse sieht zudem Laras fein animierte Haarpracht aus - jedenfalls bei aktiviertem TressFX.
Das AMD-Feature funktioniert auch in Zusammenarbeit mit Geforce-Grafikkarten und verpasst der Archäologin (und nur ihr) eine wunderbar glänzende, im Wind wehende Haarmatte. Das sieht hervorragend aus, trotz kleiner Clipping-Fehler. Schade: In einigen vorgerenderten Zwischensequenzen trägt Lara noch ihren alten Zopf.

Komfortable Maus-Tastatur-Steuerung

Die PC-Portierungsexperten des Square-Enix-Partnerstudios Nixxes haben die exzellente Gamepad-Bedienung von Tomb Raider sehr gut an Maus und Tastatur angepasst. Mit der Maus, WASD und einer Handvoll Zusatztasten habt ihr Lara jederzeit im Griff. Am PC steuert sich Tomb Raider damit wunderbar präzise, zudem lassen sich die Tasten frei belegen.
Die Maus erlaubt darüber hinaus exaktes Zielen im Kampf - das macht es fast schon ein bisschen zu einfach, die Gegner per Kopfschuss auszuschalten, was in einem Erfahrungspunktebonus resultiert. Unser Tipp: Unbedingt auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad beginnen!

Minimale Ladezeiten

Die (überspringbaren) Zwischensequenzen verstecken die wenigen und oft nur wenige Sekunden lange Ladezeiten hervorragend. Dadurch bekommt ihr im Lauf des bis zu 15 Stunden langen Abenteuers beim Gebietswechsel keinen einzigen Ladebalken zu sehen. Ein echtes Atmosphäre-Plus!

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Tomb Raider im Test: Klasse Action, tolle Inszenierung, nervige Charaktere
  2. Seite 2 Tomb Raider im Test: Puzzle-Aufgaben, Technik, Soundtrack und Fazit
    • Kommentare (218)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Tipp: Nach dem sehr Quicktime-lastigen Beginn wird es deutlich besser!
        Zum Hud: Das stört mich persönlich in vielen Spielen, daher finde ich den Verzicht drauf sehr angenehm. In Dishonored, Thief oder Assassin's Creed schalte ich auch die meisten der optischen Hilfen ab. Ist wohl Geschmackssache.
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Tipp: Nach dem sehr Quicktime-lastigen Beginn wird es deutlich besser!
        Zum Hud: Das stört mich persönlich in vielen Spielen, daher finde ich den Verzicht drauf sehr angenehm. In Dishonored, Thief oder Assassin's Creed schalte ich auch die meisten der optischen Hilfen ab. Ist wohl Geschmackssache.
      • Von Bonkic Mitglied
        ich kann seine kritik in teilen schon irgendwo nachvollziehen.

        (1 + 2) tomb raider ist ja teilweise in der tat angelegt wie ein actionfilm.
        da bleibt die spielerische freiheit schon mal auf der strecke.
        das muss man mögen oder eben nicht - mir gefällts, sehr sogar!

        (4) die beiden längeren qtes am anfang sind in der tat komplett bescheuert.
        musste ich auch auswendiglernen.
        nach ein paar mal hats dann aber funktioniert. und ich bin jetzt wirklich kein keyboard-akrobat.
        einfach schlucken und weiterspielen.
        ich bin jetzt bei 33% und so was kam seitdem nicht mehr.

        (3) die kritik am fehlenden hud versteh ich hingegen überhaupt nicht.
        wenn überhaupt ist das doch ein pluspunkt. :-O
      • Von xNomAnorx Mitglied
        Zitat von mab72
        Der beginn ist voll für^n arsch(was die geschichte angeht) man hatt keinen bezug zur story, zu seinen bekannten, kollegen, freunden und oder sich selbst.

        Keinen Bezug zu sich selbst? Es wird doch eingeführt wer man ist und was man macht oder? Zumal das einem gerade bei Lara Croft ja eh klar sein könnte. Die Nebencharaktere spielen tatsächlich keine große Rolle und werden zum großen Teil eher oberflächlich behandelt.

        Zitat
        1. wird es ständig von filmen unterbrochen.
        Ja gut Filme, oder auch Cutscenes/Zwischensequenzen genannt, muss es eben zum Teil geben, um die Story voranzubringen und um Bezüge zu den anderen Charakteren herzustellen. Die sind zwar wie gesagt meist oberflächlich, aber Dialoge etc. sind eben auf Cutscenes angewiesen.
        Anmerken muss man aber noch, dass man in der Anfangsphase noch wesentlich mehr Unterbrechungen hat, als später, wenn sich das Spiel etwas mehr öffnet.

        Zitat
        2. macht man im grunde die ganze zeit haarklein genau das was der rechner vorgibt. Freiheit?...öööh nein!
        Du meinst es ist linear? Auch das ändert sich mit der Zeit noch, nach dem Anfangsareal ist man in recht offenen Gebieten.

        Zitat
        4. quicktime events!!! Gefühlt alle 2 sekunden ein quicktime event!!!
        Mit ein paar QTEs muss man halt leben. Hier gilt allerdings auch, dass diese nach dem Anfangsareal seltener auftreten. In der ersten Stunde hat man wirklich ständig QTEs, später dann nur noch vereinzelt.

        Einfach mal weiterspielen, das Spiel wird imho mit der Zeit wesentlich besser. Nach der Anfangsstunde hatte ich, zumindest im Bezug auf die QTE, auch schon Bammel vor dem Rest des Spiels. Hatte aber insgesamt sehr viel Spass mit dem Spiel :-)
      • Von mab72 Mitglied
        Gelungener neustart?
        Grösster mist aller zeiten trifft es wohl eher!!!

        Der beginn ist voll für^n arsch(was die geschichte angeht) man hatt keinen bezug zur story, zu seinen bekannten, kollegen, freunden und oder sich selbst.
        Und das spiel? Wenn man den scheiss überhaupt so nennen kann ist das allerletzte.
        1. wird es ständig von filmen unterbrochen.
        2. macht man im grunde die ganze zeit haarklein genau das was der rechner vorgibt. Freiheit?...öööh nein!
        3. Kein hud! HALLO ein hud ist eine nützliche hilfe und keine verschandelung des bildes ihr hirni^s. Auto hersteller kommen ja auch nicht auf die idee auto^s ohne tacho zu bauen!
        4. quicktime events!!! Gefühlt alle 2 sekunden ein quicktime event!!! Und weil "stinknormale" quicktime events den macher wohl nicht reichten, muss man nicht nur eine oder zwei oder drei oder vier tasten schnell, wild, im richtigen zeitpunkt drücken sondern gleich ein halbes dutzend tasten im selben event drücken. DAS IST KEIN WITZ!!! Ich habe dieses spiel gerade erst begonnen und komme jetzt schon nicht weiter weil ich erst die zwei tasten schnell drücken muss dann die eine im richtigen moment dann eine andere danach wieder eine andere und wohl nochwas aber da bin ich in der regel längst tot. Das spiel auf leicht zuschalten bringt gar nichts.

        Hätte ich mir diesen mist doch blos nie gekauft!
        Tomb Raider? NIE WIEDER!!!!!!!
      • Von Kerkilabro Mitglied
        Wochendeal auf Steam #2: 12,49€ und für 2€ mehr direkt die Survival Edition. Für 17,49€ erhält man 10 Tomb Raider Titel, also bisher alle veröffentlichte Titel der Tomb Raider Serie. Direkt mal zugeschlagen^^
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