Einmal tot, immer tot: Permadeath in Videospielen
Der Tod hat in den meisten Videospielen an Schrecken verloren. Checkpoints, Speicherpunkte und automatisierte Save-Mechanismen sorgen dafür, dass wir nach dem digitalen Ableben unmittelbar wieder an den Ort des Geschehens zurückversetzt werden. Spiele wie Day Z zeigen, dass es auch ohne geht. Eine Auswahl von Games mit Permadeath zeigen wir euch in diesem Special.
"Sie sind gestorben. Bitte drücken sie eine Taste, um das Spiel fortzusetzten." Mit ähnlichen Meldungen werden Gamer tagtäglich konfrontiert, nur nehmen wir sie mittlerweile nicht mehr richtig wahr. An das Sterben in virtuellen Spielwelten haben wir uns schon längst gewöhnt. Ein missglückter Sprung in den Abgrund? In den meisten Videospielen kein Grund an die Decke zu gehen. Checkpoints, Autosaves und andere Bequemlichkeiten sorgen für stress - und frustfreie Partien. Gerade Menschen, die sich in ihrer Freizeit nur selten mit Spielen beschäftigen, kommen diese voll automatischen Sicherheitsnetze entgegen.
Doch allmählich zeichnet sich ein gegenteiliger Trend an: Permadeath erlebt gerade so etwas wie einen zweiten Frühling. Wer einmal stirbt, bleibt auch tot. Das scheint bei immer mehr Spielern anzukommen, wie der Survival-Shooter Day Z beweist. In der Arma 2-Modifikation hat der Spieler nur ein Leben, die Möglichkeiten zu sterben sind jedoch schier endlos. Dabei sind Zombies noch unsere geringste Sorge. Ausgerechnet die Mitspieler stellen die größte Gefahr dar. Viele schlagen sich in der Welt als Banditen durch. Beißt ihr nämlich ins Gras, verliert ihr die gesammelte Ausrüstung, was eurem Killer natürlich zugutekommt.
Jake Solomon, Lead Designer für XCOM: Enemy Unknown, sieht in Permadeath einen großen Vorteil. Seiner Ansicht nach macht uns erst die Sterblichkeit der Figur die Tragweite unserer im Spiel getroffenen Entscheidungen bewusst. "Es [Permadeath] macht Verlustängste greifbarer (...)", erklärt der Firaxis-Mitarbeiter. Der Tod hat weitreichende Folgen und kann nicht rückgängig gemacht werden. In dem Rundenstrategiespiel von Solomon und seinem Team befreit ihr mit einem Squad die Erde von außerirdischen Invasoren.
Echte Emotionen durch Permadeath
Die Soldaten haben Namen und erhalten mit jedem erfolgreich absolvierten Einsatz Erfahrungspunkte, die man in neue Fähigkeiten investiert. Wenn diese dann auf dem Schlachtfeld fallen, schmerzt es besonders. "Es ist authentisch, es ist echt. Die Emotionen sind echt. Der Verlust ist echt", glaubt der Lead Designer. Für Veteranen hat Firaxis mit dem Ironman-Modus eine zusätzliche Herausforderung geschaffen. Hier steht euch keine Speicheroption zur Verfügung. Getroffene Entscheidungen sind unwiderrufbar.
Fehler haben Folgen. Ein Modell mit Zukunft? Dean Hall, Schöpfer von Day Z, glaubt jedenfalls nicht daran, dass wir Permadeath künftig häufiger in hochbudgetierten AAA-Titeln zu Gesicht bekommen. Der Game Designer begründet dies mit dem Risiko für die Publisher. Denn nicht jeder sucht die große Herausforderung, viele möchten nach einem anstrengenden Tag schnell und einfach unterhalten werden. Solange es Games wie Spelunky, Bindings of Isaac oder auch Day Z gibt, haben die Core-Gamer jedoch nichts zu befürchten. Eine Auswahl passender Spiele mit Permadeath seht ihr unterhalb dieser Zeilen. Was meint ihr zu diesem Feature? Sollte der Bildschirmtod größere Folgen haben?

Die ganze Welt redet darüber, dass Dead Space 2 nicht mehr gruselig genug wäre. Als ich den Hardcoremodus mit nur 3x erlaubtem Speichern geschafft habe, war ich anderer Meinung. Bisher eins meiner intensivsten Spielerlebnisse. (Ok, vielleicht erreicht man damit nicht den Gruselfaktor von Teil 1, aber der Nervenkitzelfaktor war trotzdem gewaltig).