Der Vulka(h)n bebt
Das virtuelle Ebenbild - Moderne Grafikkarten machen es möglich: Als FIFA 2003-Spieler ist Kahn extrem gut wiederzuerkennen.
Bei der Weltmeisterschaft wurde Kahn endgültig zur Legende: In fast jedem Spiel rettete der Vorzeige-Profi seinen Mitspielern mit dem Bundesadler die knappe Führung. Nach dem Turnier genoss der früher als "Affe" diffamierte Torwart den Beifall derer, die ihn seinerzeit mit Bananenschalen beworfen haben. Doch so langsam verwirkt der stets unter Hochspannung stehende Wahl-Münchener seine Popularität: Die erneute Attacke gegen einen Spieler ließ eine heiße Debatte über seine Vorbildfunktion für Jugendliche in Deutschland aufleben. Nun geriet der Nationalmannschafts-Kapitän wiederum wegen einer Attacke in die Schlagzeilen, diesmal jedoch nicht physischer Art, sondern durch seinen Rechtsanwalt Prof. Dr. Matthias Prinz. Der Jurist, bekannt durch erfolgreiche Prozesse unter anderem gegen Klatschblätter wie Bunte, berät Oliver Kahn seit mehreren Jahren.
Ähnlich wie andere Mandanten von Dr. Prinz sieht Kahn nun seine Persönlichkeitsrechte verletzt - durch die Fußballsimulation FIFA 2002. Laut Prinz sei die "kommerzielle Nutzung der Namens- und Bildrechte von Herrn Kahn" rechtwidrig und solle insgesamt untersagt werden. Das gelte natürlich erst recht für die Nutzung in der Werbung. Publisher EA Sports steht nun eine Unterlassungsklage mit einer Million Euro Streitwert sowie ein verpatztes Weihnachtsgeschäft ins Haus, denn falls Kahn gewinnt, müsste der Verkauf von FIFA 2002 ausgesetzt werden. Davon ist möglicherweise auch der noch realistischere Nachfolger FIFA 2003 (Test in PC Games 12/02) betroffen.
Steht Fußballfans nun eine lange Durststrecke oder zumindest ein gewaltiger Rückschritt in Sachen Darstellungsqualität der FIFA-Serie bevor? EA selbst gibt keinen Kommentar ab, doch wenn man nach Dr. Andreas Lober, Experte für Internet- und Computerrecht, geht, dürfen Spieler aufatmen. Er verweist auf die Verträge zwischen Electronic Arts und der Spielergewerkschaft FIFPro: "Wie die Erfolgsaussichten der Klage letztlich sind, hängt von den zwischen der FIFPro und EA sowie von den zwischen den Spielern und der FIFPro geschlossenen Verträgen ab. Die Verwendung des Namens Oliver Kahn wird von diesen Verträgen normalerweise gedeckt sein, sofern sie nicht zu Werbezwecken geschieht. Probleme könnte es deshalb vielleicht mit dem Werbespot zu FIFA 2002 geben, in dem Kahn zu sehen ist - konsequent wäre es dann aber, den Werbespot zu stoppen und nicht das ganze Spiel."
Kahns Anwalt Prinz gibt sich trotzdem optimistisch: "Wir gehen davon aus, dass wir den Prozess erfolgreich beenden werden. Wenn die Gegenseite Vorschläge zu einer außergerichtlichen Lösung unterbreitet, werden wir sie selbstverständlich prüfen und mit Herrn Kahn erörtern." Eine vorstellbare außergerichtliche Lösung wäre möglicherweise - ähnlich wie bei amerikanischen Ausnahmesportlern (Michael Jordan, Shaquille O'Neal) -, eine Sonderlizenz für die Verwendung von Oliver Kahn in der FIFA-Serie zu vereinbaren.
Laut Dr. Lober werde es vermutlich aber keine der beiden Parteien zu einer Gerichtsverhandlung kommen lassen und auch Prinz erklärte sich bereit, Vorschläge der Gegenseite für eine außergerichtliche Einigung zu prüfen. Doch selbst nach einer möglichen Einigung ist Problematik für EA Sports nicht vom Tisch, denn Dr. Prinz berät nach eigenen Angaben noch weitere Sportler; ob deren Persönlichkeitsrechte ähnlich verletzt werden, ist jedoch offen.

1) Verbessert sowas sicher nicht die Qualität weiterer Spiele, und
2) ist es schon bezeichnend dass sich von 10.000 Spielern nur einer aufregt.
Wenn jemand nicht in Computerspielen oder Werbung auftauchen möchte, dann ist es sein gutes Recht dagegen zu klagen. Kahn ist ein sehr guter Torwart, sonst würd der auch nicht so viel Geld bekommen. Aber wenn jemand gut ist, heisst das noch lange nicht, dass der Mann kein Persönlichkeitsrecht mehr hat. Stellt euch vor, für jeden Scheiss würd mit Kahn geworben werden... würde man sich denn nicht daran gewöhnen und dann die Dinge ignorieren, für die Kahn wirklich werben will?
Dass Herr Kahn da jetzt so einen Aufstad macht, finde ich völlig üertrieben und ist für sein Image alles andere als förderlich...
Tut mir leid, aber ich finde ihn inzwischen nur noch arrogant!
RH
Wenn jemand nicht in Computerspielen oder Werbung auftauchen möchte, dann ist es sein gutes Recht dagegen zu klagen. Kahn ist ein sehr guter Torwart, sonst würd der auch nicht so viel Geld bekommen. Aber wenn jemand gut ist, heisst das noch lange nicht, dass der Mann kein Persönlichkeitsrecht mehr hat. Stellt euch vor, für jeden Scheiss würd mit Kahn geworben werden... würde man sich denn nicht daran gewöhnen und dann die Dinge ignorieren, für die Kahn wirklich werben will?
Wenn jemand nicht in Computerspielen oder Werbung auftauchen möchte, dann ist es sein gutes Recht dagegen zu klagen. Kahn ist ein sehr guter Torwart, sonst würd der auch nicht so viel Geld bekommen. Aber wenn jemand gut ist, heisst das noch lange nicht, dass der Mann kein Persönlichkeitsrecht mehr hat. Stellt euch vor, für jeden Scheiss würd mit Kahn geworben werden... würde man sich denn nicht daran gewöhnen und dann die Dinge ignorieren, für die Kahn wirklich werben will?
Diese Bayern-Arroganz geht mir persönlich so auf die Nerven, dass der FC Bayern München für mich nur eine Haufen von geldgeilen und verweichlichen Hampelmännern ist.
Und da ist Kahn die Nummer 1.