Baldur's Gate Enhanced Edtion im Test: Mehr als nur eine teure Mod? Jetzt auch mit Testvideo
Weitergehen, an der Schwertküste gibt's nichts Neues zu sehen! Oder besser unseren Test zur Baldur's Gate Enhanced Edtion lesen, damit ihr wisst, ob sich die Neuauflage des legendären Rollenspiel-Klassikers auch 14 Jahre nach dem ursprünglichen Release noch lohnt. Jetzt auch frisch mit Videotest und Pixelgrafik.
Für den Fall, dass ihr euch gerade fragt, was Baldur's Gate ist und wieso es "enhanced", also verbessert wurde, folgt jetzt ein Grundkurs in Sachen RPG-Geschichte: Das Original-Rollenspiel aus dem Jahr 1998 brachte das damals darbende Genre im Alleingang wieder auf die Beine. In Baldur's Gate wandertet ihr mit einer sechsköpfigen Abenteurergruppe an der Schwertküste entlang, einem Areal der Vergessenen Reiche aus der Pen&Paper-Vorlage Advanced Dungeons & Dragons (AD&D). Dabei folgtet einer spannenden Geschichte um den Tod eures Ziehvaters Gorion und dessen blutrünstigen Gegenspieler Sarevok. Das war Rollenspielunterhaltung vom Feinsten, zumal ihr im Spielverlauf völlig frei Dutzende große Gebiete in der Wildnis, mehrere Städte und zahllose Dungeons erkundet habt. Seht euch dazu auch unser Retro-Video an.
Als Sahnehäubchen obendrauf gab es pausierbare Echtzeit-Kämpfe und fantastisch geschriebene Dialoge. Ein paar der ehemaligen Entwickler, wieder vereint unter dem Dach von Overhaul Games, waren der Meinung, dass dieser geniale Klassiker eine Neuauflage verdient hat. Wir sind der Meinung, dass dieses Remake so überflüssig ist wie die Feststellung, dass ein mit seinem Hamster redender Waldläufer eine Schraube locker hat.
Schrecken der Vergangenheit
Herzstück der Enhanced Edition ist das "neue" technische Gründgerüst. Dabei handelt es sich um die Engine des Nachfolgers Baldur's Gate 2. Das Problem: Die ist auch schon zwölf Jahre alt! So flimmert das Spiel zwar in bis zu 1920 x 1080 Pixeln über den Bildschirm, dennoch sehen die matschigen, weil einfach hochskalierten 2D-Hintergründe und die furchtbar pixeligen Figuren schrecklich aus, besonders im neuen Zoom - wer das nicht glaubt, kann sich gerne im Testvideo weiter unten selbst davon überzeugen. Inhaltlich erweitert der Engine-Wechsel das Grundspiel um die aus dem Nachfolger bekannten zusätzlichen Klassen und Rassen: Euer bei Spielstart erstellter Charakter verdingt sich so etwa als halb-orkischer Barbar oder schlägt eine Karriere als Hexenmeister ein.
Das Problem: All das ging schon vorher. Kostenlose Fan-Mods verschmolzen die beiden Spiele bereits vor Jahren miteinander, die populärste und beste hört auf den Namen Big World Projekt (http://baldurs-gate.eu/wiki/BiG_ World_Projekt). Für deren Installation braucht ihr neben ein paar zusätzlichen Gigabyte Festplattenspeicher nur die beiden Spiele, die etwa auf www.gog.com zum Kauf bereitstehen – für insgesamt 15 Euro, also den Kaufpreis der halb so umfangreichen Enhanced Edition.

Was bleibt also übrig? Ein großartiges und zeitloses Spiel, das drei neue Charaktere und ein (zurecht unnötiges) Zusatzabenteuer spendiert bekommen hat und ansonsten größtenteils den Charme und die Engine des Klassikers auf BG 2 Niveau beibehalten hat. Ob man dafür die geforderte Kaufsumme ausgeben möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Aber alle, die BG noch nie gespielt haben, kann ich nur zum Kauf raten, sei es die ursprüngliche Version (mit Mods) oder die Enhanced Version. (Die iPad Version übergehe ich mal geflissentlich, weil ich sie für Blödsinn und Geldmacherei halte, und die Bugs werden hoffentlich bald größtenteils durch Patches behoben sein).
Der Entwickler hat für ein völlig verbugtes Spiel Geld verlangt.
Es enthält sogar so viele Fehler, das fast im Tagesrhythmus Patches veröffentlicht werden.
Und der Entwickler bemerkt die meisten Fehler selber gar nicht, sondern wird von seinen Kunden erst darauf hingewiesen.
Man kann solche Dinge immer von zwei Seiten betrachten.
Und wenn ich den 4Players Test lese; da werden einge Sachen bemägelt, die das Original schon so gemacht hat; was dann evtl. auch an der Engine selber liegt....
Abgesehen davon: Bekannte Fehler sollten, nein dürfen in einer Neuauflage nicht mehr auftauchen.
Es geht darum, dass hier von connor erwähnt wurde, was sich seit deinem Test eben doch die Erde weiter gedreht hat und man bei einem Onlinetest, der eben nicht in Stein gemeißelt ist, durchaus von seiner Wertung abrücken könnte ... wenn man wollte.
Ich denke darum gehts hier auch primär, dass man bei deinem Test einfach ein Update vom 10.12.2012 13:37 runtersetzen könnte mit dem Hinweis, dass der Entwickler folgende Punkte, A, B, C verändert hat. Ob du dem Spiel dann immer noch die gleiche Wertung geben würdest, steht ja dann wiederum auf einem anderen Blatt. ;-)
Hättest du im Artikel geschrieben, dass der Test auf ca. 70h mit der EE basiert, wäre dieser Einwand wohl nicht gekommen.
Natürlich kann man über den Vorwurf "kleines Studio = wenig Testzeit, großes Studio = viel Testzeit" diskutieren und sicherlich wird das nicht richtig sein, nur ist dieser Vorwurf eben kein Bestechungs- und/oder Korruptionsvorwurf. ;-)
Im Gegensatz zu dir und den anderen Diskutanten bringt connor0815 'handfeste' Argumente,
Ja, aber leider stellt er sich selbst ein Bein durch diesen Bestechungsblödsinn, wo es auch mal gut tun würde, wenn man seine Einbildung mit der Realität Syncronisieren würde und mal das Heft auch l e s e n würde, speziel den Teil mit Anzeigen, Anspielterminen und den schlechten Wertungen