Rocksmith im PC-Test: Lernprogramm trifft Spiel
Nach der Konsolen-Version erscheint am 18. Oktober 2012 auch die PC-Version von Rocksmith. PC Games hat das Gitarrenspiel getestet. In unserem Test von Rocksmith lest ihr, welche Gitarrenkenntnisse ihr benötigt und auf welchen Gebieten das Spiel überzeugen kann. Außerdem klären wir, ob Rocksmith einen Gitarrenlehrer ersetzen kann.
Habt ihr noch irgendwo diese klobige Guitar Hero-Plastikklampfe herumfliegen? Die mit den bunten Tasten? Die ihr seit Monaten nicht mehr angefasst habt? Weg mit dem Kinderkram. Schnappt euch stattdessen eure E-Gitarre. Die, die ihr euch vor Jahren mal gekauft habt, in einem Anfl ug von Motivation. Weil ihr Gitarre spielen lernen wolltet, aber dann doch irgendwie nicht dazu gekommen seid oder weil der Lehrer so teuer war oder das Lehrbuch so unverständlich. Jetzt könnt ihr das Versäumte spielerisch nachholen: Rocksmith ist der nächste Evolutionsschritt bei Musikspielen und verbindet die Eingängigkeit eines Guitar Hero mit der Komplexität einer echten sechssaitigen Gitarre.
Rocksmith ist spielerisches Lernen.
Das Spielprinzip von Rocksmith ist dem von Guitar Hero sehr ähnlich: Auf dem Bildschirm rauschen farbig markierte Noten heran, die ihr auf dem Griffbrett mit der linken Hand halten müsst (dabei ist jeweils der Bund und die richtige Saite zu treffen), während ihr den Ton mit der rechten Hand anschlagt. Wenn ihr noch nie in eurem Leben zuvor eine Gitarre in den Händen gehalten habt, werdet ihr schon allein damit zu kämpfen haben. Zu Beginn zupft ihr zum Glück meist nur Einzelnoten auf den oberen zwei Saiten der Gitarre (die E- und A-Saite), sodass sich schnell erste Erfolge einstellen.
Wie ein Gitarrengott fühlt ihr euch dabei allerdings nicht. Dennoch gibt sich Rocksmith alle Mühe, euch das komplexe Thema Gitarrespielen so behutsam wie möglich beizubringen. Dabei hilft ein dynamischer Schwierigkeitsgrad: Das Spiel analysiert während der einzelnen Übungen konstant eure Leistung und passt die Notenfolge immer wieder an. Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass ihr schnell komplexere Muster lernt, wenn ihr bei einem Stück gut zurechtkommt. Auf der anderen Seite stürmen plötzlich viel mehr Noten auf euch ein und zerrupfen eure mühsam aufrechterhaltene Konzentration in Sekunden.
Dadurch schwankt der Schwierigkeitsgrad stark zwischen "kinderleicht" und "Wie soll ich das jemals können?!" Bleibt ihr dennoch am Ball, stellen sich bei Rocksmith alsbald erste Erfolge ein. Um euch bei Laune zu halten, hat der Titel außerdem eine Vielzahl an unterschiedlichen Lernübungen auf Lager, die ihr außerhalb des Karrieremodus jederzeit über das (schrecklich konsolige) Menü aufrufen dürft.
Viel Abwechslung
Neben einem Haufen mehr oder weniger geschickt gewählter Lieder, die ihr nachspielt, dürft ihr eure Fähigkeiten auch mit einer Reihe witziger Minispiele trainieren. So lernt ihr, neue Techniken instinktiv zu benutzen, etwa wenn ihr bei einem Baseball-Minispiel die richtige Saite im richtigen Bund zum richtigen Zeitpunkt anschlagt und so einen Homerun erzielt. Eine andere Spielvariante lässt euch mit einer Art Tetris eure Slide-Fähigkeit trainieren. Eine tolle Idee!
Einige dieser Technik-Challenges setzen Spieler allerdings unserer Meinung nach zu sehr unter Druck: Beim Falschspielen verliert ihr Leben, nach fünf Fehlversuchen müsst ihr das Spiel von vorne beginnen. Motivierend ist das nicht. Dafür bietet Rocksmith zusätzliche Hilfen in Hülle und Fülle, die ambitionierte Gitarrenhelden monatelang beschäftigen werden. In einer eigenen Sektion werden euch alle wichtigen Gitarrentechniken - vom Hammer-on, Pull-o‑ über Slides, Sustains bis zu Power Chords - ausführlich erklärt und mit Übungsbeispielen versehen.
Auch schön: Viele Lieder der durchwachsenen Musikauswahl lassen sich in unterschiedlichen Modi, also etwa als Einzeltonvariante oder als Akkordversion ausprobieren. Unsere Testversion über Steam hatte leider mit einigen Macken zu kämpfen: Hin und wieder stürzte das Spiel ab, dann erkannte Rocksmith die angeschlossene Gitarre nicht mehr. Auch die häufigen (aber kurzen) Ladezeiten nervten bei längerem Spielen.
Wir haben Rocksmith sowohl mit blutigen Anfängern als auch mit mäßig begabten Amateuren und ambitionierten Profi s getestet. Jeder der Teilnehmer konnte dabei dem Gitarrenlernspiel einen gewissen Reiz und Lernerfolg abgewinnen: Wer fleißig übt, der macht dementsprechend auch Fortschritte. Allerdings kommt man, will man wirklich Gitarre lernen, um einen echten Lehrer aus Fleisch und Blut nicht herum. Eine tolle Zusatzmotivation ist es aber allemal.

Das hier ist ein Spiel und auch wenn ich bereits ein Instrument spiele und gerne improvisiere, finde ich die Verquickung von Musik und Unterhaltung nicht schlimm.
Es wird die ein oder andere Technik erklärt und für Leute ohne Vorkenntnisse dürfte es sogar zu Beginn fordernd sein. Man kommt sich halt manchmal ein bisschen vor wie ein Bassist, wenn man Anfangs nur einzelne Töne spielt. ;) :ugly:
Aber das Tempo steigert sich dann ja recht zügig.
Für Leute, die einfach mal nen bisschen das Gefühl haben wollen dass sie rocken, ist es doch völlig in Ordnung. Kann ja nicht jeder als Hendrix auf die Welt gekommen sein. ;-)
Trotzdem eine gute Idee. Könnte mir schon gut vorstellen das es Spaß macht. Ist zumindest kein "Kinderkram" wie Guitar Hero
Oder hat noch niemand was von Luftgitarre gehört ?! ;-) :-D