Noch mehr Freiheit und Vernetzung
In Egosofts neuer Weltraumsaga X 3: Reunion dreht sich alles um die spielerische Freiheit: "Handle, Kämpfe, Baue, Denke" lautet das Spielmotto - worauf der Schwerpunkt liegt, entscheiden Sie und beeinflussen auf diese Weise direkt den Spielablauf und den Schwierigkeitsgrad. Sie sammeln als Pirat geraubte Schätze, verdingen sich als Söldner oder schaffen als Händler ein Wirtschaftsimperium. Gerade letzteres funktioniert in X 3 leichter: Fabriken stehen in mehreren Ausbaustufen zur Verfügung, sodass man zu einem früheren Spielzeitpunkt in Handelsrouten investieren kann.
Neu ist die globale Vernetzung der Wirtschaft: Überfälle, Kriege und Katastrophen verändern die Welt nicht nur politisch, sondern beeinflussen auch in allen Sektoren Preise, Angebot und Nachfrage. Das fordert einerseits mehr Aufmerksamkeit, um im Zweifelsfall schnell gegenwirken zu können. Andererseits eröffnen sich neue Strategien: Gezielte Raubzüge führen zur Anpassung von Preisen nach Ihrem Geschmack. Verantwortlich für die Berechnung der Auswirkungen ist eine eigens entworfene "Artificial-Life-Engine" (deutsch: künstliches Leben).
Dass man Schiffe aus der Pilotensicht steuert und reichlich kämpfen kann, macht X 3 jedoch nicht zu einem Actionspiel - dafür ist die Geschwindigkeit der Gefechte zu gering. Man räumt nicht im Alleingang ganze Feindflotten aus dem Weg und fliegt auch nicht selbstmörderisch einen Bomber in die Heimat der Khaak. Wer Wing Commander einem Elite vorzog, fühlt sich im vergleichsweise gemächlichen Reunion wahrscheinlich unwohl. Daran ändert auch die neue - und für Kenner der Serie ziemlich gewöhnungsbedürftige - Flugphysik (Schiffe gleiten jetzt stärker durch den Raum) nichts.
Held des Spiels ist, wie in X 2: Die Bedrohung, Julian Brennan. Die Geschichte um den fortwährenden Kampf gegen die fiesen Khaak ist zwar stärker präsentiert und ins Spiel eingebunden; Sie dürfen jedoch noch immer nach Herzenslust vom Handlungspfad abweichen und stundenlang ohne Storyfortschritt den Geldbeutel füllen. Je nach Spielertyp kann das allerdings die Intensität des Spielerlebnisses abschwächen - lässt man stets mehrere Tage verstreichen, verliert die Handlung etwas von ihrer ursprünglichen Faszination.


Ah, und Wetten im Hinblick auf das Verhalten von Spielen sind immer sehr riskant