Unsere Vorschau zu WoW: Wrath of the Lich King - PC Games zu Gast bei Blizzard
Nymphen wie diese treffen Sie an verschiedenen Stellen in Nordend an. Dieses niedliche Exemplar ist in den Grizzlyhügeln zu Hause.
Das Ende der Präsentation gehörte dann der neuen Heldenklasse, dem Todesritter. Nach der Veröffentlichung von Lich King darf jeder Spieler, der einen Charakter auf Stufe 55 oder höher besitzt, einen Todesritter erstellen. Sämtliche alten Spielfiguren bleiben erhalten. Der Todesritter startet ebenfalls auf Stufe 55 mit einem Mix aus grünen und blauen Gegenständen. Er verfügt außerdem bereits über ein kostenloses Standard- Reittier, den Death Charger. Was es sonst noch über den Todesritter zu wissen gibt und vor allem wie er sich im Vergleich mit normalen Charakterklassen spielt, entnehmen Sie dem Kasten auf Seite 51. Nach den vielen einleitenden Worten der Entwickler war es dann endlich so weit: Wir wurden ins Spielzimmer gebracht, in dem knapp 30 PCs mit einer vorinstallierten Lich King-Version warteten.
Die erste Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Sämtliche Talentbäume der bereitgestellten Level-70-Charaktere waren von den Entwicklern deaktiviert worden. Warum? Weil "daran gerade massiv gearbeitet wird", hieß es. Das wäre nicht dramatisch gewesen, wenn wenigstens alle wichtigen Talente und Fähigkeiten zur Verfügung gestanden hätten. Aber auch das war nicht der Fall. So wurden beispielsweise auf Verteidigung getrimmte Krieger ohne die lebenswichtige Fertigkeit Spott in die neue Welt geschickt. Ein fatales Versäumnis, wie sich noch zeigen sollte, aber dazu später mehr. Richtig ärgerlich war außerdem die Ausstattung der vorgefertigten Spielfiguren. Der untaugliche Mix aus grünen Questbelohnungen und dem nicht mehr zeitgemäßen blauen Dungeon-3-Set war zu schwach, um sich gegen die teilweise mit 10.000 Lebenspunkten ausgestatteten Monster in den Startgebieten ordentlich zur Wehr zu setzen. So waren wir gezwungen, mehr schlecht als recht ausgestattet die ersten Aufträge in der neuen Welt zu bestreiten.
Inhaltlich unterscheiden sich die Lich-King-Missionen nicht groß von bisher aus WoW bekannten Aufträgen: Sammle fünf von diesen Gegenständen, töte zehn Exemplare dieser Gegnersorte oder bring Teil A zu Questgeber B. Spannendere Aufträge soll es dann im weiteren Spielverlauf geben, darunter auch neue Varianten der beliebten Tagesquests. In der Präsentation zeigten die Entwickler einen Auftrag, bei dem man einen Gefangenen befreit, um danach mit ihm zusammen (auf einem Pferd) die Flucht zu ergreifen. Eng an den Vordermann geklammert, erwehren Sie sich anstürmender Gegenhorden durch verschiedene Angriffszauber, die den Verfolgern Schaden zufügen oder sie für kurze Zeit desorientieren. Weiterhin war die Rede von Rettungsmissionen, bei denen Sie Verbündeten in Not von einem Fluggerät Seile zuwerfen, um sie so aus dem Gefahrengebiet zu befördern.
Die Tuskarr sind eine der neuen Fraktionen im Add-on. Sie bevölkern beide Startzonen und hassen Witze über Hasenzähne.
Erinnern Sie sich noch daran, wie durch die Veröffentlichung von The Burning Crusade liebgewonnene Gegenstände aus World of Warcraft in kürzester Zeit nutzlos wurden? Schon nach wenigen simplen Missionen in der neuen Welt waren Sie damals gezwungen, Ausrüstung, in deren Zusammenstellung Sie unzählige Stunden investiert hatten, gegen normale Questbelohnungen auszutauschen. Nur weil die in der Regel grünen Gegenstände einfach besser waren. In Wrath of the Lich King erwartet Sie dasselbe Spiel, wenngleich der Qualitätsverfall nicht ganz so krass ausfallen soll. Spiel- Designer Tom Chilton ließ aber durchblicken, dass selbst Raid- Profi s ihre mächtigen T5- oder T6-Teile wohl "nicht bis Level 80 tragen werden". Nachdem wir die ersten Questbelohnungen gesehen hatten, die qualitativ fast schon an die Beute aus der 10-Mann- Instanz Karazhan heranreichten, wollten wir natürlich wissen, welche interessanten Gegenstände es in den Einsteiger-Dungeons The Nexus (Boreanische Tundra) oder Burg Utgarde (Heulender Fjord) gibt. Was wir dort erlebt haben und warum wir ohne Loot wieder abziehen mussten, lesen Sie im Kasten auf Seite 51. Das zuvor erwähnte Fehlen von unersetzbaren Fähigkeiten bei manchen Klassen spielte dabei auf jeden Fall eine gewaltige Rolle und sorgte für zahlreiche Frustmomente.
Die acht Stunden, die wir bei Blizzard verbringen durften, vergingen rasend schnell. Als man uns gegen 18 Uhr freundlich, aber bestimmt die Tür wies, war das Geheule unter den Journalisten groß. Schließlich konnten wir in der kurzen Zeit nur sehr wenig vom Spiel sehen. Vor allem die versprochene, verstärkte Interaktion mit wichtigen Figuren der Storyline (da runter auch der Lich-König Arthas höchstpersönlich) hätten wir gerne erlebt. Die Entwickler vertrösteten uns auf das Ende Juni stattfindende Blizzard Invitational in Paris und stellten klar, dass zudem die Closed Beta in Kürze beginnen soll. Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns dann noch die Meldung, dass es auch in diesem Jahr eine Blizzcon- Hausmesse geben soll. Spätestens dann wird Blizzard auch den finalen Erscheinungstermin bekannt geben. Im Rahmen der Presseveranstaltung auf dieses Thema angesprochen, meinte Jeffrey Kaplan, der leitende Spiel-Designer von Wrath of the Lich King, vielsagend lächelnd: "Natürlich wollen wir das Spiel noch dieses Jahr veröffentlichen. Versprechen kann und will ich aber nichts. Daher sag ich nur: When it's done."


