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World of Warcraft (PC)

Release:
11.02.2005
Genre:
Online
Publisher:
Activision Blizzard

Bildungsreform durch World of Warcraft - Erfahrungspunkte statt Noten

21.03.2010 14:02 Uhr
|
Neu
|
Level-Anstieg an Stelle von Noten und Gilden statt Lerngruppen - Lee Sheldon, Dozent an der Universität Indiana, will das Erfahrungspunkte-System aus WoW auf den Universitätsalltag übertragen. Steht uns bald eine Bildungsreform durch WoW bevor?

In Gruppen lassen sich Missionen leichter bestehen. Deshalb teilt Lee Sheldon seine Studenten in Gilden ein. In Gruppen lassen sich Missionen leichter bestehen. Deshalb teilt Lee Sheldon seine Studenten in Gilden ein. Bislang waren PC-Spiele im Zusammenhang mit Schule und Studium eher negativ besetzt. Denn nach wie vor sind die meisten Pädagogen davon überzeugt, dass gute Leistungen und Spielverbote Hand in Hand gehen. Dabei haben die beiden Geisteswissenschaftler Deci und Ryan bereits in den 90er-Jahren festgestellt, dass Motivation in einem engen Zusammenhang mit den Grundbedürfnissen des Autonomieerlebens, der Kompetenzerfahrung und der sozialen Eingebundenheit steht. Da sich diese Kriterien beinahe idealtypisch in der Mehrzahl der PC-Spiele wiederfinden, scheint eine Übertragung der spiele-typischen Motivationstechniken auf den Schul- und Arbeitsalltag ein logischer Schritt.

Lee Sheldon, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Telekommunikation der Universität Indiana, hat sich nun entschlossen diesen neuen, kontroversen Weg zu gehen. Denn der Dozent für Game Design ist davon überzeugt, dass Dozenten und Arbeitgeber aus PC Spielen einiges lernen können. In zwei seiner Universitätskurse hat sich Sheldon deshalb vor einem Jahr von dem altbekannten Notensystem verabschiedet und sich stattdessen dafür entschieden, an seine Studenten Erfahrungspunkte zu vergeben. Inspiriert wurde Sheldon zu dieser Idee durch das Skill-System in World of Warcraft. So starten die Studenten dementsprechend in seinen Kursen zu Beginn der Lehrveranstaltung erst einmal auf Level 0. Ebenso wie in dem populären Online-Spiel sind die Studenten im Unterricht in Gilden eingeteilt, die gemeinsam diverse Aufgaben erledigen müssen. Zusätzlich gilt es aber auch verschiedene Missionen im Alleingang zu bestreiten. Durch den erfolgreichen Abschluss eines Quests, beispielsweise ein gelungenes Referat, eine Präsentation oder der Abgabe einer gut recherchierten wissenschaftlichen Arbeit, können die Studenten Erfahrungspunkte anhäufen und somit einen Level aufsteigen.

Das Potenzial, das derartige Erfahrungspunkt-Systeme bieten, sollte nach Sheldons Ansicht nicht nur an Universitäten, sondern auch am Arbeitsplatz besser genutzt werden. Denn Sheldon ist davon überzeugt, dass derzeit eine neue Generation von Arbeitern heranwächst, die ihren Neigungen entsprechend motiviert werden müsse. „Wenn die Generation der Gamer in das Arbeitsleben eintritt, sind sie willig und fähig das Know-how und die Kultur, die sie sich durch Spiele aneignen, in ihre Arbeit einzubringen. Es liegt in der Hand des Managements, zumeist Mitglieder einer Generation, die noch nicht mit Spielen aufgewachsen sind, sich in die Spielkultur einzufühlen und ihre Mitarbeiter dementsprechend anzuleiten.“ erklärte Lee Sheldon gegenüber itnews. So sollten Führungskräfte der Spielergeneration, analog zur Gamer-Welt klar definierte Ziele setzen und zum zusätzlichen Anreiz ein differenziertes und leistungsabhängiges Belohnungssystem entwickeln. Das Interesse seiner Kollegen hat Sheldon mit seinem unkonventionellen Weg zumindest schon geweckt. Denn auch Dozenten aus anderen Fachbereichen der Indiana University erwägen das neue Bewertungssystem in ihren Kursen umzusetzen. Welch große Motivationsmöglichkeiten in Spielen stecken, hat auch die Firma Express Data, die 2009 von der ANZ zu einem der besten Arbeitsgeber gekürt wurde, erkannt. Ebenso wie Spiele setzt die Firma auf kalkulierbare Kompetenzerlebnisse für ihre Mitarbeiter, schnelles Feedback und einen allmählichen Anstieg der Schwierigkeit. „Ich habe schon immer gesagt, dass Arbeit viel mit einem Bowling-Spiel zu tun hat.“ so der Vorstandsvorsitzenden, Ross Cochrane. „Wenn du den Leuten sagst, sie sollen bowlen, aber du versteckst die Kegel, dann können sie zwar hören, ob sie etwas treffen, aber sie wissen nicht, wie viele Kegel sie genau erwischt haben. Ich denke man muss den Leuten ein sehr klares Feedback geben, damit sie verstehen, wo sie genau mit ihrer Arbeit stehen, wo sie eigentlich sein sollen und was sie tun müssen um dort hin zu gelangen.“

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Benutzer
Moderation
21.03.2010 14:02 Uhr
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Dein Kommentar
Benutzer
Bewertung: 0
15.11.2010 21:41 Uhr
Endlich erkennt einer dass uns da ein kultureller Generationswechsel bevorsteht. Er spricht spezifisch die "Generation der Gamer" an! Ich finde das ist ein Thema, das bisher ignoriert/nicht wahrgenommen wird, aber in Zukunft einige Veränderungen mit sich bringt.
Stellt euch allein mal den Umgangston in…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
12.11.2010 10:06 Uhr
Aber wenns als Belohnung nicht nur Exp und Level gibt, sondern zusätzlich noch kleine Orden oder Abzeichen... oder von mir aus auch was nützliches wie nen speziellen Kuli oder n Ordner - eine Art Achievement halt - sieht die Sache imo schon wieder anders aus 
Dann hält man für seine…
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
04.06.2010 13:28 Uhr
Das wäre echt Geil 

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