Wolfenstein Test: Kann der Nazi-Shooter überzeugen?
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In einer Sabotagemission heizen wir einem gruseligen Nazi-Schergen ein. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Shooter-Evangelisten, langjährigen Computerspielern und Zivildienstverweigerern ist William "B. J." Blazkowicz trotz Auftritten in fast ausschließlich indizierten Titeln ein Begriff. Und er steht für harte Ballereien, eine übersinnliche Hintergrundgeschichte und eine satte Portion Oldschool-Action. Wolfenstein kehrt mit einem Paukenschlag zurück - und lässt nicht nur Fans der Serie frohlocken! Im Spiel haben die Nazis während des Zweiten Weltkriegs eine nie versiegende Energiequelle entdeckt: die Schwarze Sonne. Mit ihrer Kraft bauen sie allerlei absurde Kriegsmaschinerie und drohen, die weltumspannende Auseinandersetzung, entgegen aller historischen Korrektheit, ein für allemal für sich zu entscheiden. Doch da gibt es zwei Probleme: Erstens weilt der leuchtende Stromspender in einer Paralleldimension, dem sogenannten Schleier, dessen Kontrolle den Nazis noch nicht hundertprozentig gelingen will. Zweitens gibt es den eingangs erwähnten US-Supersoldaten Blazkowicz, der mit der Hilfe einiger Widerstandsgruppierungen den deutschen Vormarsch stoppen will. Und auch wenn die Hintergrundgeschichte reichlich konfus klingt, sorgt genau dieser chaotische Einschlag dafür, dass der Zweite Weltkrieg als Spielschauplatz überraschenderweise ein weiteres Mal interessant wird. Natürlich sind die streitlustigen Nazis, im Spiel auch Wölfe genannt, nicht die einzigen, die den Dimensionssprung wagen.
Agent Blazkowicz gehorcht nämlich nicht nur Ihren Tastatur- und Mausbefehlen, sondern hopst auch auf Kommando munter zwischen den Welten hin und her. Möglich macht's ein geheimnisvolles Thule-Artefakt, das ihm Zugang zur Schleier-Welt, spontane Verstärkung seiner Waffen, eine Zeitlupen-Funktion und einen Energieschild beschert, zumindest solange seine Schleier-Energie reicht. Die können Sie zwar alle paar Meter an Fässern oder anderen Schleier-Quellen wieder aufladen, gerade aber für den Einsatz von Zeitlupe und Schild ist der Vorrat meist etwas zu knapp bemessen.
Das Spiel punktet mit einer bunten Waffenauswahl – hier die Leichenfaust 44. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Die Schleier-Sicht fügt sich wunderbar flüssig in den Spielablauf ein: Wagen Sie einen Blick in die Welt hinter dem Schleier, sehen Sie die wahren Gesichter - und manchmal auch die Schwachstellen - Ihrer Gegner, Sie finden versteckte Durchgänge oder obskure Geschöpfe, die träge durch die Luft schweben und bei Beschuss tödliche Energieladungen auf umstehende Spielfiguren ablassen. Die anderen Artefakttricks hingegen beeinflussen das Spielgeschehen weniger stark: Die Zeitlupe etwa ist nur an extrem auffälligen und extra dafür eingebauten Rätsel-Abschnitten sinnvoll und in "konventionellen" Feuergefechten funktioniert das Ego-Shooter-Gerüst ohnehin viel zu gut, als dass wir auf übersinnliche "Cheater"- Fähigkeiten zurückgreifen müssten.
Meistens jedenfalls. An anderen Stellen wiederum helfen selbst sämtliche Thule-Kräfte nicht weiter - ein spontan ansteigender Schwierigkeitsgrad versalzt Ihnen immer mal wieder für kurze Zeit das Spielvergnügen. Immerhin sind die Ladezeiten angenehm kurz ... Das ganze übersinnliche Gedöns mal außen vorgelassen, bekommen Sie mit Wolfenstein einen geradlinigen Shooter der alten Schule vorgesetzt: Gegnerwelle, nächster Raum, Gegnerwelle, Deckung, schießen, Deckung, Zwischenboss und so weiter.
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Leider…
