Rückstand durch Technik
HORT DES FRIEDENS In die fernöstlich anmutende Stadt Ishad N'ha gelangen Sie erst nach unzähligen schweren Kämpfen.
+++ Das Böse ist erwacht +++ Stopp +++ Heldentruppe gesucht +++ Stopp +++ Muss magisches Schwert finden +++ Stopp +++ Bieten ausführlichen Eintrag in die Landeschroniken +++ Stopp +++
So oder ähnlich könnte das Telegramm lauten, das Ihren Nachwuchskrieger zu Beginn des Rollenspiels Wizards & Warriors ins Städtchen Valeia zieht. Nach ausführlichem Handbuchstudium erschaffen Sie sechs Recken, mit denen Sie sich auf die Reise machen. Wenn Sie aus der hübsch gezeichneten Stadt in die 3D-Welt von Gael Serran treten, erwartet Sie eine Enttäuschung: Die in der Ich-Perspektive dargestellte Landschaft wirkt wie ein Relikt aus der Prä-3D-Beschleuniger-Ära. Ein Blick in die Spieloptionen lässt Hoffnung aufkeimen - "Ah, Software-Modus!" Doch der Wechsel zu Direct3D bringt abgesehen vom Weichzeichner-Effekt kaum Verbesserungen. Ungeachtet der an Unterforderung leidenden 3D-Karte wagen Sie erste Schritte durch die riesige Spielwelt und siehe da: Hinter der nächsten Ecke wartet der typische Troll-Trupp auf eine Abreibung. Obwohl die Kämpfe rundenweise verlaufen, gibt es keine Wartezeiten. Das Spiel pausiert nur, wenn Sie etwa nach einem Zauberspruch kramen. Nehmen Sie dagegen die Beine in die Hand, ist wieder Echtzeit angesagt. Neben Erfahrung bringen die Rangeleien Ausrüstung und finanzielle Mittel. Mit den Ersparnissen können Sie Ihre Charaktere bei einer Gilde in die Lehre schicken, wo sie beispielsweise eine Ausbildung zum Paladin absolvieren. Auf der Suche nach der sagenumwobenen Klinge, die allein den Obermotz besiegen kann, drischt sich ihre Party durch allerlei bizarre Örtlichkeiten, von einer belebten Totengruft bis hin zur modrigen Drachenhöhle. Ein Mangel an Opponenten herrscht nie: So wollen Ihnen lispelnde Schlangenpriester ans Leder oder hungrige Piranhas ein Ohr abkauen. Abseits der ultra-langen Haupt-Quest halten Sie diverse NPCs mit unzähligen Nebenmissionen auf Trapp, wobei deren Komplexität selten das übliche "Bringe Objekt A zu Person B" übersteigt. So gilt es mal, ein Artefakt zu bergen, ein andermal verlangt ein Schamane nach einem Elixier. Die Aufgaben führen teils durch die etwas eckige Natur, teils in schön designte und fordernde Dungeons, wo es allerlei Kopfnüsse zu knacken gibt.

