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Wissenschaft

Wissenschaft: Biologen lassen 32.000 Jahre altes Leimkraut wieder blühen [Video-Update]

21.02.2012 19:57 Uhr
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[Video-Update] Aus den Früchten eines 32.000 Jahre lang konservierten Leimkrauts im sibirischen Permafrost konnten russische Wissenschaftler neue Pflanzen züchten. Damit haben sie eine Pflanze wiederbelebt, die seit Zehntausenden von Jahren ausgestorben war. Update: Hintergründe zum Thema Permafrost.

Heutiges Leimkraut (Silene vulgaris) ähnelt dem 38.000 Jahre alten Leimkraut aus dem sibirischen Permafrost. Heutiges Leimkraut (Silene vulgaris) ähnelt dem 38.000 Jahre alten Leimkraut aus dem sibirischen Permafrost. [Video-Update] Im sibirischen Permafrost schlummern offenbar viele gute erhaltene Schätze. Russische Wissenschaftler melden nun im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences", dass es ihnen gelungen ist, ein seit zehntausenden von Jahren ausgestorbenes Leimkraut zu neuem Leben zu erwecken. Die neuen Pflanzen sind voll lebensfähig und fruchtbar. Die Details ihrer Forschungsarbeiten stellen David Gilitschinski von der Russischen Akademie der Wissenschaften in Puschtschino und seine Kollegen im Artikel detailliert vor. Siehe auch den Video-Bericht am Ende dieses Artikels.

Das rund 32.000 Jahre alte Erbgut des Leimkrauts wurde tiefgefroren und gut erhalten im sibirischen Permafrost gefunden. Die Forscher verwendeten unreife Früchte der Pflanze, von denen sie kleinste Stücke des Plazentagewebes in einer Nährlösung zu größeren Zellklumpen heranwachsen ließen. Aus diesen konnten die Wissenschaftler dann ganze Pflanzen ziehen. Bisherige Versuche mit Pflanzenmaterial aus Permafrostböden zeigte nur mäßige Erfolge. Das neu gezüchtete Leimkraut ist dagegen voll lebensfähig und lässt sich auch mit dem heutigen Leimkraut erfolgreich kreuzen. Den Wissenschaftlern kam entgegen, dass die uralten Pflanzen in den Bauten von Zieseln rund 38 Meter unter der Erdoberfläche gefunden wurden, berichtet Scienceticker.

Hintergründe zum Permafrost: Permafrostgebiete findet man in den Polargebieten, Ostsibirieren (wo das Leimkraut entdeckt wurde), Grönland, Alaska, Kanada, Russland und China. Wie tief der Permafrost in den Boden dringt ist sehr unterschiedlich, so können es in Sibirien bis zu 1.500 Meter sein, während es in den wenigen skandinavischen Gebieten nur etwa 20 Meter sind. Voraussetzungen für Permafrost sind Durchschnittstemperaturen von -1 Grad Celsius und ein durchschnittlicher Niederschlag pro Jahr von weniger als 1.000 Millimeter.

Florian Stangl
Chefredakteur
21.02.2012 19:57 Uhr

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