Verhaltensforschung: Gewinnt die größte Gruppe? Tierversuch zeigt Drückeberger-Syndrom
Kapuzineräffchen: Nicht immer gewinnt die größere Gruppe.
Wenn zwei sich streiten, gewinnt häufig der größere und stärkere. Ein interessanter Tierversuch der Verhaltensforscher um die Biologin Margaret Chatham Croofoot und den Anthropologen Ian Gilby zeigt nun aber, dass das nicht unbedingt zutreffen muss. Die Wissenschaftler simulierten mithilfe von Tonaufnahmen das Aufeinandertreffen von zwei Gruppen Kapuzineräffchen aus Panama. In den Versuchen konnte sich eine kleine Gruppe der Primaten gegen eine deutlich größere Gruppe zur Wehr setzen. Die Erklärung ist einfach: In größeren Gruppen würden sich viele der Tiere aus dem Streit heraushalten, da sie darauf verlassen, dass sich ihre Artgenossen um den Streit kümmern.
In einer kleinen Äffchen-Gruppe packt allerdings jedes Mitglied mit an, damit der Streit zugunsten des Teams entschieden wird. Somit waren die Drückeberger aus der ersten Gruppen dafür verantwortlich, dass die Äffchen ihr Gebiet nicht verteidigen konnten. Dieses Verhalten vermuten die Forscher nicht nur speziell bei den Kapuzineräffchen, sondern auch bei anderen sozial lebenden Arten. Somit ließe sich erklären, warum kleine Gruppen mitunter im Kampf gegen größere Gruppen gar nicht so schlecht dastehen würden.
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