Studie: Zahl der Malaria-Opfer unterschätzt - Doppelt so viele wie angenommen
Malaria: Mehr als 1,2 Millionen Tote forderte die Krankheit 2010 - mehr als bislang angenommen.
Malaria ist für mehr Menschen gefährlich, als bislang angenommen. Das zeigt eine Langzeitstudie. US-Wissenschaftler haben nun berechnet, dass allein im Jahr 2010 1,2 Millionen Menschen an der Virenerkrankung gestorben sind. Insbesondere ältere Kinder und Erwachsene sterben weitaus öfter an der Krankheit als bislang angenommen. Allerdings sind die Zahlen rückläufig, die vielen Maßnahmen gegen die Viruserkrankung scheinen offenbar zu fruchten.
So sind die Todesfälle um nahezu ein Drittel zurück gegangen. Das teilen die Forscher im Wissenschaftsmagazin The Lancet mit. Das Team um Christopher Murray von der University of Washington in Seattle hatten einen Zeitraum von 20 Jahren untersucht – von 1980 bis 2010. Dazu werteten die Forscher sämtliche verfügbaren Daten zur Malariaerkrankung in 105 Ländern aus. Im Jahr 2004 ergab das Rechenmodell der Forscher die höchste Zahl an Malaria-Toten: Die Krankheit forderte 1,8 Millionen Tote.
Im Jahr 2010 sank die Sterblichkeitsrate bei den Malaria-Erkrankungen dann auf 1,2 Millionen Opfer. 56 Prozent aller Malaria-Toten waren in diesem Jahr Kinder unter fünf Jahren. Aber auch deutlich mehr Erwachsene sterben an der Krankheit, als man das bisher angenommen hatte. Zweifelhaft wäre auch die These, dass Kinder mittlerweile eine Immunität gegen Malaria entwickeln, wenn sie im frühen Alter von Malaria-Viren geplagt werden. Denn etwa ein Drittel aller Toten sind Menschen über 15 Jahren.
Die WHO-Zahlen müssten demnach überarbeitet werden. Nun ist in Wissenschafts-Kreisen eine Debatte entbrannt, wie verlässlich die neu berechneten Zahlen sind. Einig ist man sich offenbar nur, dass Hilfsfonds zur Bekämpfung von Malaria nach wie vor eine immense Wichtigkeit haben, die Krankheit einzudämmen. Mehr zu der Malaria-Sterblichkeitsrate steht in einem Artikel der Augsburger Allgemeinen und bei stern.de.
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