pcgames.de - Wissen, was gespielt wird!

Wissenschaft

Studie: Zahl der Malaria-Opfer unterschätzt - Doppelt so viele wie angenommen

04.02.2012 12:01 Uhr
|
Neu
|
Eine Langzeitstudie zeigt, dass die Zahl der Malaria-Toten höher ist als bislang angenommen. Jährlich sterben über eine Millionen Menschen an der tückischen Viren-Erkrankung. Vor allem ältere Kinder und Erwachsene sind von den Zahlen betroffen.

Malaria: Mehr als 1,2 Millionen Tote forderte die Krankheit 2010 - mehr als bislang angenommen. Malaria: Mehr als 1,2 Millionen Tote forderte die Krankheit 2010 - mehr als bislang angenommen. Malaria ist für mehr Menschen gefährlich, als bislang angenommen. Das zeigt eine Langzeitstudie. US-Wissenschaftler haben nun berechnet, dass allein im Jahr 2010 1,2 Millionen Menschen an der Virenerkrankung gestorben sind. Insbesondere ältere Kinder und Erwachsene sterben weitaus öfter an der Krankheit als bislang angenommen. Allerdings sind die Zahlen rückläufig, die vielen Maßnahmen gegen die Viruserkrankung scheinen offenbar zu fruchten.

So sind die Todesfälle um nahezu ein Drittel zurück gegangen. Das teilen die Forscher im Wissenschaftsmagazin The Lancet mit. Das Team um Christopher Murray von der University of Washington in Seattle hatten einen Zeitraum von 20 Jahren untersucht – von 1980 bis 2010. Dazu werteten die Forscher sämtliche verfügbaren Daten zur Malariaerkrankung in 105 Ländern aus. Im Jahr 2004 ergab das Rechenmodell der Forscher die höchste Zahl an Malaria-Toten: Die Krankheit forderte 1,8 Millionen Tote.

Im Jahr 2010 sank die Sterblichkeitsrate bei den Malaria-Erkrankungen dann auf 1,2 Millionen Opfer. 56 Prozent aller Malaria-Toten waren in diesem Jahr Kinder unter fünf Jahren. Aber auch deutlich mehr Erwachsene sterben an der Krankheit, als man das bisher angenommen hatte. Zweifelhaft wäre auch die These, dass Kinder mittlerweile eine Immunität gegen Malaria entwickeln, wenn sie im frühen Alter von Malaria-Viren geplagt werden. Denn etwa ein Drittel aller Toten sind Menschen über 15 Jahren.

Die WHO-Zahlen müssten demnach überarbeitet werden. Nun ist in Wissenschafts-Kreisen eine Debatte entbrannt, wie verlässlich die neu berechneten Zahlen sind. Einig ist man sich offenbar nur, dass Hilfsfonds zur Bekämpfung von Malaria nach wie vor eine immense Wichtigkeit haben, die Krankheit einzudämmen. Mehr zu der Malaria-Sterblichkeitsrate steht in einem Artikel der Augsburger Allgemeinen und bei stern.de.

Simon Fistrich
Leitender Online-Redakteur
04.02.2012 12:01 Uhr

Verwandte Artikel

 - 
Der Meeresspiegel steigt unaufhörlich. In jedem Jahr messen die Experten einen Zuwachs um 1,8 Millimeter. Doch woher genau kommt dieser Anstieg? Jetzt ist klar: Klima und Polkappenschmelze sind nicht allein schuld daran. mehr... [0 Kommentare]
 - 
in Guatemala stießen Forscher auf den ältesten bekannten Maya-Kalender. Der Kalender reicht weit in die Zukunft - die Welt wird 2012 laut den Maya also doch nicht untergehen. Außerdem ist der Kalender ein Beweis dafür, dass die Maya schon frühzeitig umfassende Kenntnisse über Astronomie hatten. mehr... [0 Kommentare]
 - 
Die Sonnenfinsternis 2012 war nur aus Asien und den USA zu sehen. Millionen Menschen erlebten dieses spektakuläre Ereignis, der Feuerkranz über Tokio schien am hellsten. Hier wurden gar Beobachtungsflüge angeboten. mehr... [0 Kommentare]
 - 
Ob Außerirdische, Sternzeichen oder übersinnliche Mächte, es gibt so einige unbewiesene Dinge, an die man dennoch glauben kann. Allerdings kann man damit auch viel aufs Spiel setzen. Um diese Phänomene wissenschaftlich zu untersuchen und eventuell als Humbug zu entlarven, treffen sich derzeit die "Skeptiker" in Berlin. mehr... [0 Kommentare]
 - 
Zwar gibt es schon die ein oder andere Maßnahme, um den Klimawandel aufzuhalten, jedoch reichen diese laut Wissenschaftlern längst nicht aus. Die Kohlenstoffdioxid-Emissionen sind weiter gestiegen und die Erderwärmung schreitet gefährlich schnell voran. Das könnte das Aussterben vieler Arten und eine tödliche Gefahr für den Menschen zur Folge haben. mehr... [0 Kommentare]