Live aus dem Mäusehirn: STED-Lichtmikroskop liefert gestochen scharfe Bilder
Die Analyse von Mäusehirnen mit einem STED-Lichtmikroskop lässt auch Rückschlüsse auf das menschliche Gehirn zu.
Mit einer neu entwickelten Technologie sind Wissenschaftler mittlerweile in der Lage, das Gehirn von Mäusen so zu untersuchen, dass sie dabei gestochen scharfe Live-Aufnahmen liefern können. Der Biophysiker Stefan Hell entwickelte zu diesem Zweck ein STED-Lichtmikroskop. Das Gerät ist in der Lage, Strukturen aufzunehmen, die 1.000 Mal feiner sind als etwa ein Haar. Das Mikroskop schafft eine Auflösung von 70 Naometern. Dadurch sehen die Forscher, was genau in den Verästelungen in den Nervenzellen passiert.
Für den Blick in die molekularen Strukturen benutzten die Forscher genetisch veränderte Mäuse, betäubten sie. Das STED-Lichtmikroskop lieferte im Abstand von mehreren Minuten Bilder ans Tageslicht. Die Bilder wollen die Forscher analysieren, um mehr über Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Autismus zu erfahren.
Diese Leistung ist enorm: Bislang galt das Gesetz, dass man Objekte, die weniger als 200 Nanometer nebeneinander liegen, nicht getrennt abbilden kann. Hell schaffte es mit seinem Gerät aber, die These von Ernst Abbe aus dem Jahr 1873 auszuhebeln, indem er fluoreszierende Moleküle nutzte. So tauchen die beiden Objekte nicht direkt übereinander auf, sondern nebeneinander. Dadurch ist die Detailtreue verblüffend. Damit können die Wissenschaftler genau beobachten, was sich in den Hirnen der Nager abspielt. Mehr über das STED-Lichtmikroskop und die Mäusehirne steht in einem Artikel vom Stern.de.
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