Wissenschaft

Fruchtfliegen trinken bei Sex-Entzug Alkohol - Update: Verhaltensmuster auch auf Menschen anwendbar?

16.03.2012 17:05 Uhr
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Wenn Fruchtfliegen von Frauen zurückgewiesen werden, trinken die Insekten mehr Alkohol, als die beim anderen Geschlecht erfolgreichen Artgenossen. Was aus einer neuen Fruchtfliegen-Studie hervorgeht, könnte unter Umständen auch für Menschen gelten. Allerdings mahnen die Forscher, dass sich das nicht einfach so auf den Menschen übertragen lässt.

Männliche Fruchtfliegen greifen zu Alkohol, wenn ihnen der Sex verweigert wird - ob dieses Verhaltensmuster auch auf Menschen anzuwenden ist, bleibt unklar. Männliche Fruchtfliegen greifen zu Alkohol, wenn ihnen der Sex verweigert wird - ob dieses Verhaltensmuster auch auf Menschen anzuwenden ist, bleibt unklar. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Wie wir bereits berichteten, suchen männliche Fruchtfliegen Trost im Alkohol, wenn sie vom weiblichen Geschlecht zurückgewiesen werden. Die Studie der Forscher um Galit Shohat-Ophir von der University of California wurde vor kurzem im Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlicht. Die Frage, die sich nun viele stellen, lautet: Ist diese Verhaltensweise auch auf Menschen anwendbar?

Der erhöhte Alkoholkonsum bei Sexentzug hat bei Fruchtfliegen nämlich durchaus eine biologische Ursache. Sex und Alkohol vermehren nämlich ein Molekül im Hirn der Fruchtfliegen. Neuropeptid F ist für das Verlangen nach Alkohol zuständig. Je niedriger die vorhandene Menge, desto größer das Verlangen nach Alkohol. Da Sex die Menge an Neuropeptid F steigert, sinkt wiederum das Verlangen nach Alkohol.

Die Ergebnisse der Studie auch auf den Menschen anzuwenden, ist natürlich naheliegend - allzu menschlich mutet das Verhalten der Fruchtfliegen nämlich an. Ein direkter Zusammenhang ist allerdings noch nicht erwiesen. Für ihre Studie hatten die Forscher männliche Fruchtfliegen mit Weibchen zusammengebracht, die nicht paarungswillig waren. Die zurückgewiesenen Männchen wählten alkoholhaltige Nahrung.

Grundsätzlich lassen sich viele Studienergebnisse auf den Menschen übertragen, allerdings gilt das hauptsächlich für Tiere, deren Genetik dem Menschen ähnelt - wie etwa bestimmte Affen oder auch Mäuse. Deswegen müsste ein solches Experiment entsprechend wiederholt werden, was sich im aktuellen Fall allerdings als schwierig herausstellen dürfte.

Daniel Herbig Google+
Erfahrener Benutzer
16.03.2012 17:05 Uhr