Willkommen in Marwen: Filmrezension

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Szenenbild aus "Willkommen in Marwen"
Quelle: Universal

In "Willkommen in Marwen" erleidet der gleichnamige Protagonist nach einem Übergriff in einer Bar eine Kopfverletzung, die zu schwerer Amnesie führt. Daraufhin beginnt er mit einer Art Selbsttherapie, indem er im Garten hinter seinem Haus eine belgische Miniatur-Stadt baut, die ein unglaubliches Eigenleben entwickelt.

Sein neues Leben beginnt mit einem schrecklichen Schicksalsschlag: Eines Nachts wird der talentierte Künstler Mark Hogancamp auf offener Straße von Neonazis fast zu Tode geprügelt. Was ihm bleibt, ist nur die Erinnerung an dieses Ereignis. Seine restliche Vergangenheit wurde ihm regelrecht aus dem Gehirn gedroschen. Stark traumatisiert, zum Teil physisch, insbesondere aber psychisch eingeschränkt, kämpft sich Hogencamp anschließend ins Leben zurück und flüchtet sich dabei in seine eigene Wirklichkeit: die Miniatur-Welt Marwen, die er mit lebensecht wirkenden Puppen bevölkert. In der Nachbildung eines kleinen belgischen Städtchens zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ist Hogie der Held und stellt sich zusammen mit einer Gruppe starker Frauen gegen die Nazis, was Mark in eindrucksvollen Fotografien festhält. Doch Marwen ist für Mark mehr als nur ein Zeitvertreib oder eine Flucht vor der Realität. In Marwen manifestieren sich seine Träume und Traumata, arbeitet er bewusst und unterbewusst an seiner eigenen Therapie und wird dabei von Freunden, Nachbarn und Mitmenschen in der Realität, aber auch in seiner Fantasie unterstützt.

Die Geschichte von Mark Hogencamp hat sich tatsächlich so zugetragen und wurde bereits in Jeff Malmbergs Dokumentation Marwencol thematisiert. Nun nahm sich Robert Zemeckis (Forrest Gump) dieser ungewöhnlichen Geschichte an und schuf ein bewegendes und emotionales Drama. Wie Mark fehlen auch dem Zuschauer viele Informationen zur Vergangenheit des Protagonisten. Man muss sich mit dem Hier und Jetzt auseinandersetzen, was zum Teil schwer zu ertragen ist, da sich Marks Trauma und Ängste ohne Umschweife aufs Publikum übertragen. Dementsprechend fehlt es Willkommen in Marwen (jetzt kaufen 34,99 € ) häufig an der für Zemeckis typischen Leichtigkeit. Marks Inneres, das in Marwen zwar mitunter witzig abstrahiert nach Außen gekehrt wird, ist beängstigend und bestimmt von düsteren Gedanken. Jedes Aufkeimen von Hoffnung wird zunächst unerbittlich verdrängt. Doch um sein Trauma endgültig überwinden zu können, muss sich Mark in letzter Konsequenz seinen inneren und äußeren Dämonen stellen. Wie Zemeckis dabei die Realität mit der Welt von Marwen in Einklang bringt, verschmelzen lässt und nahtlos wieder aufbricht, ist ganz großes Kino. Steve Carrell liefert dabei die Performance seines Lebens ab.

Fazit: Ungewöhnliches, zum Teil albtraum-, aber auch märchenhaftes Zemeckis-Drama, das zudem technisch auf ganzer Linie überzeugt.

Wertung zu Willkommen in Marwen

Wertung:

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