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  • VICD nimmt Stellung zu Angriffen gegen die USK

    VICD nimmt Stellung zu Angriffen gegen die USK Der Verband der Internet-Cafes Deutschland hat Stellung zu den Angriffen gegen die USK bezogen und liefert dabei stichhaltige Argumente.

    "In regelmäßigen Abständen flammt die Diskussion um den Jugendschutz in Deutschland auf. Auf der Suche des Versagens beim Jugendschutz wird dabei gerne das Beispiel des Computerspiels herangezogen.

    Getreu dem Motto "Vertraue keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast", versucht jede Seite ihre Positionen mit ihren Studien zu untermauern.
    Da behauptet Prof. Christian Pfeiffer, dass Computerspiele dumm machen und zwei Tage später empfiehlt das britische Bildungsministerium ein Einsatz von Computerspielen an Schulen.

    Relativ neu ist jedoch der Ansatz die USK für den mangelnden Jugendschutz verantwortlich zu machen. Die USK gibt seit dem 01.04.2003 eindeutige Freigaberegeln für Computerspiele raus, an die sich der Handel nur zu halten hat. Diese Regeln sind genauso verbindlich wie die Ausgaberegeln für Alkohol und Tabak an Minderjährige.
    Wenn Professor Pfeiffer also feststellt, dass eine ab 16 Jahren eingestufte Software zu den populärsten Spielen unter den zehnjährigen gehört, sollte es eigentlich schwer fallen das offensichtliche Problem zu übersehen. Es stellt sich die Frage ob der Handel den Jugendschutz in Punkto Computerspiele genauso ernst nimmt wie beim zuvor genannten Tabak und Alkohol. Doch auch hier sollte man polemische Schnellschüsse vermeiden. Der Handel ist vor allem in Bezug auf neue Medien lange nicht mehr die Hauptversorgungsquelle.

    Im gleichen Zusammenhang erscheint dann auch die Forderung nach einem Verbot (der Herstellung bzw. des Verkaufs) von bestimmten Computerspielen als Offenbarungseid einer ohnmächtig und hilflos reagierenden Politik. Im Sommer
    2006 wurde u.a. durch die Medien breitgetreten, dass die Jugendlichen auf Ihren Handys u.a. auch Gewaltvideos speichern/tauschen. Müsste man da nicht konsequenterweise die Herstellung bzw. den Verkauf von Handys verbieten?

    Solch ein Verbot würde wohl im Ausland genauso viel Beachtung finden wie das deutsche Reinheitsgebot des Bieres. Dass sich ein Softwarehersteller aus Austin, Texas, USA nicht daran halten würde, ist wohl unstrittig. Der Verkauf der Software hingegen findet auch künftig vermehrt über das Internet statt. Das heißt, auch wenn der Handel evtl. seine Pflichten nicht ernst genug nimmt, steht der Jugendschutz schon bald vor größeren Problemen.

    Wenn es also um den deutschen Jugendschutz so übel steht, so stellt sich die Frage welche "katastrophalen" Zustände wir vor dem 01.04.2003 hatten, als der USK-Vorgänger nur Empfehlungen abgegeben hat. Oder wie die Jugendlichen Mitte der 80 Jahre, welche vor dem Commodore64 spielten bis heute "überleben" konnten.

    Die Jugendlichen heute wie zu jeder Zeit davor suchen ihren Platz in der Gesellschaft. Um sich von anderen Abzuheben, werden mitunter Wege beschritten, die die ältere Generation für verwerflich hält. Die Jugendlichen früherer Generationen haben Individualität im Tabak, Alkohol,
    Kino- oder Videofilmen gesucht. Gefallen hat das der damals älteren Generation auch nicht. Aber damals ist kein Politiker auf die Idee gekommen den Alkohol oder den Tabak komplett zu verbieten.

    Wenn der Jugendschutz durch Zugriffsbeschränkungen nicht wirksam umgesetzt werden kann, steht die Politik offenbar vor neuen Problemen, die neue Problemlösungen brauchen.

    Vielleicht hat Professor Pfeiffer recht, wenn er unsere Gesellschaft als krank bezeichnet. Letztlich ist sie es, die solche Spiele auf dem Markt zulässt. Doch dann sollte Professor Pfeiffer auch den folgerichtigen Schluss daraus ziehen: Wann wurde die letzte Krankheit mit einem Verbot besiegt? Das Gesundheitsministerium reagiert in solchen Fällen immer mit Aufklärungskampagnen, niemals mit einem Verbot.

    Insofern fordert der VICD e.V. alle Diskussionspartner zur Kooperation auf.
    Dieser Herausforderung wird man nicht mit Methoden aus dem letzten Jahrhundert begegnen können. Aufklärung, die Förderung der Medienkompetenz der Erziehenden muss Priorität haben.

    Jugendschutz ist möglich, wenn man nur will. Tagtäglich wird dies in den Mitglieds-ICs des VICD e.V. praktiziert. Eine wirksame Kontrolle muss sich jedoch bis in den privaten Kreis hinein erstrecken - durch qualifizierte Erziehungsberechtigte. Verbote jeglicher Art wirken nur reizvoller, wie auch Professor Pfeiffer selbst bestätigt. Im Punkto Aufklärung ist die USK mustergültig. Einzelne Spielebewertungen zum Anlass zu nehmen das Gesamtsystem der USK in Frage zu stellen, ist genauso absurd, als würde man das System der Jugendämter aufgrund des kürzlich bekannt gewordenen Versagens einiger Jugendämter in Frage stellen.

  • Es gibt 15 Kommentare zum Artikel
    Von Boxchampion
    Aufklärung der Eltern und Eltern die sich mit den Dingen befassen, die ihre Kinder beschäftigen, würden meiner Meinung…
    Von VoodooMaster
    Prinzipiell stimme ich dem Artikel auch zu. Jedoch ist dieser mir etwas zu "reiserisch". Vielleicht geeignet einem…
    Von pgro
    Ich stimme dem Gros hier zu: Ein schöner Artikel. Zu "10jährige spielen USK16+": Ich denke auch nicht, dass der…
    • Es gibt 15 Kommentare zum Artikel

      • Von Boxchampion Neuer Benutzer
        Aufklärung der Eltern und Eltern die sich mit den Dingen befassen, die ihre Kinder beschäftigen, würden meiner Meinung nach helfen. Wenn ein 12 Jähriger Ego shooter spielt, kann das für ihn nicht gut sein. Das kann er aber unmöglich selber beurteilen, dabei müssen sich seine Eltern möglichst offen mit ihm…
      • Von VoodooMaster Benutzer
        Prinzipiell stimme ich dem Artikel auch zu. Jedoch ist dieser mir etwas zu "reiserisch". Vielleicht geeignet einem Aspekte-Beitrag gegenüber gestellt zu werden (ähnlicher Stil), für eine sachliche Diskussion aber etwas zu einseitig.

        Bitte unser gutes altes Reinheitsgebot aus dem Spiel lassen :…
      • Von pgro
        Ich stimme dem Gros hier zu: Ein schöner Artikel.

        Zu "10jährige spielen USK16+": Ich denke auch nicht, dass der Handel Schuld hat. So ein Altersunterschied fällt dann wohl selbst einem Einäugigen auf. Wie schon jemand sagte, hat dann jemand anderes das Spiel für den Kleinen gekauft oder es wurde gleich…
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VICD nimmt Stellung zu Angriffen gegen die USK
http://www.pcgames.de/Webfundstueck-Thema-32701/News/VICD-nimmt-Stellung-zu-Angriffen-gegen-die-USK-520180/
01.11.2006
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2006/11/vicd1.jpg
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