Online-Abo
Login Registrieren
Online-Abo
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Wasteland 2 Beta angespielt: Ein würdiger Nachfolger?

    Wasteland 2 ist die Neuauflage eines klassischen Rollenspiels: Mit taktischen, rundenbasierten Kämpfen gehen wir in einer Gruppe den Geheimnissen einer post-apokalytischen Welt nach. Mit dabei: Freaks, Mutanten, haufenweise Waffen und eine Menge schräger Humor.

    Wasteland 2 forderte Spielern bereits im Vorfeld eine Menge Geduld ab, denn die Welt ein Vierteljahrhundert auf diesen Titel. Der Vorgänger Wasteland verkaufte sich ab 1988 rund 100.000 mal. Für die damalige Zeit ein riesiger Erfolg, denn die digitale Revolution steckte in den Kinderschuhen und Computer waren noch teuer und sehr weit davon entfernt, in der Mitte unserer Gesellschaft anzukommen.

    Wasteland 2 ist jedoch nicht der direkte Nachfolger, denn technisch gesehen hatte Wasteland bereits zwei Fortsetzungen: Die mindestens ebenso erfolgreichen Rollenspiele Fallout und Fallout 2. Bei allen drei Titeln hielt Brian Fargo von Interplay die Zügel in der Hand. Und alle drei Titel finden, ebenso wie im Nachzügler Wasteland 2, in einer post-apokalyptischen Umgebung statt, dem atomar verseuchten Ödland.

    Auf der Weltkarte bereisen wir verschiedene Locations. Auf der Weltkarte bereisen wir verschiedene Locations. Quelle: PC Games Der Spieler wurde mit einem bestimmten Auftrag in die feindliche, isometrische Umgebung geworfen und war zunächst völlig auf sich alleine gestellt. Die Titel waren alle Open World, so dass es uns selbst überlassen war, inwiefern wir der Hauptquest folgten, oder uns nach eigenem Gusto auf die Socken machten; wenn wir auch stets eine bestimmte Aufgabe lösen mussten, um uns ohne Zeitdruck frei bewegen zu dürfen. Wegen seiner Schwarzhumorigkeit, der konsistenten und detailverliebten Spielwelt, der großartig erzählen Story und vielen Anleihen an die Populärkultur – insbesondere an dystopischen Filmen wie Mad Max oder A Boy and his Dog – wurden Wasteland sowie die Fallout-Reihe zu einem bombastischen Erfolg.

    Nach dem zweiten Teil begann das Entwicklerstudio Black Isle umgehend mit der Arbeit an einem Nachfolger. Aber die Produktion von Fallout 3 kam mehrfach hart ins Schlingern und Querelen und die letztliche Auflösung von Black Isle machte dem bereits fortgeschrittenen Spiel mit Codenamen F3: Van Buren nach mehreren Jahren Entwicklung schlicht und endgültig den Garaus. Die Fans waren nichts weniger als entsetzt. Zum Glück bedeutete das jedoch nicht das totale Aus: Bethesda erwarb die Lizenz und versetzte das Spielgesehen von der gewohnten isometrischen Perspektive erfolgreich in eine Shooterumgebung. Fallout 3 wurde der Rollenspielhit des Jahres 2008, bekam einen ganzen Haufen Erweiterungen und 2010 noch einen Nachfolger, Fallout: New Vegas. Dieser wurde von Obsidian entwickelt, in diesem Studio sind viele alte Bekannte des Studios Black Isle versammelt; und das merkte man dem Spiel unter anderem am etwas speziellen Humor auch an. Nichtsdestotrotz aber trauerten viele Hardcore-Fans der originalen Fallout-Serie dem Projekt Van Buren immer noch hinterher. Sie erkennen Bethesdas Fallout Spiele zwar als sehr gut an, haben aber nie aufgehört, auf ein isometrisches Spiel von Brian Fargo in der direkten Tradition von Fallout 2 zu hoffen. Eine nur diffuse Hoffnung, die aber nie wirklich starb, die immer im Hinterkopf lauerte, wenn die Spieler das Wort Fallout sahen. Aber die Fallout-Lizenz liegt bei Bethesda, die laut eigenen Angaben bereits an Fallout 4 werkeln, und ist höchst unwahrscheinlich, dass diese von der momentanen Präsentationsform der Reihe abrücken ...

    Das Inventar der Spielfiguren. Das Inventar der Spielfiguren. Quelle: PC Games Glücklicherweise spukte das "echte" F3 aber offensichtlich nicht nur Retro-Zockern oder alten Säcken, die schon in den 80er Jahren im Ödland umherstreunten durch den Kopf: Auch Brian Fargo trug sich offentsichtlich lang mit dem Gedanken herum. Doch als dieser bei Bethesda anklopfte und die Möglichkeit einer Lizenzierung seiner ehemals eigenen Marke auslotete, wurde er schnell weitergeschickt. Nicht nur, dass ein klassisches, isometrisches Party-RPG zwischen all den Millionensellern in den Augen Bethesdas wahrscheinlich zu mickrig ausgesehen hätte, vermutlich hat die Lizenz für das mittlerweile höchst erfolgreiche Franchise die finanziellen Möglichkeiten von Brian Fargo weit übertroffen. Das war's dann mit dem feuchten Traum von F3? Zum Glück nicht! Denn wenn auch Fallout nicht infrage kam, so hatte Fargo dennoch ein kleines Ass im Ärmel: Die Lizenz von Wasteland, dem eigentlichen Urknall der ganzen Geschichte. Zwar bei weitem nicht so zugkräftig wie Fallout heutzutage, aber vielen Spielern dennoch ein Begriff. Was als Kickstarter begann, ist mittlerweile Early Access und wird nun durch Steam auch endlich einem breiteren Publikum bekannt. Noch ist der Status des Spiels Early Beta, doch eines kann man schon nach der ersten Stunde konstatieren: Wasteland 2 ist der geistige und spielerische Nachfolger von Fallout 2, Lizenz-Gezerre und Bezeichnungen hin oder her!

    Wasteland 2 zwingt dem Spieler nicht ständig eine völlig desolate Welt auf, hier darf auch mal was wachsen. Wasteland 2 zwingt dem Spieler nicht ständig eine völlig desolate Welt auf, hier darf auch mal was wachsen. Quelle: PC Games Hauptaufgabe des Spielers ist das Überleben in der von einem nuklearen Schlagabtausch zwischen den Großmächten geprägten, feindlichen und unerbittlichen Umwelt. Denn von Zivilisation kann in dieser alternativen Zukunft kaum noch eine Rede sein: Die medizinische Versorgung ist ein Problem, die Beschaffung von Nahrung ist ein Problem, das blanke Leben zu verteidigen ist ein schon ein echtes Problem. Überall radioaktive Strahlung, gesetzlose Plünderer, mutierte Flora und Fauna. Es gilt allenorten das Recht des Stärkeren. Wasteland 2 bedient sich dabei der klassischen isometrischen Perspektive, um das Spiel auf den Monitor zu bringen. Das Geschehen ist aber auch frei dreh- und zoombar, als kleine Anleihe an moderne Zeiten. Spieler müssen sich mit viel Text herumschlagen, der nur minimalistisch präsentiert wird. Zudem scheint das ganze Interface aus einer Zeit vor dem Jahrtausenwechsel stammen und zwingt uns oftmals mehr Klickerei auf, als eigentlich nötigt gewesen wäre. Der Retrocharme quillt dem Spiel eben aus allen Bits und Bytes, nicht nur in der Präsentation, sondern auch in der Handhabung. Ein Design-Beinbruch ist das Interface aber nicht, es ist intuitiv zu handhaben. Außerdem befindet sich Wasteland 2, wie bereits erwähnt, in der Early Beta. Vielleicht poliert Entwickler inXile Entertaintment die ganze Sache ja noch ein wenig auf.

    05:36
    Wasteland 2 angespielt: Gameplay aus der Early-Access-Version im Video
    Spielecover zu Wasteland 2
    Wasteland 2


    Wer aus Vault 13 oder Arroyo stammt, dem wird Wasteland 2 angenehm bekannt vorkommen. Vault Dweller und Chosen Ones werden sich auch nicht an dem etwas ungeschliffenen Interface stören; erst recht nicht, da das Look und Feel der alten Fallout-Serie sehr stark entlehnt ist. Auch bei der Charaktererschaffung klingeln bei Veteranen die Glocken: Statt des SPECIAL-Attributsystems gibt es nun eben ein CLASSIC-Attributsystem; fast alle Grundwerte wie Stärke, Glück oder Charisma wurden übernommen – im Prinzip ändert sich also nicht viel. Von diesen Werten derivieren sich die sogenannten Stats wie Initiative, Aktionspunkte oder Lebenspunkte. Die Wahl beeinflusst dann noch die Skills, sprich Fähigkeiten des Spielers, die sich wiederum teils von den Stats derivieren. Wasteland 2 differenziert dort jedoch deutlicher als das klassische Fallout, wo beispielsweise nur zwischen Projektil-, Energie und schweren Waffen differenziert wurde: Selbst der feine Unterschied zwischen stumpfen und scharfen Waffen zählt; man muss sich frühzeitig spezialisieren.

    Eine verschlossene Truhe wird von unserem Dieb geknackt. Eine verschlossene Truhe wird von unserem Dieb geknackt. Quelle: PC Games Auf altbekannte Skills wie Dietrich oder Erste Hilfe müssen wir genauso wenig verzichten wie auf Überlebensfähigkeit oder Handelsgeschick im Umgang mit den zahlreichen NPCs. Auch einige neue Skills sind hinzugekommen, beispielsweise Hard Ass oder Kiss Ass; verzeiht die rüde Sprache, aber das Ödland ist halt kein Ponyhof. Sinngemäß übersetzt bedeutet Hard Ass etwa soviel wie Harte Sau und beschreibt die Fähigkeit, andere einzuschüchtern, um so beispielsweise an Informationen zu gelangen, die das Gegenüber sonst nicht rausgerückt hätte. Kiss Ass ist eher das Gegenteil, hier geht es ums Einwickeln von Gesprächspartnern. Leider ist nicht ersichtlich, ob Hard Ass zusätzlich mit dem Stärke- und Kiss Ass mit dem Charisma-Attribut korreliert. Das wäre zwar logisch, wird aber offensichtlich nicht abgebildet. Schade! Insgesamt lässt uns die Charaktererschaffung aber sehr viele Möglichkeiten, sogar Religion und Herkunft dürfen gewählt werden. Abgerundet wird die ganze Geschichte durch ein tolles Figurendesign.

    Die Kämpfe erinnern stark an Fallout, abgesehen von der Tatsache, dass der Spieler volle Kontrolle über seine Begleiter hat – sowohl was Stufenaufstiege, als auch Inventar oder Kampfaktionen betrifft. Im Echtzeitmodus erforschen wir Siedlungen oder andere interessante Orte, bei Feindkontakt wird in einen rundenbasierten Modus geschaltet. Wie gewohnt geben wir dort Aktionspunkte für Handlungen wie Laufen und Schießen aus. Wie gut ein Charakter einen NPC trifft, ist natürlich von einem ganzen Haufen Variablen abhängig: Der Skill für die entsprechende Waffe, Entfernung, Deckung und einige weitere. Der verursachte Schaden ist abhängig vom Rüstungswert des Gegners, und natürlich auch vom Typ der Waffe. Die Gegner bei Wasteland 2 sind nicht blöde: Geschickt nutzen sie Deckungen und oder feuern aus der zweiten Reihe, während wir uns mit den Nahkämpfern herumplagen müssen. Die Oppenenten fluchen ordentlich und gehen uns so auch mit Wörtern an den Kragen.

    Wasteland 2 verfügt über allerlei mutiertes Kroppzeugs wie diese riesige Kröte. Wasteland 2 verfügt über allerlei mutiertes Kroppzeugs wie diese riesige Kröte. Quelle: PC Games Die Story lässt sich, soweit sie bereits implementiert wurde, spannend an: Wie im originalen Wasteland sind wir ein Mitglied der Desert Rangers, einer Truppe, die im Ödland für ein wenig Ordnung sorgt. Als solche haben wir auch Zugriff auf einen Stützpunkt, in dem wir uns ausrüsten und erholen können. Von unserem Vorgesetzten bekommen wir Aufträge: Zum Beispiel ist ein Ranger verschollen, wir sollen ihn oder seine Leiche finden und seine Aufgabe zu Ende bringen. Mit der Zeit entwickeln sich aus dieser simplen Aufgabenstellung Sideplots. Natürlich müssen wir für die Quests den heimischen Stützpunkt verlassen, und bewegen uns im Fallout-Stil auf einer Weltkarte. Dabei muss der Spieler ein besonders Auge auf seine Wasservorräte haben, und Zufallsbegegnungen mit beispielsweise Raidern machen uns das Leben schwer. Aber da tote Gegner auch immer Beute hinterlassen (und Erfahrungspunkte gewähren), bringen uns die Zufallsbegegnungen auch immer ein gutes Stück weiter – wenn wir sie denn überleben. Denn wie bei rundenbasierten Taktikspielen üblich, verzeihen diese nur wenig Fehler. Und der Spieler darf zwar im Kampf laden, aber nicht speichern. So sind spannende Gefechte vorprogrammiert.

    Die Grafik von Wasteland ist keinesfalls bombastisch, oder gar revolutionär. Das ist bei dieser Art von Spiel aber auch relativ uninteressant: Sie sieht wirklich nett aus und erfüllt ihren Zweck, und ist darüberhinaus sehr detailreich und vorallem liebevoll. Das Design des Ödlands ist definitv gelungen und steht in direkter Tradition der klassischen Fallout-Serie, ist aber zum Glück nicht ganz so trist, wie wir es gewöhnt waren. Einige Jahrzehnte nach der atomaren Apokalypse wächst nämlich auch wieder Vegetation – und das sorgt für visuelle Abwechslung. Die NPCs sind hervorragend gestylt, mehr Endzeit geht eigentlich nicht. Die Anleihen bei den klassischen Fallout-Titeln und den bereits genannten Filmen sind mehr als offensichtlich. Alles in allem entwickelt sich hier ein hervorragender Titel für Freunde post-apokalyptischer Rollenspiele. Wer die alte Fallout-Serie gespielt und geschätzt, oder ein Faible für Rundentaktik hat, kommt an Wasteland keinesfalls vorbei. Und alle anderen sollten einfach mal einen Blick riskieren.

  • Wasteland 2
    Wasteland 2
    Developer
    inXile Entertainment (US)
    Release
    19.09.2014
    Es gibt 9 Kommentare zum Artikel
    Von MichaelG
    Also ich wüßte Wastelands 2 zu würdigen. 
    Von LronMcBong
    AHH wasteland 2 - da freu ich mich riesig auf den Release. ich muss aber gestehen ich bin etwas geizig gerade 45…
    Von Rabowke
    ... weil?Sind die pösen und plöden Konsoleros nicht in der Lage die Genialität eines Wasteland 2 zu erkennen bzw. zu…

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1102496
Wasteland 2
Wasteland 2 Beta angespielt: Ein würdiger Nachfolger?
Wasteland 2 ist die Neuauflage eines klassischen Rollenspiels: Mit taktischen, rundenbasierten Kämpfen gehen wir in einer Gruppe den Geheimnissen einer post-apokalytischen Welt nach. Mit dabei: Freaks, Mutanten, haufenweise Waffen und eine Menge schräger Humor.
http://www.pcgames.de/Wasteland-2-Spiel-41935/News/Wasteland-2-Beta-angespielt-Ein-wuerdiger-Nachfolger-1102496/
22.12.2013
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2013/12/seite_4_links-pc-games.jpg
wasteland,rollenspiel,fallout
news