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  • Echtzeit-Strategie episch erzählt

    Die stärkste Waffe der Gläubigen ist der Erzengel, der durch die Anbetung Gottes erscheint. Die stärkste Waffe der Gläubigen ist der Erzengel, der durch die Anbetung Gottes erscheint. Wenn selbst Traditionalisten wie Westwood und Blizzard damit beginnen, ihre Echtzeit-Strategiespiele mit einer 3D-Grafik auszustatten, müssen sich Newcomer vorsehen. Denn die Zeiten, in denen eine schwenkbare Kamera als Beweis für ein zeitgemäßes und unterhaltsames Spiel galt, dürften bald endgültig vorbei sein. Dass aber nicht nur die Großen der Branche wissen, wie gute Spielinhalte gemacht werden, will Black Cactus Games mit seinem Erstlingswerk beweisen: Oberflächlich eines der zahllosen 3D-Echtzeit-Strategiespiele, bei genauerer Betrachtung eine spannend erzählte Geschichte.
    Artos, ein junger Adliger, wird Zeuge, wie sein Vater aus dem Land gejagt wird und sich obskure Priester die Macht im Lande sichern. Zunächst wandert er aus, um dort die Kriegskunst zu erlernen und um eine treue Anhängerschaft um sich zu scharen. Nach vielen Jahren kehrt Artos dann zurück, um seinen Vater zu rächen und sich das Land Untertan zu machen. Artos ist eine der Spielfiguren, die in letzter Zeit in das Genre der Echtzeit-Strategiespiele Einzug hielten: Ein guter Krieger mit geringen magischen Fähigkeiten, ein wichtiger Motivator für seine Truppe und wegen seiner Notwendigkeit für den Verlauf des Spiels das wertvollste Gut des Strategen.
    Meist ist Artos" Ableben die einzige Bedingung für das Verlieren einer Mission, denn der charismatische Führer kann jederzeit freie Dörfer dazu überreden, ihm zu folgen. Ein einziger Bauer ist in einer typischen Mission das einzig notwendige Grundgerüst für den wirtschaftlichen und militärischen Erfolg. Zunächst einmal baut oder übernimmt man ein Dorfzentrum und schickt Bauern auf die Felder und in die Wälder. Mit den beiden Ressourcen Nahrung und Holz können bereits ganze Volkswirtschaften funktionieren, Armeen aufgebaut und erfolgreich Kriege geführt werden. Wer spezialisierte Gebäude wünscht, muss vorher durch Erzabbau oder Handel das dazu notwendige Gold verdienen.
    Ein typischer Einsatz läuft nach klassischem Muster ab: Ressourcen sammeln, Militärgebäude bauen, Armee zusammenstellen und anschließend den Gegner vernichten. Bei Warrior Kings gibt es allerdings satte 80 Variationen dieses Prinzips, von denen jeweils mehrere zu insgesamt 22 Missionen kombiniert wurden. So müssen bereits in einer der ersten Missionen etliche Dörfer durch Nahrungsspenden und Ungeheuervernichtung zum Überlaufen überredet werden, einen fernen Verwandten soll man auf der riesigen Karte finden, während kriegerische Stämme ihre Ländereien eifersüchtig verteidigen. Schließlich gibt es auch noch einen Oberbösewicht, den man letztendlich besiegen soll - aber nicht muss.
    Die Missionen sind streng skriptbasiert: Hat der Spieler eine Aufgabe erledigt, ein bestimmtes Haus gebaut oder eine Region betreten, wird der nächste Programmpunkt abgearbeitet. Dies kann eine weitere Aufgabe sein, die als Videosequenz vorgetragen wird, dies kann aber auch der unvermittelte Angriff einer Monsterhorde sein. Der Vorteil dieses Systems ist, dass damit auf sehr angenehme Weise eine epische Geschichte erzählt werden kann und die Missionen sehr abwechslungsreich und spannend gestaltet sind. Der Nachteil: Baut man zu Beginn alle verfügbaren Gebäude und bewegt man seine Truppen so wenig wie möglich, kann man ungestört ein riesiges Heer aufbauen und die Mission anschließend in wenigen Minuten erfüllen. Außerdem verfügen die Gegner von Anfang an über weit entwickelte Städte und Armeen, sie sind bestens auf der Karte positioniert und müssen nur für die Verstärkung ihrer Truppen sorgen.
    Dennoch hat man in Warrior Kings erfreulich viele Freiheiten. In einigen Missionen hängt der Fortgang der Geschichte davon ab, welche Fraktion man angreift oder ob man einem Gegner die Flucht ermöglicht. Verhält man sich ritterlich, stehen in den folgenden Missionen keine heidnischen Gebäude mehr im Baumenü; Kreuzritter und Erzengel werden die stärksten Kampfeinheiten. Das andere Extrem ist das Heidentum, das mit garstigen Monstern in die Schlachten zieht. Die Renaissance hingegen setzt auf Maschinen und ist teilweise mit Christentum und Heidentum vereinbar.
    Die insgesamt fünf verschiedenen Technologiebäume bieten jeweils ein anderes Spielgefühl und machen unterschiedlichste Taktiken notwendig. Als Vertreter der Renaissance muss man derart viel Zeit und Ressourcen in seine Einheiten investieren, so dass man einen Verlust und schwer verkraftet und seine Einheiten daher im Trainingslager Erfahrungen sammeln lässt. Als eingefleischter Heide beschwört man statt dessen seine preiswerten Monster und schickt diese in großen Mengen in die Schlacht - bei den geringen "Kaufpreisen" lohnt sich ein langes Training meist nicht. Die Nutzung einer solchen Spezialisierung lohnt sich allerdings erst in den letzten Missionen. Am Anfang kommt man wunderbar mit einigen Bauernhöfen und einer Kaserne aus, erst spät im Spiel wird man die bis zu 27 Gebäudetypen bauen, die man für den Bau der insgesamt 94 Einheitentypen benötigt.
    Deren Bau macht Warrior Kings leider unnötig schwer. Um eine Einheit zu bauen, klickt man sich nicht durch ein stets vorhandenes Baumenü, sondern man muss das entsprechende Gebäude oder den entsprechenden Priester finden, um dort das Gewünschte in Auftrag zu geben. Da man dazu den gerade aktuellen Schauplatz verlassen muss, geht schnell die Übersicht und so manche Schlacht sinnlos verloren. Auch die Grafik macht keinen ausgereiften Eindruck. Die Einheiten sind zwar selbst von Nahem nett anzusehen, sind aber mehrere von ihnen auf dem Bildschirm, bleibt nur noch ein Pixelbrei. Der Grund liegt in dem Verzicht auf die gewöhnliche Texturfilterung, der auch den Boden zu einem unansehnlichen Schachbrett macht.

    Warrior Kings (PC)

    Spielspaß
    69 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Warrior Kings
    Warrior Kings
    Developer
    Black Cactus Games Ltd. (UK)
    Release
    18.03.2002
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43530
Warrior Kings
Echtzeit-Strategie episch erzählt
http://www.pcgames.de/Warrior-Kings-Spiel-41866/Tests/Echtzeit-Strategie-episch-erzaehlt-43530/
19.04.2002
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2002/04/aufmacher.jpg
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