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Warren Spector

Warren Spector: Der Geschichtenerzähler unter den Entwicklern

25.07.2008 10:10 Uhr
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Wenn Warren Spector eine Geschichte erzählt, dann hören wir aufmerksam zu. Wir wissen um die Spannung, die Leidenschaft, die Liebe zum Detail in seinen Erzählungen. Mit System Shock und Deus Ex hat er genau das bewiesen. Mindestens ebenso bemerkenswert ist die Geschichte seines Lebens: Warren Spector, vom Brettspieler zum Starentwickler.

Spector ging noch mit 28 Jahren zur Universität. 1983 hatte er bereits zwei akademische Abschlüsse in Kommunikationswissenschaften (Northwestern University, Illinois), sowie Radio-, TV- und Filmmedien (University of Texas, Austin). In Letzterem wollte er einen Doktor-Titel erwerben, deshalb unterrichtete er einen Kurs junger Studenten. Aus "mehreren, recht uninteressanten Gründen", so Spector, entzog man ihm die Klasse.

Glück im Unglück

"Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie ich meine Miete zahlen sollte, während ich meinen Abschluss machte". Spector hatte Glück im Unglück, denn der Zufall rettete ihn aus seiner misslichen Lage: Einer seiner Kommilitonen ergatterte einen Job bei Steve Jackson Games, einem Hersteller von Pen-&-Paper-Rollenspielen. Die Firma war noch auf der Suche nach einer helfenden Hand. "Mein Kumpel wusste, dass ich in meiner Freizeit verrückt nach Spielen war, also fragte er mich, ob ich den Job haben wolle. Ich habe mich förmlich darauf gestürzt!"

Nachdem er an einigen Projekten mitgewirkt hatte, entwickelte er sein erstes eigenes Spiel (zusammen mit besagtem Highschool-Freund und Studienkommilitonen, Greg Costikya): Toon, eine Parodie auf die populären Fantasy-Pen-&-Paper-Rollenspiele der damaligen Zeit. Genretypisch bedarf es dieser Spielgattung einer erdachten Geschichte, mehr noch, einem erdachten Universum. Warren Spector erschuf dieses Universum, eine Welt voller Cartoon-Helden, inspiriert von Bugs Bunny, Daffy Duck und Co.

Auch das Regelwerk war ulkig: An zwei grundlegende Ratschläge sollte sich der Spieler halten, "Vergesse alles, was du weißt" und "Erst handeln, dann denken". Schummeln war ebenfalls erlaubt, wenn lustig. Eine Hommage an die Cartoon-Welt, in der die Realität (also das Regelwerk) zu Gunsten des Spaßes oftmals auf den Kopf gestellt wird.

Neu-Orientierung

Kurze Zeit später, 1987, wechselte Spector zu einem anderen Hersteller von Pen-&-Paper-Rollenspielen: TSR, Tactical Studies Rules. Er arbeitete unter anderem an Advanced Dungeons & Dragons und Marvel Superheroes, zwei nach wie vor beliebten Regelwerken. Allerdings schien die Welt der Tisch-Rollenspiele ihn nicht sonderlich zu fesseln: "Irgendwann stellte ich fest, dass ich in einem Metier arbeite, das seinen Zenit bereits erreicht hatte, sowohl in kommerzieller, als auch in kreativer Hinsicht."

Es war erneut der Zufall, der ihm auf die Sprünge half. Denis Loubet, ein ehemaliger Designer bei Steve Jackson Games, schaffte den Sprung zu Origin Systems, dem Entwicklerstudio von Richard Garriott. "Denis teilte mir mit, dass Origin noch auf der Suche nach einem Produktionsleiter war. Ich stellte mich vor und bekam den Job."

Was dann geschah, hat Videospielgeschichte geschrieben: Mit Richard Garriott arbeitete Spector an Ultima 6, mit Chris Roberts an Wing Commander 1. "Ich habe so viele Infos aufgesogen, wie nur irgendwie möglich. [...] Das war eine Ausbildung vom Feinsten", so Spector, der bis zu diesem Zeitpunkt nur wenig mit Computern und Programmierung am Hut hatte.

Moderation
25.07.2008 10:10 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
27.07.2008 00:17 Uhr
Endlich mal wieder ein interessanter, gut recherchierter und geschriebener Artikel. Eine wahre Wohltat nach all den dümmlichen Bildergallerien und PCA-Offtopic-News in letzter Zeit. Bitte mehr davon. 

SSA
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
26.07.2008 23:24 Uhr
Zitat: (Original von PeterHantsche am 25.07.2008 11:06)
Deus Ex war ist und bleibt eines der genialsten Games aller Zeiten. Ein Remake in UT3-Engine würde ich sofort kaufen ^^°

Das wäre wirklich der absolute Hammer! Leider wird das aber ganz sicher nur ein Traum bleiben.
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
25.07.2008 21:05 Uhr
nett geschrieben ist der artikel wirklich  er ist sehr nett für warren spector geschrieben, würde sogar sagen "verklärend" 
der text zeigt es auf den zweiten blick eigentlich recht gut ,er ist ein mann, der mit vielen sehr bekannten und sehr geschätzten spielen in verbindung gebracht wird,…