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  • Warhammer 40k: Space Marine - Blockbuster-Entertainment oder Rohrkrepierer? - Leser-Test von RevTerasis

    Ist das vollmundig angekündigte Action Spiel seinen Preis wert, oder entpuppt es sich als Ladehemmung in dem von den Space Marines so vollmundig gepriesenen "großen Waffen"?

    Erinnert sich jemand? Es muss Anfang bis Mitte der 90er-Jahre gewesen sein, als ein Brettspiel von MB namens "Star Quest" auf den deutschen Markt kam. Es war ein Taktikspiel in einer düsteren Zukunft, große Kerle in schweren Rüstungen stapften durch Raumschiffe und vernichteten… Entschuldigung , neutralisierten (natürlich nicht tödlich) Außerirdische. Es erinnerte immer an eine Mischung aus Rollenspiel und Tabletop, hatte Missionen und klar definierte Regeln und Würfelangriffe.

    Erst viel später lernten viele Star Quest-Spieler, dass es sich bei den Figuren um Space Marines handelte und die Geschichte nicht ganz so unblutig von statten ging wie es das Handbuch des für Jugendliche ab 12 Jahren zugeschnittene Spiel es uns weiß machen wollte. Für viele war es die erste Berührung mit Warhammer 40k, dem Sci-Fi-Epos im 41.000 Jahrhundert.

    Warhammer 40k: Space Marine - Blockbuster-Entertainment oder Rohrkrepierer? - Leser-Test von RevTerasis Quelle: PC Games Was ist Warhammer 40k?

    Man nehme klassische Fantasy mit Rittern, Orks und Zauberern drehe das ganze Spiel e ein paar Jahrtausende in die Zukunft, mache das ganze schön düster und vor allem groß und gotisch angehaucht und heraus kommt: Aus Rittern werden "Space Marines", aus Zauberern "Psioniker" und aus Orks… na ja… Orks… mit Maschinengewehren und Raketenwerfern.

    Warhammer 40k ist in seinem Ursprung ein Table Top-Strategiespiel. Das bedeutet man kauft Minaturen und spielt nach festen Regeln mit Maßband und Würfeln durchaus knifflige Schlachten. Geeignet ist jede Unterlage, sei es Küchentisch, Fußboden oder ein selbstgebasteltes Schlachtfeld.
    Apropos basteln: Diejenigen die es satt haben, eine "langweilige" Modelleisenbahn zuhause zu im Keller zu haben, bemalen ganze Armeen an Miniaturen, Panzern und sonstigem Kriegs Material. Es ist ein durchaus ernsthaftes, wenn auch als "nerdig" verschrienes Hobby, das aber durchaus eine breite Fangemeinde aufweist.

    In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Universum in Form von Romanen, Rollenspielregelwerken und sogar Filmen weiter, unter anderem gab es seit den frühen Tagen des "Spielens mit dem PC" etliche Titel welche die Lizenz nutzten. In der jüngsten Vergangenheit waren es vor allem "Dawn of War" und "Dawn of War II" von Relic Entertainment, die einen breiteren Bekanntheitsgrad erreichten und nicht nur eingefleischte Warhammer-Fans zu krachenden Netzwerkschlachten an den PC brachten.

    Seit kurzer Zeit ist ein weiterer Titel erhältlich: "Warhammer 40k: Space Marine" ist ein Actionspiel aus dem Hause Relic, das vorab damit warb, "Blockbuster Entertainment" zu bieten. Dieser Lesertest soll dies beleuchten und zeigen ob Warhammer 40k diese vollmundige Versprechung erfüllt.

    Warhammer 40k: Space Marine - Blockbuster-Entertainment oder Rohrkrepierer? - Leser-Test von RevTerasis Quelle: PC Games Die Geschichte

    Space Marine beginnt stimmungsvoll mit einem Alarm auf der Schmiedewelt Graia, die Orks fallen dort ein. Space Orks in Warhammer 40k zeichnen sich vor allem durch eins aus: Brutalität und Masse, und so schickt das Imperium der Menschen die Space Marines vom Orden der Ultramarines zur Rettung der Situation. Space Marines sind genetisch gezüchtete Supersoldaten mit einem "Krieger Mönch"-ähnlichem Verhaltenscodex (wer sie mit einem "Paladin" vergleicht, liegt da gar nicht mal so verkehrt…). Der Spieler ist der Anführer der Ultramarines, die nach Graia geschickt werden, sein Name: Captain Titus. Nach einer "holprigen Landung" nimmt er zusammen mit seinen beiden Waffen-Brüdern Leandros und Sidonis den Kampf gegen die grüne Horde auf und wird in eine unkomplizierte, aber spannend und stilistisch hervorragend erzählte Story gezogen.

    Die Inszenierung

    Space Marine setzt vor allem auf drei Elemente: Schlachtenlärm, Krieg und Blut. Mit wenigen Klicks ist der Spieler in der Lage, sich durch Gegnerhorden zu pflügen und hektoliterweise rote "Sauce" quer über die Pixellandschaft zu verstreuen. Wenn das Spiel ankündigt: "Orks! Eine ganze Horde!", so besteht die Horde nicht aus fünf Grünlingen, sondern locker aus 30-40 davon. Zielt man mit seinem "Bolter" (einer Art Maschinenpistole mit Miniraketen) hinein, merkt man schnell, dass viel Munition gegen viele "Waaagh" schreiende Fieslinge nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein wird. Unterbrochen werden die einzelnen Spielabschnitte von hervorragend geschnittenen Zwischensequenzen und kleinen Ereignissen im Spiel, die dem Warhammer-Fan das Herz höher schlagen lassen.

    Beispiel gefällig? Kurz nach unserer Ankunft auf Graia treffen wir auf die um das Überleben kämpfenden Truppen der imperialen Armee. Als wir um die Ecke biegen und der Orkübermacht in die Flanke fallen, jubeln uns die Soldaten zu: "Seht nur die Adeptus Astartes [die Fachbezeichnung eines Space Marines im Imperium[ sind hier, haltet die Stellung!"

    Eine Szene sorgt besonders für Gänsehaut: Während wir (bei im Hintergrund laufender theatralischer Musik) an auf provisorischen Lagern gebetteten Soldaten vorbeigehen, sitzt einer von ihnen in der Ecke, dreht den Kopf zu uns und sagt: "Kurz vor meinem Tod habe ich die Ehre, einen Space Marine sehen zu dürfen." Danach verfällt der Soldat apathisch wippend über seiner Waffe in ein Gebet an den Imperator (den die Menschen der Zukunft als Gott verehren).

    Space Marine nimmt sich zwischen den üppigen Schlachten immer wieder Momente wie diese, um die bedrückende Stimmung auf Graia auszubauen, aufmerksame Beobachter können Tonbandaufzeichnungen finden, die vom Beginn der Invasion berichten und für zusätzliche Stimmung sorgen.

    Im Laufe des Spieles wird die Lage immer bedrückender, und schnell wird auch den Space Marines klar, dass Verzweiflungstaten notwendig werden, die im krassen Gegensatz zu ihrem Codex stehen.
    Dass sie ihr Bauchgefühl nicht enttäuscht… nun, sagen wir einfach, sie liegen damit nicht so ganz falsch.

    Die deutsche Synchronisation enttäuscht durch Fehlen jeglicher schauspielerischer Mühe der Synchronsprecher, die englische Variante ist bedeutend besser, jedoch sollte man auf den britischen Akzent der imperialen Truppen gefasst sein.

    Warhammer 40k: Space Marine - Blockbuster-Entertainment oder Rohrkrepierer? - Leser-Test von RevTerasis Quelle: PC Games Das Gameplay

    Das Spiel selbst ist wohlwollend gesagt als "rudimentär" zu bezeichnen. Im Verlauf des Spiels finden sich immer bessere Schießprügel und Nahkampfwaffen (was vielleicht unbeabsichtigt das eine oder andere nostalgische Schmunzeln hervorrufen dürfte…). Geschossen wird über die Schulter unseres Space Marines mit der linken Maustaste, die Nahkampfwaffen fliegen mit der rechten Maustaste in der Gegend herum.

    Die Anzahl an Gegnertypen gestaltet sich übersichtlich, es gilt die Regel: Je größer der Ork, desto stärker haut er zu und umso schwerer ist er zu besiegen. Das Spiel zwingt den Spieler in den Nahkampf, denn das ist die einzige Möglichkeit ,seinen Lebensbalken wieder aufzufüllen. Der Feind wird erst betäubt und dann spektakulär und blutig brutal "hingerichtet". Dies ist auch das einzige, was etwas Fingerspitzengefühl erfordert, da Titus auch während der Animation des Finishing Moves weiter Schaden nimmt.

    Tötet man einen Feind, füllt sich eine Wutanzeige im linken unteren Bildschirmrand. Ist diese voll, so versetzt man den Space Marine per Tastendruck in einen Wildheitsmodus, in dem er im Nahkampf mehr Schaden austeilt und beim Zoomen mit der Waffe in einen Zeitlupenmodus wechselt. Zudem stellt dieser Modus allmählich unsere Gesundheit wieder her und kann im richtigen Moment aktiviert das virtuelle Leben retten.

    Die schiere Masse an Gegnern kann, wenn man unachtsam ist, dem Space Marine das imperiale Lichtlein ausblasen, vor allem "Sqiggs" (mit Dynamit bestückte Kamikazehaustiere der Orks) können in den der grünen Flut leicht übersehen werden. 40k bringt aber auch noch eine zweite Fraktion an Gegenspielern auf den Plan, die Chaos Space Marines, wie und warum sie auf Graia sind, lasse ich aber mal an dieser Stelle offen. Die Steuerung mit Maus und Tastatur geht aber flüssig von der Hand, die benötigten Kombos hat man sich recht schnell angeeignet.

    Die Grafik

    Space Marine ist ein Cross-Plattform-Titel, Leveldesign und Umgebungsgrafik machen dies überdeutlich. Dennoch sieht Space Marine für den Zweck, den das Spiel erfüllen soll, stimmig und passend aus und bietet sogar lebendigere Gesichter als z.B. Deus Ex: Human Revolution. Trotz matschiger Texturen zaubert Space Marine ein passendes Szenario für eine von Millionen von Orks überrannten Welt. Alle Figuren sind überzeugend beleuchtet, so dass ab und an ein verträumter Blick auf die Rüstung des Captains fällt. Es gibt deutlich hübschere Spiele, aber für das Szenario passt es und von der Detailverliebtheit so mancher Türen können sich andere Spiele eine große Scheibe abschneiden.

    Multiplayer

    Dem Multiplayer wurde noch nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, der Grund folgt im nächsten Abschnitt.

    Warhammer 40k: Space Marine - Blockbuster-Entertainment oder Rohrkrepierer? - Leser-Test von RevTerasis Quelle: PC Games Das Negative

    Bei allen Lobeshymnen gibt es aber auch einige unschöne Designmacken. Einige Level-Abschnitte bieten langgezogene Laufereien zu einem Raum, in dem man sich anschließend fünf Minuten lang seiner Haut gegen Gegnermmassen erwehren muss, nur um anschließend den Weg wieder zurückzulaufen, ohne dass es viel zu tun gibt. Zwar laufen im Hintergrund immer wieder Orks herum, aber es passiert trotzdem nicht wirklich etwas.

    Zudem bieten gerade diese Passagen oft Munitionskisten, die in anderen Teilen des Spiels fehlen, gerade in der Mitte des Spieles lassen sich einige Gegner (auch hier kein Spoiler) nur mit Fernwaffen bekämpfen und da stört ein leergeschossener Bolter erheblich, vor allem wenn man zuvor 10 Minuten lang ständig an Munition vorbeigelaufen ist.

    Die Gegnertypen sind austauschbar, da es von jeder "Orkgröße" genau einen Typ gibt. Das macht es einerseits einfach, sich die entsprechende benötigte Betäubungskombo zu merken, andererseits hat man die Orks bald satt und ist regelrecht froh, die Chaos Space Marines zu sehen.

    Der größte Störfaktor liegt aber nicht in der Singleplayer Kampagne, sondern im Multiplayer. Derzeit ist das Matchmaking-System angeknackst, so dass man öfters die Verbindung zum Server verliert, zudem hat Relic etwas eingebaut, dass sich nur schwer nachvollziehen lässt: Einen permanent aktivierten Voicechat. Dieser lässt sich nicht in den Optionen deaktivieren! Für Leute, die nicht wissen, dass man die anderen Spieler in der Lobby und Teamansicht muten kann, kann es zum echten Stimmungskiller werden.

    So wird man leicht Zeuge von Skype und Teamspeak-Gesprächen, laut dröhnenden Boxen und Beschimpfungen, die man normalerweise nur von sich gibt, wenn man sich ungestört fühlt. In der Teamübersicht sowie in der Lobby lassen sich Spieler mit Rechtsklick auf den Lautsprecher neben ihrem Namen muten, ABER:

    - Sobald man einem anderen Spiel, beitritt muss man das erneut tun
    - Wenn jemand nicht spricht, wird der Lautsprecher nicht anzeigt.

    Das Fehlen einer permanenten Option den Sprachchat abzuschalten ist sehr störend. Wer nicht möchte, dass man unabsichtlich belauscht wird sollte:

    - Das Mikrofon abstellen (sofern am Headset möglich)
    - Die Sprachfunktion von Steam auf "Push to Talk" umstellen und das möglichst auf einer Taste, die man recht selten drückt.

    Fazit:

    Warhammer 40k: Space Marine ist bodenständige Unterhaltung. Es ist nicht das erhoffte Blockbuster-Megafeuerwerk, sondern einfach nur ein gelungener und spannender Ausflug in die düstere Zukunft, in der es "nur Krieg" gibt. Die Atmosphäre der Lizenz wird passend eingefangen, mir sind mit meinem "Halbwissen" keine nennenswerten Lore-Brüche aufgefallen. Kampfsystem und Steuerung sind einfach gehalten und keinesfalls übermäßig anspruchsvoll. Jeder, der hier eine Vielfalt an Möglichkeiten wie in Darksiders oder God of War erwartet, wird definitiv enttäuscht. Freunde von Warhammer 40k können bedenkenlos zugreifen, ebenso sind Actionpuristen herzlich eingeladen dem Spiel eine Chance zu geben. Allen anderen rate ich, die Demoversion auf Steam zu testen oder zu warten, bis das Spiel in einem Steamdeal / der Grabbelkiste des Händlers Eures Vertrauens zu erhalten ist. Lediglich der katastrophale Voicechat im Multiplayer stört das Gesamtbild.

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    Space Marine: PC-Testvideo zum Warhammer 40k-Shooter
    Spielecover zu Warhammer 40.000: Space Marine
    Warhammer 40.000: Space Marine
  • Warhammer 40.000: Space Marine
    Warhammer 40.000: Space Marine
    Publisher
    THQ
    Developer
    Relic Entertainment
    Release
    01.01.2012
    Es gibt 6 Kommentare zum Artikel
    Von Xorydol
    Der Test war einfach TOP meiner Meinung nach, man merkt, dass du dich im 40k universum auskennst(vll. sogar das…
    Von Egersdorfer
    Ja, absolut.Das lustige war, dass Sachen wie Flammenwerfer zensiert wurden und "Black Hole Blaster" etc hießen, also…
    Von HMCpretender
    Star Quest rockt!

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    • Es gibt 6 Kommentare zum Artikel

      • Von Xorydol Erfahrener Benutzer
        Der Test war einfach TOP meiner Meinung nach, man merkt, dass du dich im 40k universum auskennst(vll. sogar das Tabletop spielst?) und somit ist dein Artikel für einen 40k-Fan viel leichter zu lesen als der "offizielle" Test
      • Von Egersdorfer Erfahrener Benutzer
        Zitat
        Erinnert sich jemand? Es muss Anfang bis Mitte der 90er-Jahre gewesen sein, als ein Brettspiel von MB namens "Star Quest" auf den deutschen Markt kam. Es war ein Taktikspiel in einer düsteren Zukunft, große Kerle in schweren Rüstungen stapften durch Raumschiffe und vernichteten……
      • Von HMCpretender Erfahrener Benutzer
        Star Quest rockt!
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Warhammer 40.000: Space Marine
Warhammer 40k: Space Marine - Blockbuster-Entertainment oder Rohrkrepierer? - Leser-Test von RevTerasis
Ist das vollmundig angekündigte Action Spiel seinen Preis wert, oder entpuppt es sich als Ladehemmung in dem von den Space Marines so vollmundig gepriesenen "großen Waffen"?
http://www.pcgames.de/Warhammer-40000-Space-Marine-Spiel-44124/Lesertests/Warhammer-40k-Space-Marine-Blockbuster-Entertainment-oder-Rohrkrepierer-Leser-Test-von-RevTerasis-843755/
09.09.2011
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2011/09/Warhammer_40K_Space_Marine_05.jpg
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