Das Ende der Revolution?
POSTKARTEN-IDYLL Die 3D-Engine ermöglicht die Darstellung wunderschöner Landschaften.
Dass Spiele sich im Laufe ihrer Entwicklungszeit verändern können, ist bekannt. Was der amerikanische Hersteller Blizzard aber kürzlich über sein großes WarCraft 3-Projekt verlauten ließ, ist bemerkenswert: Vom auf der letztjährigen Computerspielemesse ECTS noch vollmundig als "revolutionär" angepriesenen Konzept scheint nicht mehr viel übrig zu sein.
Mehr Strategie, weniger Rollenspiel - letzten Meldungen zufolge scheint sich WarCraft 3 konzeptionell nun doch in deutlich vertrauteren Genre-Gewässern zu bewegen, als eigentlich beabsichtigt war. Der Grund hierfür sind einige Änderungen, die das Spielprinzip extrem beeinflussen werden.
Am auffälligsten ist zunächst der Wechsel der Perspektive. Ursprünglich war geplant, dass die Kamera permanent einem Ihrer Helden folgt und Sie ausschließlich in dessen eingeschränktem Sichtfeld agieren können. Mittlerweile ist Blizzard zu einer isometrischen Perspektive übergegangen, die Ihnen einen größeren Ausschnitt der Karte präsentiert und damit Ihre Handlungsmöglichkeiten enorm ausdehnt. Zusätzlich werden Sie in der Landschaft herumscrollen können - die enge Bindung an einen Ihrer Hauptcharaktere fällt somit weg. Überhaupt wird die Bedeutung der Helden herabgesetzt: Gruppen von Kriegern können Sie nun auch in die Schlacht führen, ohne sie vorher einer Leitfigur unterstellt zu haben. Insgesamt legt Blizzard großen Wert darauf, zu betonen, dass es sich bei WarCraft 3 in erster Linie um ein Strategiespiel handelt - viele ursprünglich eingeplante Rollenspielelemente fallen heraus, taktische Komponenten werden dagegen ausgebaut. Dem Abbau von Ressourcen (vermutlich wird hier Gold als Rohstoff die wichtigste Rolle spielen) fällt beispielsweise nun eine weitaus größere Bedeutung zu; Gebäude können wie in StarCraft errichtet und später durch schrittweise Erforschung eines Technologiebaumes aufgewertet werden. Dass es sich bei WarCraft 3 um ein qualitativ herausragendes Spiel handeln wird, steht nach Einschätzung von PC Games weiterhin außer Frage - ob man allerdings nach den aufgeführten Änderungen tatsächlich noch von einem Meilenstein oder gar einer Revolution des Genres sprechen kann, bleibt abzuwarten.

