Virtua Tennis 3
Lizenzierte Spieler, wunderschöne Grafik und ein guter Name. Aber reicht das, um zu überzeugen?
Wenn Sie das erste Mal den World Tour Mode betreten, basteln Sie einen Charakter zusammen, der auf Platz 300 der Weltrangliste startet. Die Charaktererstellung orientiert sich an vorgegebenen Standards: Sie wählen Frisur, Statur und Kleidung für den angehenden Tennisstar und verpassen ihm ein individuelles Aussehen. Ist Ihr Mann respektive Ihre Frau bereit fürs Training, geht es auf den Globus, der das Menü darstellt.
Spieler wie Rafael Nadal sind im Unterschied zum Publikum detailliert dargestellt.
Dort bestimmen Sie Ihren Heimatort und schon beginnen die Leibesübungen. Zwischendurch lädt man Sie zu Turnieren ein. Dabei gilt es, auf die Fitness zu achten, denn Ihr Schützling ist nur dann topfit, wenn er zwischendurch daheim ausspannen kann oder Sie ihm mal drei Wochen Urlaub gönnen. Mit jeder Trainingseinheit, mit jedem Match steigt der angehende Profi eine Stufe auf und erlernt dabei die Beinarbeit sowie Vor- und Rückhandtechniken.
Je besser er wird, desto größer ist die Chance auf den Sieg. Dieser ist jedoch generell nicht schwer zu erreichen, denn die KI agiert zwar solide, ist aber keine beinharte Herausforderung.
Es fehlt an großen Neuerungen und die paar kleinen erschöpfen sich fast ausschließlich in der aufpolierten Grafik, die sich allerdings sehen lassen kann. Sie erkennen jedes Tennis-Ass, sei es Andy Roddick oder Maria Sharapova, sofort am Aussehen. Die teils frischen, teils bekannten Minispiele lockern auf.
Nach einem gelungenen Punkt freuen sich die Tennisstars in diversen Animationen. Hier: Lleyton Hewitt.
So versuchen Sie sich mit überdimensionalen Tennisbällen im Kegeln oder Curling, während es in anderen Trainingseinheiten eher um Präzision geht. Da empfiehlt sich ein Gamepad, denn die Tastatursteuerung ist zu ungenau. Auch das Gameplay ist nicht perfekt. Fast jeder Mensch hat den Wunsch zu fliegen, bei den Akteuren in Virtua Tennis 3 ist es jedoch schon eine Manie.
Sie lassen keine Chance aus, sich in den roten Sand zu werfen, um an einen Ball zu gelangen, selbst wenn der locker aus dem Stand zu erreichen ist. Dadurch hat der Gegner die Chance, per Schmetterball das Match für sich zu entscheiden.
Der Einzelspielermodus macht eine Weile Spaß, nach spätestens zehn Stunden kommt jedoch Langeweile auf.

