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  • Until Dawn angespielt: Interaktiver Horrorfilm, aber ohne Heavy Rain-Qualität

    Until Dawn angespielt: Supermassive Games will Teen-Horror der Neunziger Jahre in Spielform auf den Markt bringen. Ursprünglich für die PS3 angekündigt, erlebt das Gruselspiel auf der PlayStation 4 ein Comeback. Wir durften auf einem Sony-Event die ersten zwei Stunden erleben. Soviel vorweg: Die Klasse von genreverwandten Spielen wie Heavy Rain und Beyond: Two Souls wird der spielbare Teenager-Albtraum höchstwahrscheinlich nicht erreichen.

    Zum Einstieg, ein kleiner Test: Schließt die Augen und ruft die Erinnerungen an eure Jugendzeit ab. Wenn ihr vor Auge habt, wie ihr im Pubertätsalter (heimlich) vor dem TV-Gerät sitzt und euch dabei zu Filmen wie Final Destination, Halloween oder Texas Chainsaw Massacre gruselt, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Denn das PS4-exklusive Until Dawn ist nicht mehr als eine spielgewordene Reinkarnation des in Neunziger Jahren boomenden Teen-Horror-Genres. Das hierzulande recht unbekannte Studio Supermassive Games bedient sich so ziemlich allen Klischees, wie wir bei unserer Anspielpartie in München festgestellt haben. Anstatt uns eine sorgsam ausgewählte Szene zu präsentieren, ließ uns Sony die kompletten ersten zwei Stunden des Horrorspiels erleben. Und das ist bei einem so Story-lastigen Titel wie Until Dawn, wo getroffene Entscheidungen zum Teil erst spät in Konsequenzen münden, für eine Einschätzung nicht von Vorteil. Aber von Anfang an.

    Viele Stereotypen, null Sympathieträger

    Josh lädt seine Schulfreunde auf ein Wochenende in einer abgelegenen Berghütte ein. Auf dem Weg dorthin lernen wir nicht nur die Steuerung kennen, sondern nach und nach auch die einzelnen Charaktere, die sich hinsichtlich ihrer Wesenszüge voneinander unterscheiden. Tiefgründige Persönlichkeiten darf man nicht erwarten, sämtliche Figuren sind schablonenhaft angelegt. Hauptprotagonistin Sam (gespielt von Hayden Panettiere), mit der das Horror-Abenteuer beginnt, mimt die hübsche und scheinbar mutige junge Frau. Chris gibt den Spaßvogel mit Beschützerinstinkt, Jess das naive Blondchen. Emily verkörpert die smarte Asiatin, ihr neuer Freund Matt den überambitionierten Sportfreak. Ashley ist die Ängstliche im Bunde, die irgendwie zu ahnen scheint, dass auf der Berghütte bald der Albtraum losbricht. Josh und Mike wollen eigentlich nur Mädels in die Kiste bekommen, worauf sich jedoch eigentlich nur Mike aufgrund seines athletischen Körperbaus echte Chancen ausrechnen darf.

    Die Clique: Zwischen den Freunden herrschen Spannungen, die man gezielt verschärfen kann. Die Clique: Zwischen den Freunden herrschen Spannungen, die man gezielt verschärfen kann. Quelle: PC Games / Sony Echte Sympathieträger sind nicht darunter, alle Charaktere haben Ecken und Kanten. Bestärkt wird dieser Eindruck von den teils dümlichen, aber gleichzeitig auch witzigen Dialogen. Wenn sich Emily und Jess wegen ihrer Leidenschaft für den Collegeboy Mike gegenseitig als billige Flittchen bezeichnen und ihre Argumente ("Wenigstens hab ich Verstand. Denk daran, wenn du mal wieder versuchst, dich in einem Job hochzuschlafen") lautstark auftragen, hat das anfangs durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Teilweise können wir in Until Dawn einzelne Charaktere gegeneinander ausspielen. In besagter Streitszene kann Matt seine Freundin Emily beispielsweise darin bestärken, mit Jess die Konfrontation zu suchen. An anderer Stelle beobachtet Ashley mit einem Fernglas, wie Mike mit Matts Freundin Emily rumknutscht. Wir entschieden uns, Matt selbst einen Blick auf die Turteltauben werfen zu lassen, worauf er in Rage gerät. Später entsteht eine Situation, in der man Mike zur Rede stellen kann. Welche Folgen solche Entscheidungen langfristig haben, können wir nach zwei Stunden Spielzeit aber nur erahnen.

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    Until Dawn: PS4-Trailer nennt Release-Termin für Horrorspiel
    Spielecover zu Until Dawn
    Until Dawn

    Entscheidungen mit Gewicht?

    Wie gruselig ist Until Dawn?
    Entwickler Supermassive Games arbeitet - passend zum Teen-Horror-Genre - größtenteils mit Jump Scares. Die sind für einen Schocker gut, als wirklich gruselig empfanden wir Until Dawn in den ersten Stunden trotzdem nicht. Dafür nutzen sich die Jump Scares zu schnell ab.
    Apropos Entscheidungen: Selbst vermeintlich trivale Handlungen im Spielverlauf können am Ende zu einer anderen Story-Auflösung führen. Das in Until Dawn nach dem Butterfly-Effekt benannte System zeichnet eure Entscheidungen an fest vorgebenen Stellen auf. In einer Szene kann Chris mit einem geladenen Gewehr ein vorbeilaufendes Eichhörnchen erschießen. Wir ließen das Tier am Leben, was das Spiel mit der kryptischen Botschaft "Die Natur verbleibt in Harmonie" quittierte. Alle Butterfly-relevanten Entscheidungen können übrigens auf Wunsch im Spielmenü beliebig oft eingesehen werden. Während der Demo fiel uns nicht weiter auf, dass das Verschonen des Eichhörnchens irgendwelche Auswirkungen auf die Handlung hatte.

    Ein Fragezeichen setzen müssen wir außerdem hinter die Psychotests. Zwischen einzelnen Kapiteln findet man sich im Büro von Dr. Hill (gespielt von Peter Stormare) wieder, der einen mit Fragen zu persönlichen Ängsten löchert. Hier ließen sich die Entwickler augenscheinlich von Silent Hill: Shattered Memories inspirieren. Anders als bei der Vorlage, wo Antworten direkt Einfluss auf das Aussehen und Verhalten einiger Spielcharaktere nehmen, scheinen sich die Testresultate deutlich subtiler auszuwirken. Da sämtliche Charaktere in Until Dawn unwiderruflich sterben können, gibt das Horrorspiel im Vorfeld eine Art Warnung ab. So stößt ihr auf Totems, die einem eine mögliche Zukunft verraten. Die sehr kurzen Sequenzen sagen einem beispielsweise den Tod einer Figur voraus. Welche Entscheidungen zum Ableben führen können, verrät Until Dawn zwar nicht. Allerdings wirkt dieses Spoiler-Feature auf uns eher spannungshemmend als hilfreich.

    Seichte Reaktionsspielchen bei zeitgemäßer Technik

    Quick Time Events wie auf dem Screenshot sind in Until Dawn Standard. In einigen Fällen können die Entscheidungen über Leben und Tod von Charakteren entscheiden. Quick Time Events wie auf dem Screenshot sind in Until Dawn Standard. In einigen Fällen können die Entscheidungen über Leben und Tod von Charakteren entscheiden. Quelle: PC Games / Sony Wer an Until Dawn mit der Erwartung herantritt, mehr "Spiel" als in Beyond: Two Souls zu erhalten, wird womöglich enttäuscht. In den ersten zwei Spielstunden beschränkte sich das Gameplay auf simple Reaktionsspielchen. Während Sam etwa über eine Mauer klettert, müssen wir unter Zeitdruck die richtigen Buttons betätigen. Auch während Dialogen muss man sich häufig schnell entscheiden und wählt mittels Analogstick zwischen zwei Optionen. Klassische Rätsel, wo Items miteinander kombiniert werden müssen, gibt es in Until Dawn offenbar nicht. Die Interaktion mit Objekten in der Spielwelt beschränkt sich meist auf das Anschauen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, waren die von uns gespielten Levelareale extrem linear. Der zeitliche Abstand zwischen Gameplay und einer Zwischensequenz liegt meist bei wenigen Minuten.

    Bitte lächeln: Die Mimik der Akteure in Until Dawn wirkt meist glaubhaft und lebensecht (auf dem Screenshot: Dr. Hill, gespielt von Peter Stormare). Bitte lächeln: Die Mimik der Akteure in Until Dawn wirkt meist glaubhaft und lebensecht (auf dem Screenshot: Dr. Hill, gespielt von Peter Stormare). Quelle: PC Games / Sony Immerhin ist die Präsentation größenteils gelungen, nicht zuletzt aufgrund der leistungsstarken Engine, die schon in Killzone: Shadow Fall zum Einsatz kam. Die Gesichtsanimationen wirken größtenteils lebensecht und die Level sind stimmungsvoll ausgeleuchtet. Allerdings haben wir vereinzelt Framedrops festgestellt, die insbesondere dann auftraten, wenn mehrere Charaktere gleichzeitig zu sehen waren. Gar nichts zu nörgeln haben wir an dem Soundtrack. Mit Jason Graves (Dead Space, Tomb Raider) konnte das Studio hinter Until Dawn aber auch einen Top-Komponisten gewinnen. Soundkulisse und Abmischung der Dialoge war unserem Eindruck nach ebenfalls einwandfrei. Until Dawn erscheint komplett vertont. In die deutsche Synchronisation hörten wir nur sehr kurz rein, daher verzichten wir an dieser Stelle auf ein Urteil. Der englische Originalton ist jedoch gelungen.

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Until Dawn
Zwei Stunden gespielt - Interaktiver Horrorfilm, aber ohne Heavy Rain-Qualität
Until Dawn angespielt: Supermassive Games will Teen-Horror der Neunziger Jahre in Spielform auf den Markt bringen. Ursprünglich für die PS3 angekündigt, erlebt das Gruselspiel auf der PlayStation 4 ein Comeback. Wir durften auf einem Sony-Event die ersten zwei Stunden erleben. Soviel vorweg: Die Klasse von genreverwandten Spielen wie Heavy Rain und Beyond: Two Souls wird der spielbare Teenager-Albtraum höchstwahrscheinlich nicht erreichen.
http://www.pcgames.de/Until-Dawn-Spiel-40692/Specials/Zwei-Stunden-gespielt-Interaktiver-Horrorfilm-aber-ohne-Heavy-Rain-Qualitaet-1164117/
13.07.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/07/untildawnaufmacher2-pc-games_b2teaser_169.jpg
until dawn,sony,horror
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