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  • Unravel im Test mit Video: Traumhaft schöner Puzzle-Plattformer mit Herz, Verstand und ganz viel Garn

    Ein kleines Wollgarnmännchen erobert unser Herz: Unravel begeistert im Test mit tollen Puzzles, viel Gefühl und traumhaft schöner Grafik. Für unser Review folgen wir dem roten Spielspaßfaden durch einen herrlich gestalteten Knobel-Plattformer. Bewegte Eindrücke bekommt ihr in unserem Review-Video zu Unravel.

    Unravel kommt von Herzen. Das behaupten nicht nur die Entwickler, das merkt man auch im Test. In diesem Puzzle-Plattformer stecken so viel Hingabe und Liebe, dass es schwer fällt, sich ihm zu entziehen. Das fängt schon bei dem knuffigen Helden an: Vorhang auf für Yarny, ein stummes Wollgarnfigürchen, das wir schon seit seiner viel umjubelten E3-Ankündigung von Unravel letztes Jahr ins Herz geschlossen hatten. Mit Yarny flitzen wir durch zwölf fantastisch gestaltete Levels, lösen dabei jede Menge physikbasierte Puzzles und müssen allerlei Gefahren überwinden. Ein so simpler wie hübscher Ansatz, der von dem schwedischen Entwicklerteam Coldwood klasse und mit großem Aufwand umgesetzt wurde. Im Unravel-Review mit Wertung und Video klären wir, ob mehr dahinter steckt als nur eine prächtige Fassade.

    Unravel im Test: Yarny entdeckt die Welt

          

    Von Anfang bis Ende verbreitet Unravel eine wunderbar melancholische Atmosphäre. Von Anfang bis Ende verbreitet Unravel eine wunderbar melancholische Atmosphäre. Quelle: PC Games Im schön gerenderten Intro von Unravel sehen wir eine alte Dame, sie ist glücklich, verbringt ihren Lebensabend in einem idyllischen Landhaus. Dort schwelgt sie in Erinnerungen, an ihr Leben, an ihre Familie - ein starkes Motiv, das sich wie ein melancholischer roter Faden (kein Zufall) durchs gesamte Spiel zieht. Die Frau steigt die Treppen hinauf, dabei kullert ein rotes Wollknäuel aus ihrem Korb - die Geburtsstunde von Yarny. Der hat nun - weshalb auch immer - die Aufgabe, zwölf Levels zu besuchen und dort die Erinnerungen der alten Frau nachzuerleben. Zu diesem Zweck steuern wir Yarny durchs Wohnzimmer, wo Fotos in Bilderrahmen herumstehen, die uns in die Levels führen, die allesamt schön unterschiedlich daherkommen und sämtliche Jahreszeiten beinhalten. Eben sind wir noch in einem idyllischen Herbstgarten unterwegs, stromern dann schon am Meeresstrand entlang, klettern durchs Gehölz eines Waldes, toben durch den Schnee oder kraxeln auf Bäume hinauf. Neben viel prachtvoller Natur sind wir in Unravel aber auch in weniger erfreulichen Gebieten unterwegs: Ein Friedhof, Eisenbahngleise, hässliche Maschinen, Schrottplätze und sogar eine Giftmülldeponie stehen ebenfalls auf dem Reiseplan.

    Unravel: Review-Video
    07:24
    Unravel im Video-Test: Traumhaft schöner Puzzle-Plattformer

    Unravel im Test: Nur nicht den roten Faden verlieren!

          

    Als lebendes Wollknäuel kann Yarny nicht nur rumlaufen und springen, sondern auch Fäden aus seinem Körper an rot markierten Punkten anknüpfen, die sich überall in der Spielwelt finden. Es sind unsere wichtigsten Interaktionsobjekte. Wenn Yarny beispielsweise ein Stück Faden zwischen zwei Punkten spannt, kann er es als Sprunghilfe verwenden. Außerdem kann Yarny so praktische kleine Brücken herstellen, über die sich dann schwere Objekte wie beispielsweise Steine, Schneebälle oder Dosen raufschieben lassen. Spätestens da wird klar: Auch wenn die Levels von Unravel eine wunderschöne 3D-Tiefenwirkung haben, ist das Gameplay klassisch zweidimensional - denn andernfalls ließe sich wohl kaum ein Stein an einem Stück Garn hinaufrollen.

    Mit jedem Schritt lässt Yarny einen roten Faden hinter sich zurück. Das ermöglicht für Unravel ein paar abgefahrene Spielideen! Zum Beispiel kann Yarny sich an sich selbst heraufziehen, indem er den hinterlassenen Faden einfach als Kletterseil benutzt. Außerdem kann er an allen roten Interaktionspunkten hin- und herschwingen, eine Fähigkeit, die wir besonders oft benutzen müssen - umso besser, dass sie mit etwas Übung gut von der Hand geht. Allerdings müssen wir stets aufpassen, dass Yarny nicht zuviel Faden verliert, sonst ist sein kleiner Körper irgendwann einfach aufgebraucht. Darum müssen wir regelmäßig kleine Spindeln voller Garn finden, an denen Yarny neue Fadenkraft tankt - nebenbei fungieren die Dinger auch gleich als praktische Checkpoints.
    Durchdachtes Gameplay: Yarny hinterlässt einen Faden, den er als praktisches Kletterseil nutzen kann. Durchdachtes Gameplay: Yarny hinterlässt einen Faden, den er als praktisches Kletterseil nutzen kann. Quelle: PC Games

    Unravel im Test: Ideenreiches Jump & Puzzle ohne Kämpfe

          

    Die Grundmechaniken von Unravel funktionieren und gehen mit etwas Übung ordentlich von der Hand - es ist keine perfekte Steuerung à la Ori and the Blind Forest, aber sie reagiert gut und präzise genug, damit echter Jump-and-Run-Spaß aufkommt. Allerdings ruhen sich die Entwickler nicht darauf aus, sondern haben Unravel mit abwechslungsreichen, physikbasierten Puzzles vollgestopft. Die meisten dieser Aufgaben dürften Knobel-Profis zwar kaum fordern, sind dafür aber stets clever und mit Liebe zum Detail ausgetüftelt. Da müssen wir Wippen mit Fäden fixieren, aus Äpfeln eine Brücke bauen, auf Eisschollen surfen, einem bösartigen Hamster den Tag verderben oder gefräßige Kakerlaken verscheuchen, indem wir eine Schreibtischlampe auf sie richten. Klassische Gegner gibt es allerdings nicht, und ein Kampfsystem hat hier auch nix verloren - in Unravel lösen wir Probleme stets mit Überlegung und Reaktionsvermögen, nie mit Gewalt.

    Die meisten Jump&Run-Sequenzen sind fair und auch nicht zu lang. Die meisten Jump&Run-Sequenzen sind fair und auch nicht zu lang. Quelle: PC Games Wenn wir nicht gerade knobeln, sind wir mit Rennen, Springen oder Klettern beschäftigt - Unravel ist nämlich auch ein waschechtes Jump 'n' Run, wesentlich mehr als beispielsweise das großartige Limbo, in dem eher der Knobelaspekt überwiegte. In Unravel sind dagegen ständig gutes Reaktionsvermögen und Geschick gefragt. Zwar müssen wir nur selten von einer Plattform zur nächsten springen, doch dafür warten andere Herausforderungen: Über rollende Fässer balancieren, von einem Ankerpunkt zum nächsten schwingen, einem Steinschlag ausweichen - wer hier nicht flott reagiert, beißt schnell ins Gras. Tatsächlich sind wir in Unravel ziemlich häufig gestorben, doch zumindest sind die Checkpoints so fair gesetzt, dass man keine nervigen Laufwege wiederholen muss - der Frust hält sich also in Grenzen. Nur selten beschlich uns das Gefühl, dass uns die Entwickler absichtlich ins offene Messer laufen lassen, um uns ein bisschen zu ärgern - da muss man sich dann einfach durchbeißen, bis die Stelle gemeistert ist.

    Gamepad empfohlen
    Die PC-Fassung von Unravel lässt sich zwar auch mit der Tastatur steuern (die Maus erfüllt hier keinen Zweck), doch wie bei praktisch jedem Jump 'n' Run raten wir auch bei Unravel deutlich zu einem ordentlichen Gamepad, z.B. dem Xbox-360-Pad. Nur mit Tastatur macht's schlichtweg weniger Spaß.
    Der Großteil der Unravel-Rätsel ist fair und nachvollziehbar. Nur selten blieben wir mal länger an einer Stelle länger hängen als uns lieb ist - was zum Teil an der Physik-Engine liegt, durch die manche Aktionen nicht immer so hinhauen wie geplant. Beispielsweise blieb mal ein beweglicher Gegenstand an einer Stelle hängen, obwohl er dort eigentlich problemlos vorbei gemusst hätten. Hier mussten wir das Objekt dann einfach ein Stück zurück- und wieder vorschieben, dann war das Problem gelöst. Solche kleineren Fehler können zwar auftreten, sind aber nicht die Regel. Und selbst wenn man sich mal in einen Engpass manövrieren sollte (was uns nie im Test passierte), kann man per Tastendruck schnell an den letzten Checkpoint zurückspringen - eine Sackgasse braucht also niemand befürchten.

    Unravel steckt voller hübscher Einfälle. Hier lassen wir uns von einem Fisch über einen Teich ziehen. Unravel steckt voller hübscher Einfälle. Hier lassen wir uns von einem Fisch über einen Teich ziehen. Quelle: PC Games

    Unravel im Test: Umwerfend schöne Präsentation

          

    Selbst wenn's mal im Gameplay hakt, kann man Unravel nie lange böse sein - dazu ist die Inszenierung einfach zu brillant geraten. Wohin man blickt und lauscht, lässt uns Unravel staunen: Nahezu perfekte Texturen, tolles Licht, detailverliebte Umgebungen, clever eingesetzte Unschärfeeffekte, viele Überraschungen in den Levels und dazu wunderschöne, orchestrale Musik, die mal für heitere, mal wehmütige Stimmung sorgt - sehr viel hübscher geht's kaum noch. Unravel darf sich darum schon jetzt zu den schönsten Titeln des Jahres zählen. Obwohl man anhand der schönen Partikeleffekte auf die Unreal Engine 4 tippen könnte, kommt tatsächlich die Phyre Engine zum Einsatz - ein kostenloser, plattformunabhängiger Grafikmotor von Sony, den die Entwickler von Coldwood aber stark modifiziert haben. Das Ergebnis: eindrucksvoll.

    Zwischen den Levels können wir in diesem Fotoalbum blättern - dort setzt sich Stück für Stück die Hintergrundstory zusammen. Zwischen den Levels können wir in diesem Fotoalbum blättern - dort setzt sich Stück für Stück die Hintergrundstory zusammen. Quelle: PC Games Den Gutteil der melancholischen Atomsphäre machen die Erinnerungsfetzen aus, die uns überall in den Levels als Lichterscheinungen begegnen. Sie setzen Stück für Stück eine lose, aber auch rührende Story zusammen, die von Familie, Sehnsüchten, glücklichen Kindheitstagen, dem Erwachsenwerden und von Verlust handelt. Löblich: Dabei spart das Spiel auch nicht die dunklen und traurigen Seiten des Lebens aus, Unravel verkommt daher nie zur schönfärberischen Kitschbude, sondern präsentiert sich erstaunlich bodenständig und ernst. Keine Selbstverständlichkeit für ein Spiel, in dem wir ein süßes Wollgeschöpf steuern!

    Die Geschichte kommt dabei komplett ohne gesprochene Dialoge oder lange Textwüsten aus, die nur den Spielfluss unterbrechen würden. Stattdessen wird sie subtil über Fotos und sehr kurze Gedankengänge erzählt, die sich in einem Familienalbum befinden, das wir zwischen den Levels durchblättern dürfen. Durch diese Bilder und Eindrücke setzen wir uns die Geschichte selbst zusammen - das kann richtig rührend sein, sofern man sich darauf einlässt und die Atmosphäre wirken lässt. Und wer keine Lust auf die ganzen Story-Elemente hat, der kann sie natürlich auch einfach ignorieren und direkt den nächsten Level starten.

    26:59
    Unravel: Angespielt-Video - So spielt sich der Puzzle-Plattformer

    Unravel im Test: Fazit, Preis und Wertung

          

    Mit Unravel wollten die Entwickler ein Spiel machen, das von Herzen kommt, das Gefühle weckt und im Gedächtnis bleibt - und genau das haben sie mühelos erreicht: Mit cleveren Puzzles, abwechslungsreichen Levels und einer nahezu perfekten Inszenierung hat Unravel direkt unser Herz erobert. Ein paar kleinere Schwächen und Durchhänger gibt es zwar, doch am Ende sind das alles Tropfen auf einem sehr heißen Stein. Unravel verzaubert und macht einfach Spaß - und ist nebenbei auch noch ganz ordentlich bemessen: Sechs bis acht Stunden dürft ihr einplanen, bis ihr das Ende erreicht, zumal in jedem Level noch fünf versteckte Items liegen, die ihr sammeln könnt. Die erfüllen zwar keinen wirklichen Zweck, doch wer wirklich alles finden möchte, dürfte darin zumindest einen kleinen Ansporn finden, einen Level zu wiederholen.

    Preis und Plattformen
    Unravel kostet ca. 20 Euro und ist ab 9. Februar für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Das Spiel bietet deutsche Texte, Sprachausgabe gibt's ohnehin nicht. 

    Kopierschutz der PC-Fassung:
    Die PC-Version ist nur über EAs Vertriebsplattform Origin erhältlich und benötigt einen kostenlosen Account. 
    Für den Preis von 20 Euro ist das Gesamtpaket also völlig okay - Unravel bietet zwar kaum Wiederspielwert und ist an zwei langen Abenden durchgespielt, doch das Erlebnis ist so gelungen und einprägsam, dass wir es auf keinen Fall mehr missen wollen. Coldwood liefert alles in allem eine kleine Genre-Perle ab, die man jedem Fan von gefühlvollen Puzzle-Plattformern bedenkenlos ans Herz legen kann.

    Hinweis zur Wertung: Die Xbox-One-Fassung lag uns nicht zum Test vor.

    Unravel (PC)

    Spielspaß
    85 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Unravel (PS4)

    Spielspaß
    85 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Erstklassige Präsentation von Anfang bis Ende
    Tolle Texturen, starke Beleuchtung, schöne Tiefenunschärfe
    Zwölf abwechslungsreiche Levels
    Viele schön konzipierte, physikbasierte Puzzles
    Gute grundlegende Spielmechanik
    Meist fair ausbalancierter Schwierigkeitsgrad
    Gefühlvolle, schlicht präsentierte Story
    Gelungene melancholische Atmosphäre
    Schöner Soundtrack
    Fair gesetzte Checkpoints
    Gelegentlich unfaire Tode (aufgrund der Checkpoints nicht so tragisch)
    Hin und wieder gelingen Aktionen erst im zweiten Anlauf
    Steuerung reagiert nicht immer perfekt
    Tastatur-Steuerung unpraktisch, Gamepad empfohlen (PC)
    Könnte noch etwas länger sein (6+ Stunden)
    Geringer Wiederspielwert

    • Es gibt 39 Kommentare zum Artikel

      • Von Aglareba Benutzer
        Zitat von Honigpumpe
        "Rayman Legends" war wirklich super. Aber wenn man da alle Tricks draufhaben will, um sich online die Diamantpokale zu holen, muß man schon sehr früh aufstehen. Die Steuerung bei "Rayman" bietet Möglichkeiten, die ich ihr nie zugetraut hätte. Guck Dir mal auf…
      • Von Honigpumpe Erfahrener Benutzer
        Zitat von Corsa500
        Das letzte Jump'n'Run was ich in letzter Zeit intensiver gespielt habe, war Rayman Legends - wie schwer ist Ori ungefähr im Vergleich dazu? Fand Rayman in den Standardlevels noch locker machbar, wirklich fordernd wurde es erst in den Bonuslevels und…
      • Von Aglareba Benutzer
        Bei den Negativpunkten verstehe ich so manches nicht:
        - Die Steuerung mit der Tastatur finde ich eigentlich nicht unpraktisch, da man die Belegung ändern kann. Unreval kann man locker mit der Tastatur spielen und braucht kein Gamepad.
        - Beim gesamten Spiel hatte ich nie das Problem, dass auf Grund einer…
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Unravel
Unravel im Test mit Video: Traumhaft schöner Puzzle-Plattformer mit Herz, Verstand und ganz viel Garn
Ein kleines Wollgarnmännchen erobert unser Herz: Unravel begeistert im Test mit tollen Puzzles, viel Gefühl und traumhaft schöner Grafik. Für unser Review folgen wir dem roten Spielspaßfaden durch einen herrlich gestalteten Knobel-Plattformer. Bewegte Eindrücke bekommt ihr in unserem Review-Video zu Unravel.
http://www.pcgames.de/Unravel-Spiel-55713/Tests/Review-Puzzle-Plattformer-1185314/
08.02.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/06/UNRAVELgenKEYARTrgbVERTsmall_b2teaser_169.jpg
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