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  • ULTIMA IX: ASCENSION

    Die letzte Reise des Avatar

    AUFRüSTUNG Kaum in Britannia angelangt, giert der Held nach neuen Waffen. Wahrscheinlich eine typisch männliche Eigenart. AUFRüSTUNG Kaum in Britannia angelangt, giert der Held nach neuen Waffen. Wahrscheinlich eine typisch männliche Eigenart. Das Finale seiner Heldensaga setzt Richard Garriot ein Denkmal als Designer und MÄrchenerzähler. Gewaltig, triumphal, bei weitem allerdings nicht makellos. In den vollen Genuss kommen bislang nur stolze Besitzer von Eliterechnern. Selten zuvor kam unserem Testcenter eine Ähnlich große Bedeutung zu.
    Schlafzimmeridylle in Austin, Texas. Ein stattliches Mannsbild wälzt sich gemütlich in seinem Bett, draußen blinzeln erste Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Alles in feinster Ordnung? Von wegen! Das Trugbild wird Augenblicke später durch einen tiefen Bass aus dem Off zerstört. Der Avatar möge aufstehen, verlangt die Stimme, um ein letztes Mal Probleme in Britannia aus der Welt zu schaffen. Gehört, gehorcht.
    Acht massive Steinsäulen sind im Land zwischen Traum und Wahrheit aus dem Boden gebrochen, jede mit Auswirkungen auf eine bestimmte Tugend. Wo früher Mitgefühl zwischen den Menschen war, ist heute eifersüchtiger Egoismus. Wo Ehre war, greift Rückgratlosigkeit um sich. Wo die Leute Ehrlichkeit auszeichnete, hört man heute Lügen wie aus der Druckpresse. An der Speerspitze der Grausamkeit steht die eherne Stadt Britannia selbst, die Kranke und Schwache in ein Sumpfdorf namens Paws deportieren lässt. Die Achillesferse des Staates ist also getroffen: seine Harmonie. Die Bürger schicken sich an, ihre eigenen Leben zu demontieren. Und hinter der Kulisse kichert erneut der Guardian, der Erzschurke aus Leidenschaft.
    Um die Dinge wieder ins Lot zu bringen, müssen acht Altäre restauriert werden. Dazu nötig: jeweils eine magische Rune sowie ein passendes Schmuckstück, das ihr die üblen Energien entziehen kann. Dass die Dinger nicht einfach in der Gegend herumliegen, versteht sich. Auf acht Kellergewölbe und Höhlentrakte in allen Himmelsrichtungen sind sie verteilt: Der Etappenlauf wird unumgänglich sein.
    Brav stecken Sie Ihren Helden deswegen in leichte Kleidung, sammeln Kompass sowie Notizbuch ein und stiefeln ins Freie. Zunächst steht Training auf dem Tagesplan. Ausweichmanöver, Waffenübungen an Schwert und Bogen, ein paar Bahnen schwimmen im See hinter dem Haus. Sinnvoll ist das Procedere nicht nur für Anfänger, denn die Steuerung wurde von Grund auf neu konzipiert. Während der Avatar Mausbewegungen mit Pirouetten quittiert, veranlassen ihn Rechtsklicks zum Marschieren. Attackiert wird über die linke Taste, alle weiteren Befehle erteilt das Keyboard. Ein Knopf zum Rennen, zwei für seitliche Schrittfolgen, einer zum Ziehen der Waffe, einer zum Blocken per Schild sowie einer, damit Sprungimpulse durch die Waden zucken. Wollen Sie einen Blick ins Inventar werfen oder Objekte verwenden, muss der Zeiger aus seiner starren Position in der Mitte befreit werden - wieder eine Taste. Das Ganze hätte durchaus simpler gelöst werden können, verursacht aber nach kurzer Zeit zumindest keine Fingerverknotungen mehr.
    Die Startlinie für das eigentliche Abenteuer liegt bei einer Zigeunerin in den nahen Wäldern, die durch psychologische Fragen Ihren Rollenspielcharakter ermittelt und abschließend ein Mondportal zur geplagten Parallelwelt Öffnet. überlegte Antworten sind in dieser Zeremonie geboten, denn ob Sie am Ende als Paladin, Ranger, Krieger, Barde, Hirte, Magier oder Druide hervortreten, bestimmt den Schwierigkeitsgrad nachhaltig. Anders formuliert: Die Balance zwischen den Heldenklassen ist unausgewogen. Während beispielsweise der Paladin in sämtlichen Disziplinen überlegen davonzieht, geht der Barde fast schon durch einen Windhauch in die Knie.
    Durch die Vorgabe der acht Zielpunkte gestaltet sich Ultima 9 vergleichsweise linear: Rune finden, Altar finden, Reinigungsprozess anleiern. Abwechslung ist dennoch sichergestellt. Zum einen fallen die Areale in ihrem Aufbau komplett unterschiedlich aus. Mal geprägt durch Hüpfpassagen, verworrene Gangsysteme und Geheimtüren, mal durchzogen von unterirdischen Lavaseen, mal aus antiken Marmorquadern zusammengesetzt. Zum anderen wird jede Passage quasi von einem eigenständigen Kapitel der Geschichte begleitet, und simple bis diffizile Rätsel erschweren das Vorankommen. Deren Muster: Hebel müssen in logischer Folge umgelegt, Räume mit perfektem Sprungtiming über Säulen durchquert, Farbschemata auf Schaltern erkannt oder Platten entweder beschwert oder erleichtert werden. Auch herrscht in jedem Gebiet des Landes eine andere Stimmung vor, je nachdem, welche Tugend dort verloren gegangen ist. Hass hier, hinterlistige Falschmeldungen da - und nirgendwo ist man im Gespräch mit Einwohnern vor überraschungen sicher. Auswahlmenüs in den Dialogen sind für Ultima Ehrensache.
    Aufweichen können Sie die linearen Schranken der Handlung durch zahllose Nebenaufträge. Ob ein Kind seine gekidnappten Eltern wieder sehen möchte, ob Gestalten aus dem Jenseits durch Gebäude spuken oder ob ein Invalide von seinem Arbeitsplatz gemobbt wurde - in Ihrer Hand liegt es, für Gerechtigkeit zu sorgen. Als Belohnung winken meistens Talerregen, wertvolle Ausrüstungsgegenstände und magische Zutaten. Damit Sie im unweigerlich losbrechenden Informationswust der Gespräche die übersicht behalten, kritzelt der Avatar alles Wichtige automatisch in sein Tagebuch. Bei der geografischen Orientierung helfen grob gezeichnete Karten, Kompass und Sextant einigermaßen. Trotzdem werden Sie sich zwischen Hauptmission und Zeitvertreib Öfter verirren; viel zu groß und facettenreich sind die Städte, Bergketten und TÄler, als dass man seinen Weg intuitiv finden könnte. Die eine oder andere Abzweigung liegt zudem geschickt verborgen.
    Typisch für den Ultima-Zyklus reicht der Spielkosmos recht nahe an die Realität heran, erwacht durch tratschende Grüppchen, streunende Hunde, belebte Bars und Museen zu lärmendem Leben. Fast alle Objekte dürfen darüber hinaus zweckmäßig benutzt werden: Beispielsweise Öfen zum Brotbacken oder Musikinstrumente für Oden an die Nachbarschaft. Außerdem dürfen sich Schlüssel, Schriftrollen, Nahrungsmittel, Waffen und lustige Nebensächlichkeiten um den begrenzten Stauraum balgen. Besonders Wichtiges kann an den Gürtel gehängt und via Funktionstasten aktiviert werden. Praktisch: Wer eine Türe aufschließen möchte, muss nicht mehr jede Inventarecke durchwühlen. Verfügt der Avatar über das passende Stück, setzt er es ohne Rückfrage ein.
    Thema Feindfiguren: Als Rollenspieler ist man tumbe Kasper vor Axt, Hammer, Schwert oder Bogen ja gewohnt. Doch im Zuge der groß angelegten Renovierungsarbeiten hätte Origin seiner Monsterhorde wenigstens ein paar Hirnzellen mehr spendieren können. Ein Beispiel: Von hinten nähern Sie sich einem Goblin, nicht schleichend, laut hüpfend. Er reagiert nicht. Sie ziehen Ihre Waffe, hauen einmal feste drauf. Er reagiert nicht. Sie schlagen noch mal. Er lebt nicht mehr. Ausgeglichen wird das Manko durch eine riesige Zahl an bunt gemischten Kreaturen. Mutierte Fische, bucklige DÄmonen, Fleisch fressende Pflanzen, übergroße Krabben, Banditen, Orks, Geier, WÖlfe - von klein bis gigantisch reicht das schillernde Spektrum.
    Unbesiegbar ist aber keines der Viecher. Erstens, weil rasche Schritte zur Seite die meisten ins Leere laufen lassen, zweitens, weil das Verhältnis zwischen der eigenen Kraft und der Monstrenstärke durchweg ausgewogen bleibt. Apropos eigene Kraft: Die obligatorische Aufwertung der Charakterpunkte geschieht nicht durch ständige Gefechte, sondern nur jeweils im Anschluss an die Restauration eines Tugendaltars.
    Grafisch krempelt Ultima 9 sein Genre vollständig um. Hochauflösende Oberflächenmalereien verkleiden Haus- und Felswände, je nach Sonnen- beziehungsweise Fackelstand werden Schatten vom Licht gefressen oder machen sich fließend breit, Regenschauer überziehen die Gegend, und Zaubersprüche lassen Blitzkugeln durch Höhlen zucken.

    Ultima IX: Ascension (PC)

    Spielspaß-Wertung
    85 %
    Leserwertung
    (1 Vote):
    100 %
  • Ultima IX: Ascension

    Ultima IX: Ascension

    Plattform
    PC
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Origin Systems Inc.
    Release
    09.03.2000

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