Utøya 22. Juli: Filmrezension zum intensiven Thriller
Wenngleich der Dreh des unmenschlichen Attentats von 2011 nicht am Originalschauplatz stattfand, so doch in relativer Nähe auf einer Nachbarinsel. Besonders interessant ist, dass der Film nicht einen Schnitt enthält. Insgesamt sind nur vier Aufnahmen entstanden, wovon die letzte im Kino zu sehen ist.
Um 17 Uhr am 22. Juli 2011 kam der rechtsextremistische Terrorist Anders Breivik als Polizist verkleidet auf die Insel Utøya in der Nähe von Oslo und erschoss dort 69 Menschen. 33 Weitere verletzte er. Regisseur Erik Poppe machte es sich zur Aufgabe, dieses schockierende Verbrechen zu verfilmen. Dabei vermischt er Realität und Fiktion, unter anderem indem er ein erfundene Hauptfigur in eine wahre Geschichte versetzt: Die Protagonistin Kaja sucht nach ihrer Schwester, versteckt sich vor dem Attentäter, trifft auf weitere verletzte und ängstliche junge Menschen. Das Ergebnis wird nicht ohne Grund kontrovers diskutiert. Es soll schockieren, desorientieren und wahrscheinlich auch emotional manipulieren, stellt aber einen ehrlich Versuch dar, den Opfern ein Gesicht zu geben, ohne diese auszubeuten. Ein Großteil dieser Verantwortung liegt bei der jungen Hauptdarstellerin Andrea Berntzen, die ihre Aufgabe mit großer Intensität meistert.
FAZIT:
Aufwühlend, traurig und herausfordernd bis kontrovers, kann dieser Film für einige wichtige Diskussionen sorgen.
