Online-Abo
Login Registrieren
Online-Abo
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Tyranny im Test & Review-Video: Einmal spielen reicht nicht!
    Quelle: Obsidian Entertainment

    Tyranny: Review und Wertung samt Testvideo - Hoher Wiederspielwert, viele Entscheidungen, ein neuer RPG-Hit?

    Mit Tyranny zeigt Entwickler Obsidian Entertainment der Rollenspiel-Konkurrenz einmal mehr, wie man den klassichen Oldschool-Ansatz in der Tradition von Baldur's Gate mit spannender Story und gewichtigen Entscheidungen kombiniert. Allerdings gibt es diesmal einige Mängel, die den Spielspaß stören - der Test samt Video-Review zeigt, wo es hakt.

    Rank und schlank oder knochendürr? Wie ein Mensch nach einer Diät wahrgenommen wird, liegt im Auge des Betrachters - bei einem Rollenspiel ist das nicht anders. Im Tyranny-Test zeigt sich, dass das neue Party-RPG von Entwickler Obsidian Entertainment weder so umfangreich noch so beladen mit Features ist wie der 2015-Hit Pillars of Eternity. Technik und Interface sind identisch, doch beim Blick auf die Details fallen schnell Unterschiede auf. Sind die für Tyranny entfallenen Features wie der optionale 15-Level-Dungeon, die "Scripted Interactions" oder die vielen Locations nun überflüssiges Fett? Oder zeigen sich aufgrund des starken Story-Fokus von Tyranny und Obsidians unbedingten Willens zur hohen Wiederspielbarkeit schon die Rippen unter der Haut des Rollenspiels? An dieser Frage dürften sich mit dem heutigen Tyranny-Release vom 10. November 2016 die Geister scheiden.

    Tyranny-Review: Eine andere Perspektive

          

    In Tyranny seid ihr die Bösen. Zumindest anfangs, denn der Spieler soll ein kürzlich erobertes Gebiet im Auftrag eines ruchlosen Regenten befrieden. Dieser oder diese Kyros (in Geschlechterfragen gibt sich Tyranny sehr aufgeschlossen) besitzt scheinbar gottgleiche Fähigkeiten und hat eine blutige Schneise der Zerstörung auf dem Kontinent hinterlassen. Sich gegen Kyros zu stellen, sei zwecklos, so die Überzeugung im Spiel. Doch wie Menschen an derartige Macht gelangen und ob es wirklich keine Alternative dazu gibt, sich dem Willen des Oberbefehlshabers zu beugen und in seinem Namen Grausamkeiten an der Zivilbevölkerung zu begehen, darum dreht sich die Geschichte von Tyranny. Anlehnungen an Steven Eriksons Buch-Serie Spiel der Götter (englisch: The Malazan Book of the Fallen) wirken nicht ganz zufällig.

    10:05
    Tyranny-Testvideo: Bitterböses Oldschool-Rollenspiel mit knappem Umfang

    Es ist ein ungemein spannendes Szenario: Schon die ersten Spielminuten zeigen uns im Rahmen eines hübsch bebilderten Text-Adventures, dass der Spielcharakter in Kyros' Namen zu einigen moralisch fragwürdigen Taten gezwungen ist. Denn nach der simplen Charaktererstellung (es gibt keine Klassen, ihr legt nur Aussehen, Waffenfokus und Herkunft eurer Figur fest sowie verteilt ein paar Punkte auf Attribute und Skills) wartet die Eroberung.

    Im interaktiven Prolog von Tyranny legt ihr die Umstände der Eroberung fest. Es erwarten euch knifflige Entscheidungen! Im interaktiven Prolog von Tyranny legt ihr die Umstände der Eroberung fest. Es erwarten euch knifflige Entscheidungen! Quelle: PC Games Die Eroberung bildet einen Zeitraum von drei Jahren ab, in dem sich Kyros' Kräfte langsam, aber sicher über die Spielwelt ausbreiten. Als sogenannter Schicksalsbinder seid ihr Ankläger, Richter und Henker in Personalunion und müsst nacheinander sechs Entscheidungen treffen. Je nach Wahl gliedern sich die angebotenen Optionen weiter auf, sodass am Ende eine Vielzahl möglicher Kombinationen herauskommt. Wie ihr während der Eroberung mit eingenommenen Städten umgeht oder welche der zwei miteinander verfeindeten Armeen von Kyros ihr dabei bevorzugt, bestimmt die Startparameter des Abenteuers. Eine ungemein gelungene Neuerung, die den Wiederspielwert des Rollenspiels in ungeahnte Höhen treibt!

    Zwar besucht ihr im Spielverlauf unabhängig von euren Entscheidungen stets die gleichen vier großen Regionen und auch der grundsätzliche Ablauf der in drei Akte aufgeteilten Handlung verändert sich nicht - aber jeder Spieler erlebt im Detail ganz unterschiedliche Geschichten und kann etwa (zum Verdruss seiner Vorgesetzten) auch gute Taten vollbringen. Während ihr euch darum bemüht, die letzten Widerstandsnester auszuräuchern, nehmen Charaktere im Gespräch immer wieder Bezug auf die Geschehnisse während der Eroberung - und die vielen unterschiedlichen Fraktionen im Spiel verspüren dementsprechend Zu- oder Abneigung gegen euren Helden und seine schon bald auf maximal vier Charaktere anschwellende Gruppe. Tyranny erzählt eine interessante Story, doch die Qualität des Skripts muss sich RPG-Knallern wie The Witcher 3 und Pillars of Eternity unterordnen. Tyranny erzählt eine interessante Story, doch die Qualität des Skripts muss sich RPG-Knallern wie The Witcher 3 und Pillars of Eternity unterordnen. Quelle: PC Games

    Komplexes Beziehungsgeflecht mit Story-Auswirkungen

          

    Tyrannys Ruf-System ist eine konsequente Weiterentwicklung der Fraktionen aus Fallout: New Vegas, Obsidians Endzeit-Rollenspiel. Nicht nur eure zu Beginn definierten Taten während der Eoberung, auch so ziemlich alles, was ihr im eigentlichen Spiel anstellt, hat Auswirkungen auf die Beziehung zu Gruppierungen wie einer Södnergruppe, den Rebellen oder Kyros' diversen Armeen und Magiergilden. Wie es um die Werte Gunst und Zorn in Relation zu eurem Avatar bestellt ist, seht ihr anhand einer praktischen Anzeige im Dialogfenster. Schon eine unbedachte Antwort in den Multiple-Choice-Gesprächen kann zum Verlust von Rufpunkten führen. Doch das Gute: Erstens werden diese zu erwartenden Reputationsänderungen je nach Schwierigkeitsgrad vorher angezeigt und zweitens lohnt es sich auch, den Zorn einer Fraktion auf sich zu ziehen.

    Grafisch wirkt Tyranny angestaubt, zum Einsatz kommt die Unity-Engine aus Pillars of Eternity. Grafisch wirkt Tyranny angestaubt, zum Einsatz kommt die Unity-Engine aus Pillars of Eternity. Quelle: PC Games Denn Tyranny verabschiedet sich vom klassischen Gut-Böse-Schema anderer Rollenspiele; wen die eigenen NPC-Begleiter fürchten und wer bei einer Fraktion unten durch ist, wird trotzdem belohnt - mit einzigartigen Ruf-Fähigkeiten. Dabei handelt es sich sowohl um aktive wie passive Verbesserungen, auf die ihr ab einer bestimmten Stufe von Gunst- oder Zorn-Punkten Zugriff erhaltet. Noch weit interessanter als diese spielerischen Konsequenzen sind aber die Story-Änderungen, die eure Entscheidungen hervorrufen. So bestimmt eure Taten etwa, welche Widersacher euch gegen Ende in den Weg stellen oder mit welcher Armee ihr kooperiert. Und wenn euch das nicht passt, könnt ihr euch oft wieder umentscheiden und einem einstigen Verbündeten in den Rücken fallen.

    Tyranny bietet nämlich immer wieder Möglichkeiten, abgrundtief böse zu sein. Besonders eine Szene, zu der wir aus Spoilergründen nichts verraten wollen, hat uns nachhaltig beeindruckt. Leider verliert Obsidian diese eindrucksvollen Moralfragen im Spielverlauf etwas aus dem Auge und die Qualität der Dialoge und Figuren sorgt nicht mehr für solche nervenaufreibenden Dilemma wie während des Eroberungs-Prologs. Tyranny ist gut und kompetent geschrieben, aber das Autoren-Team schafft es trotz eines spannenden Plots nicht ganz, die Höhen von Pillars of Eternity, The Witcher 3 oder The Banner Saga zu erreichen. Auch sind die insgesamt sechs Gefährten, aus denen ihr eure Heldengruppe bildet, weniger komplexe Persönlichkeiten als in anderen Titeln des Studios - sie mischen sich nur sehr selten in Gespräche mit anderen NPCs ein und besitzen keinerlei eigene Nebenmissionen. Vielleicht steht der Abgang von Chris Avellone bei Obsidian mit diesem unerwarteten Defizit in Zusammenhang?
    Die taktisch fordernden Kämpfe von Tyranny laufen in Echtzeit ab - per Druck auf die Leertaste pausiert ihr das Geschehen. Die taktisch fordernden Kämpfe von Tyranny laufen in Echtzeit ab - per Druck auf die Leertaste pausiert ihr das Geschehen. Quelle: PC Games

    Tyranny: Abstriche abseits der Geschichte

    Die viele Arbeit, die in die Hauptstory mit ihren wechselnden Gegenspielern, den vielen Dialog-Verweisen auf eure Entscheidungen und das Zusammenspiel der Fraktionen geflossen ist, hat sich bezahlt gemacht. Tyranny ist ein spannendes Spiel mit toller Atmosphäre und ungewöhnlichem Szenario - aber einem abrupten Ende, das nach Plänen für einen Nachfolger riecht. Der Zeitpunkt für die Schlusssequenz, die alle eure im Spielverlauf getroffenen Entscheidungen noch einmal aufgreift, ist kurios gewählt; Tyranny fühlt sich dadurch unfertig an.

    Zudem musste Obsidian für den zusätzlichen Aufwand anderswo einsparen. Das macht sich vor allem in den Nebenquests bemerkbar. Die optionalen Aufgaben führen euch auf auf separate, sehr kleine Karten, in denen ihr nur schnell eine Gegnergruppe besiegt oder mit einem Charakter redet. Selten führen euch die Sekundärmissionen über mehr als zwei Bildschirme. Spannende Ansätze wie die Aufklärung eines Mordfalls oder das Urteil über den mutmaßlichen Angriff eines Tiermenschen leiden unter einem Mangel an NPC-Dialogen und zusätzlichen Perspektiven. So sind die Quests doch eher einfach geraten, auch das Schleich-Feature wird zu selten für Abwechslung im Auftragseinerlei genutzt.

    Die Weltkarte besteht gerade mal aus vier großen Arealen und ist in viele kleine Maps aufgegliedert. Die Weltkarte besteht gerade mal aus vier großen Arealen und ist in viele kleine Maps aufgegliedert. Quelle: PC Games Apropos Abwechslung: Die fehlt auch anderswo. Dungeons nutzen alle das gleiche Grafikset und beherbergen lediglich eine Handvoll simpler Rätsel ohne großes Kopfnuss-Potenzial. Die Gegner, die sich euch entgegenstellen, sind fast ausschließlich Menschen - abseits von ein paar Energiewesen und seltenen Begegnungen mit Tiermenschen. Hier punktete das Fantasy-Szenario von Pillars of Eternity mit deutlich mehr Varianz. Dafür gibt's im Vergleich mit Obsidians letztem großen Rollenspiel viel weniger überflüssige Auseinandersetzungen - Tyranny hat weniger "Trash-Mobs" als Pillars of Eternity. Nahezu jeder Kampf steht in Zusammenhang mit Haupt- oder Nebenquest. Kein Wunder, denn das RPG ist auch deutlich kürzer als andere Genrevertreter - Tyranny besitzt eine Spielzeit von 20 bis 30 Stunden.

    Tyranny-Cheats & Komplettlösung
    Wem das Rollenspiel trotz anpassbarem Schwierigkeitsgrad zu schwer ist, dem helfen wir mit unserer Tipps-Sammlung zur integrierten Cheat-Konsole von Tyranny weiter. Damit schaltet ihr unter anderem den Gott-Modus frei oder verschafft euch unendlich Geld und Erfahrungspunkte. Außerdem verraten wir in unseren Tyranny-Tipps alle Puzzle-Lösungen für die Türme.
    Wir brauchten im Test 22 Stunden, um Hauptgeschichte und alle Nebenaufgaben zu beenden, spielten aber auch meist in hoher Spielgeschwindigkeit und auf dem zweiten von insgesamt vier Schwierigkeitsgraden. Vorbildlich: Ihr könnt euch Tyranny so anspruchsvoll oder so leicht wie gewünscht machen. Unter anderem gibt's einen Permadeath-Modus mit nur einem Spielstand und die Möglichkeit, permanente Charaktertode komplett zu deaktivieren. Dann gehen geschlagene Kameraden lediglich zu Boden und stehen nach dem Kampf wieder auf - verwundet zwar, aber immer noch zu allen Schandtaten bereit. Schon einer der komplexesten Nebenaufträge: Wir sollen über das Schicksal eines des Mordes bezichtigten Tiermenschen entscheiden. Schon einer der komplexesten Nebenaufträge: Wir sollen über das Schicksal eines des Mordes bezichtigten Tiermenschen entscheiden. Quelle: PC Games

    Tyranny im Test: Taktisch kämpfen

          

    Derlei Schandtaten werden in Tyranny wieder in Echtzeit mit Pausefunktion verübt - wie man das aus Pillars of Eternity kennt. Die Gefechte haben nichts von ihrem taktischen Anspruch verloren; auf den unteren Schwierigkeitsgraden lassen sie sich aber auch ganz ohne Unterbrechung bestreiten, etwa im optionalen Slow-Motion-Modus. Die Kämpfe leiden allerdings unter der Beschränkung auf vier Charaktere in der Abenteurergruppe - beim Quasi-Vorgänger waren es noch sechs. Im Umkehrschluss dürften all jene Spieler aufatmen, denen das Gekloppe in Pillars of Eternity zu unübersichtlich war.

    Der Protagonist und seine NPC-Begleiter können in Tyranny mächtige Kombo-Skills im Kampf abrufen. Der Protagonist und seine NPC-Begleiter können in Tyranny mächtige Kombo-Skills im Kampf abrufen. Quelle: PC Games Tyranny übernimmt zwar die Engine von Pillars of Eternity (inklusive bei maximalen Zoom verschwommenen Hintergründen und nicht mehr taufrischen Zaubereffekten), hat aber auch eine große Kampf-Neuerung im Gepäck: die Kombo-Skills. Neuerdings kann nämlich jeder NPC zusammen mit dem Hauptcharakter mehrere besonders mächtige Spezialfähigkeiten im Tandem ausüben - die Zahl an Einsätzen ist aber auf einmal pro Gefecht oder gar einmal pro Rast begrenzt. Ein Heiler verbessert so kurzzeitig die Verteidigungswerte der gesamten Gruppe, ein anderer Abenteurer beschwört magische Dolche herbei. Besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden sind diese Talente überlebensnotwendig. Fünf solcher Türme erobert ihr im Spielverlauf. Sie sind fest mit der Geschichte verwoben. Fünf solcher Türme erobert ihr im Spielverlauf. Sie sind fest mit der Geschichte verwoben. Quelle: PC Games

    Rollenspiel light

          

    Durch Kämpfe und erfolgreich absolvierte Aufträge verdiente Erfahrungspunkte resultieren in Levelaufstiegen, Tyranny hat keine Max-Level-Beschränkung, aber leider auch keinen New-Game-Plus-Option. Daher dürften die meisten Spieler maximal Stufe 20 zu sehen bekommen. Die Verbesserung des eigenen Charakters stellt keinen großen Motivationsfaktor von Tyranny dar; Level-ups sind unspektakuläre Angelegenheiten, bei denen ihr einen Punkt in eins von sechs Attributen steckt und mit einem weiteren Zähler eine neue Fähigkeit im Talentbaum freischaltet. Lediglich die Hauptfigur besitzt hier eine große Auswahl an passiven wie aktiven Fähigkeiten, die NPC-Gefährten sind alle auf zwei komplementäre Skill-Listen beschränkt. In Abwesenheit fester Klassen fühlt sich das einerseits beliebig an, andererseits habt ihr die komplette Kontrolle darüber, wie ihr euren Helden ausbildet und welche Waffen er verwendet.

    Für Tyranny hat Obsidian das Inventar aus Pillars of Eternity nur leicht überarbeitet. Noch immer wandert überzähliger Schrott in eine große Party-Kiste. Für Tyranny hat Obsidian das Inventar aus Pillars of Eternity nur leicht überarbeitet. Noch immer wandert überzähliger Schrott in eine große Party-Kiste. Quelle: PC Games Interessant: Neue Zauber lernt ihr nicht nur bei Levelaufstiegen, ihr könnt sie auch per Crafting herstellen. Das geht aber nur, wenn ihr zuvor in alten Ruinen fleißig nach antiken Runen Ausschau gehalten habt. Diese Sigille werden kombiniert, um etwa einen einen Heilzauber zu erstellen oder eine Felsnadel aus dem Boden wachsen zu lassen, die Gegner schädigt. Ein cooles Konzept, das im Tyranny-Test aber zu kurz kam: Wir fanden einfach viel zu wenige Runen und das, obwohl wir wirklich alle Gebiete restlos erkundet haben.

    Den Mangel an Runen könnt ihr jedoch ausgleichen, wenn ihr schon früh eine Bibliothek errichtet und dort Händler anheuert. Moment, ist man in Tyranny etwa auch noch Bauherr neben dem Abenteurerleben? Ja, denn im Spielverlauf übernehmt ihr fünf mystische Türme, die ihr nach Belieben in Schmiede, Bibliothek und mehr verwandelt. Das dient vor allem dazu, das Crafting zu zentralisieren: In schnöden Menüs gebt ihr beim Schmied besonders mächtige Artefaktwaffen in Auftrag - natürlich nur, wenn ihr das Rezept und die nötigen Ressourcen dabei habt. Ausrüstung lässt sich zudem weiter verbessern, außerdem dürft ihr Tränke brauen.

    Mit dem Einsatz von Geld lockt ihr Trainer auf euren Turm, bei denen ihr gegen Gebühr eure Skills fünf Mal pro Level steigern dürft. Schade: Quests oder überraschende Ereignisse sind mit dem Ausbau der Türme nicht verbunden. Es werden keine Delegationen aus umliegenden Gebieten bei euch vorstellig, ihr müsst nicht Recht sprechen oder euch um logistische Probleme kümmern. Verschenktes Potenzial!

    Tyranny: Auch auf Deutsch ein Genuss

          

    Im Zentrum der Tyranny-Geschichte stehen zwei verfeindete Armeen unter dem Oberbefehl von Kyros. Im Zentrum der Tyranny-Geschichte stehen zwei verfeindete Armeen unter dem Oberbefehl von Kyros. Quelle: PC Games Ärgerlich sind wieder einmal seltene Wegfindungsprobleme im Gefecht, die immer dann auftreten, wenn ihr an Engstellen kämpft. Dann blockieren Zauberer schon mal den Nahkämpfer, der einfach nur an die Front will. Von derartigen Aussetzern abgesehen ist Tyrannys künstliche Intelligenz von Gegnern und Gefährten aber zufriedenstellend. Schön: Im Test mit Version: 1.0.0.0008 konnten wir im ganzen Spielverlauf nur zwei kleine Bugs feststellen - eine lächerlich geringe Anzahl bei so einem komplexen Rollenspiel. Beide hatten mit falsch angezeigten Dialogzeilen zu tun; Auswirkungen auf die Beendigung der betroffenen Nebenquests hatten diese Fehler aber nicht.

    Ein Sonderlob verdient darüber hinaus die Übersetzungs-Abteilung bei Paradox: Obwohl in der Vergangenheit viel gescholten, hat der Publisher Tyranny deutsche Texte in erstklassiger Qualität spendiert, die Übersetzung ist tadellos. Deutsche Sprachausgabe gibt es aber nicht. Und selbst die englischen Sprecher melden sich nur vergleichsweise selten zu Wort; wie bei Pillars of Eternity gilt in Sachen Tyranny: Wer Spaß an Szenario und Story haben will, muss viel lesen!

    Tyranny ist ab sofort auf Steam und bei GOG.com (DRM-frei) zu kaufen - die DVD-Version setzt ebenfalls auf Steam als Kopierschutz. Preis der Standardfassung: rund 40 Euro.

    Tyranny-Test: Wertung & Fazit

          


    Tyranny (PC)

    Spielspaß
    81 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Faszinierendes, ungewöhnliches Szenario: Der Held als Teil des bösen Imperiums
    Gewitztes Ruf-System mit unterschiedlichen Fraktionen
    Sehr hoher Wiederspielwert
    Entscheidungen haben viele Veränderungen zur Folge
    Eroberungs-Text-Adventure führt zu sehr unterschiedlichen Startparametern
    Starke Atmosphäre
    Spannende Geschichte
    Ordentliche Spielzeit von 25 bis 30 Stunden
    Gut umgesetzte Echtzeit-Kämpfe mit Pausefunktion
    Kombo-Angriffe bringen mehr Taktik ins Spiel
    Aufträge mit mehreren Lösungsmöglichkeiten
    Stark anpassbarer Schwierigkeitsgrad, für Einsteiger wie Profis geeignet
    Crafting für Ausrüstung, Tränke, Zauber
    Tadellos übersetzte deutsche Texte
    Komfortfunktionen wie erhöhte Laufgeschwindigkeit
    Englische Sprecher sind mit viel Verve bei der Sache
    Abruptes Ende, das einen unbefriedigt zurücklässt
    Moralische Zwickmühlen sind selten
    Dialogen und NPC-Gefährten fehlt das letzte Fünkchen Brillanz
    Vergleichsweise kleine Areale, besonders bei Nebenquests
    Simples Charaktersystem ohne Finesse
    Wenig Abwechslung im Feindarsenal
    Gegner wie eigene Figuren mit Wegfindungsproblemen im Kampf
    Unscharfe Hintergründe, knapp bemessene Animationen
    Spärlich eingesetzte Sprachausgabe, karge Inszenierung mit viel Text
    Keine deutsche Vertonung

    Tyranny-Testvideo: Bitterböses Oldschool-Rollenspiel mit knappem Umfang 10:05 Tyranny-Testvideo: Bitterböses Oldschool-Rollenspiel mit knappem Umfang Tyranny: Neuer Trailer mit Release-Termin 1:44 Tyranny: Neuer Trailer mit Release-Termin Tyranny: "Creating a World" - Erstes Entwicklertagebuch zum Obsidian-RPG 4:17 Tyranny: "Creating a World" - Erstes Entwicklertagebuch zum Obsidian-RPG
    • Es gibt 22 Kommentare zum Artikel

      • Von Svenc Benutzer
        Gefällt mir auch. Der klare Fokus auf Entscheidungen scheint auch gut zu tun. Pillars wollte irgendwie BG2 (zwei große Städte), Torment (Seelen-Thematik) und Dungeon-Crawler (Stretch-Goal-Dungeons) in einem sein. Tyranny zwingt einen am laufenden Meter zu Entscheidungen, die es in den IE-Spielen so gar…
      • Von FalloutEffect Erfahrener Benutzer
        Ich habe es nun durchgespielt und muss sagen, dass es ein wirklich gutes Spiel ist. Sicher nicht ein Meisterwerk, denn dafür fehlt dem Spiel meiner Meinung nach Umfang, Tiefgründigkeit und der letzte Akt schwächelt, aber wenn man das außenvorlässt, muss sich Tyranny nicht vor Genrekollegen verstecken. Bis…
      • Von Weissbier242 Erfahrener Benutzer
        Hab jetzt auch Akt 1 am Wochenende durch und muss sagen wow. Für mich bis jetzt jedenfalls das beste Rollenspiel seit Ewigkeiten. Bei Pillars waren mir 6 Personen zu Steuern einfach zu viel, gerade die Kämpfe waren einfach nur unübersichtlich. Ausserdem waren die Story recht zäh und das bei jeden Gespräch…
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1212881
Tyranny
Tyranny: Review und Wertung samt Testvideo - Hoher Wiederspielwert, viele Entscheidungen, ein neuer RPG-Hit?
Mit Tyranny zeigt Entwickler Obsidian Entertainment der Rollenspiel-Konkurrenz einmal mehr, wie man den klassichen Oldschool-Ansatz in der Tradition von Baldur's Gate mit spannender Story und gewichtigen Entscheidungen kombiniert. Allerdings gibt es diesmal einige Mängel, die den Spielspaß stören - der Test samt Video-Review zeigt, wo es hakt.
http://www.pcgames.de/Tyranny-Spiel-56836/Tests/Review-Wertung-zum-Release-nicht-so-gut-wie-Pillars-of-Eternity-1212881/
11.11.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/11/Tyranny-Artwork-Teaser-pc-games_b2teaser_169.jpg
tyranny,rollenspiel,obsidian
tests