True Crime: Streets of L.A.
Officer Dick aus Tony Hawks Pro Skater ist als Bonus-Charakter im Spiel versteckt.
Man nehme eine riesengroße Portion vom actiongeladenen Rennspiel-Hit GTA Vice City, würze das Ganze mit den gelungenen Prügelszenen aus Enter the Matrix und garniere alles mit einer Bullet-Time à la Max Payne 2 - fertig ist das innovationsarme, aber unterhaltsame True Crime: Streets of LA. Protagonist des Spiels ist der bestens ausgebildete Undercover-Cop Nick Kang. Der kann nicht nur mit den 65 Schießeisen des Spiels bestens umgehen, sondern ist auch ein Meister fernöstlicher Kampfkunst. Zwei Fähigkeiten, die im 20 Missionen umfassenden Kampf gegen rivalisierende Gangs der russischen und chinesischen Mafia auch vonnöten sind.
XXXL-Spielwelt
In bekannter GTA-Manier scheuchen Sie Nick aus der Verfolgerperspektive durch die Straßenschluchten des mit 240 Quadratkilometern originalgetreu nachgebildeten Los Angeles. Zum Vergleich: Die Spielwelt von Vice City misst ganze 4,25 Quadratkilometer. Folglich verbringt Nick Kang eine Menge Zeit in einem von knapp 180 Vehikeln, darunter schnittige Sportwagen, träge Lastwagen und flotte Motorräder. Wie beim Rockstar-Raser genießen Sie auch in der Stadt der Engel absolute Bewegungsfreiheit. Wann Sie wie schnell wohin fahren, bleibt Ihnen überlassen. Eine kleine Karte am Bildschirmrand verrät Ihnen, wo die nächste Mission auf Sie wartet. Mal müssen Sie eine Geisel aus den Fängen ihrer Peiniger befreien, ein anderes Mal eine ganze Lagerhalle auseinander nehmen oder einzelne Gang-Mitglieder liquidieren. Der Schwierigkeitsgrad dieser Missionen ist nicht allzu hoch, lediglich die erstklassig in Szene gesetzten Prügeleien fordern einiges an Können, welches Sie sich beim Training in diversen Dojos aneignen. Ob Nick seine Widersacher durch konsequenten Einsatz von Schrotflinte, Maschinengewehr, Raketenwerfer und Co. direkt ins Jenseits schickt oder lediglich mit gezielten Handkantenschlägen kampfunfähig macht und anschließend festnimmt, obliegt Ihnen. Wer allerdings zu rabiat vorgeht und in Rambo-Manier alles und jeden plättet, festigt seinen Ruf als "Bad Cop" und riskiert eine Suspendierung - das Spiel ist dann beendet.
Ohrenschmaus
Die mitunter schrecklich langen Autofahrten versüßt Ihnen wie bei Vice City ein erstklassiges Radioprogramm mit Songs von Rap-Größen wie Warren-G, Snoop Dogg oder Ice Cube. Alternativ lauschen Sie dem Polizeifunk und machen nebenbei ein paar Kleinkriminelle nach kurzen Rangeleien dingfest. Grafisch kann es True Crime nicht ganz mit dem farbenfrohen und detailreichen Vice City aufnehmen. Zwar sieht Activisions Action-Raser um einiges besser aus als auf PlayStation 2 oder Xbox, kantige Streckenrandobjekte und gelegentliche Ruckler trüben jedoch das Gesamtbild. Neben dem mit zehn bis zwölf Spielstunden recht knapp ausgefallenen Einzelspieler-Modus bietet die PC-Version auch einen witzigen Mehrspieler-Modus. Bis zu vier Undercover-Cops können in kurzweiligen Spielmodi wie Straßenrennen oder Dojo-Meister gegeneinander antreten.

