pcgames.de - Wissen, was gespielt wird!

Tribes: Vengeance (PC)

Release:
21.10.2004
Genre:
Action
Publisher:
Vivendi Universal

Tribes: Vengeance

21.11.2004 14:57 Uhr
|
|

Tribes: Vengeance Als Tribes 2 vor drei Jahren kam, liefen die Fans weg. Erst nach etlichen Patches und Mod-Stützen von Drittanbietern war der Mehrspieler-Shooter von allen Bugs befreit. Um die Wahrscheinlichkeit zu vermindern, dass sich die Geschichte wiederholt, legte Vivendi die Entwicklung des dritten Teils in die vertrauenswürdigen Hände der Macher von Spielen wie System Shock 2 und Freedom Force: Irrational Games sollte Schadensbegrenzung betreiben und neben dem Mehrspieler-Herzstück auch eine Einzelspieler-Kampagne programmieren. Diese ist mit ihren knapp zehn Stunden Spielspaß gut, aber nicht großartig geworden. Falls Sie neu im Tribes-Universum sind: Hier kämpfen verfeindete Stämme unter freiem Himmel gegeneinander. Raketenrucksäcke, standardmäßig auf den Rücken eines jeden Kämpfers geschnallt, ersetzen längere Laufwege; alternativ werden große Entfernungen mit Jeeps und Fluggeräten überbrückt. Waffen stehen an Ausrüstungskonsolen zur Abholung bereit und liegen normalerweise nicht im Level verstreut herum. Neu ist im dritten Teil, dass Sie beim Solo-Spiel viel Zeit in Innenräumen hochmoderner Basen und Raumschiffe zubringen, statt ausschließlich Frischluft zu atmen.

Viel Story, viel Action

Tribes: Vengeance Warum der Untertitel "Vengeance" lautet, wird nach wenigen Missionen klar: Reichlich Figuren sterben, ebenso viele nehmen Rache. Es geht um Prinzessinnen und Vogelfreie, um verbotene Liebe und die Machtgier der Reichen. Es geht um zu viel. Trara wird gemacht und große Worte in dramatischer englischer Sprachausgabe fallen, aber nach dem vierten Perspektivenwechsel und dem x-ten Zeitsprung verwechselt sich Tribes: Vengeance mit einem Theaterstück für Intellektuelle. Dabei will man doch nur ballern. Das ist gottlob weniger anstrengend, als die vielschichtige Story zu verfolgen. Als Rebell düsen Sie mit dem Raketenrucksack über gigantische Außenareale, werfen Granaten auf feindliche Stützpunkte ab und freuen sich über die spielerischen Freiheiten. Von weitem mit der präzisen Scheibenkanone feuern, deren Projektile explodieren? Oder lieber die Energie-Schrotflinte hernehmen und den Frontalangriff wagen? Sie entscheiden. Spaßig: Bei gedrückter Leertaste schlittert Ihre Figur Hügel hinab wie ein Skater. Weniger taktisch, sondern geradlinig verläuft das Spiel hinter vier Wänden: Sie säubern den Raum, suchen die Schaltkonsole und öffnen die nächste Tür - das ist der Doom 3-Rhythmus. Einsteiger werden sich oft am Kopf kratzen, weil sie vergessen, dass auch oben und unten Wege verlaufen, die per Jetpack erreichbar sind. Abwechslung ist eine Disziplin, die das Spiel mit Auszeichnung meistert: Einmal sind Sie der Brutalo, ein anderes Mal übernehmen Sie die Rolle eines Mädchens, das aus einem Raumschiff flüchtet. Später hangeln Sie sich mit einem Dreikäsehoch an Mauertrümmern per Enterhaken hoch, noch später fliegen Sie mit einem Minihelikopter durch Gänge und feuern Raketen ab.Alte, neue Engine
Schön sind sie, die Außen---area-le mit der enormen Weitsicht und den malerischen Landschaften. Schön ist auch die Physik-Engine, die Kistenstapel einstürzen lässt und Trümmer umherschleudert. Doch bei der Farbgebung treibt es das Spiel zu bunt: Grüne Wände, blaue Böden, man kommt sich vor wie auf dem Kinderfasching. Damit nutzen die Entwickler zwar die technischen Fähigkeiten der modifizierten Unreal-Engine aus, versagen aber beim Grafikstil.

   
Bildergalerie: Tribes: Vengeance
Bild 1-3
Klicken Sie auf ein Bild um die Bilderstrecke zu starten! (5 Bilder)
PC GAMES-
Spielspaß-Wertung:
79 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Üppige Außenareale
Verwirrende Story
Viele Arten der Fortbewegung
Unspektakuläre Innenareale
Abwechslungsreiche Solo-Kampagne
   
Dirk Gooding
Fahren, fliegen, rutschen - cooler kommt man in keinem anderen Shooter von A nach B.
Ein Shooter zum Abheben: Mit dem Raketenrucksack den Berg hinauf, via Schlitterfunktion ins Tal hinab - bei solchen Aktionen fühle ich mich wie eine pistolenschwingende Ballerina! Dafür jagen mir die Innenareale klaustrophobische Schauer über den Rücken: Von einem eckigen Raum zum nächsten, da bin ich seit Half-Life 2 weitaus Besseres gewöhnt. Und geredet wird so viel, dass man die Figuren mit vorgehaltener Kanone unfreundlich bitten möchte, einfach mal den Mund zu halten. Story schön und gut, aber bitte dosiert und nicht in Hörbuchformat. Wer gern schießt und konzentriert zuhört, hat es gut.
   
Moderation
21.11.2004 14:57 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar