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  • Total War: Warhammer Kolumne - Feinschliff statt Features
    Quelle: PC Games

    Total War: Warhammer Kolumne zum gesund geschrumpften Strategie-Hit - Feinschliff statt Features

    Bei Total War: Warhammer hat Creative Assembly einige aus den Vorgängern bekannte Features gestrichen. Darüber kann man sich im Namen der verloren gegangenen Komplexität aufregen. Oder man genießt das rundere Spielerlebnis. Eine Kolumne von Peter Bathge.

    Zehn Jahre lang will Creative Assembly an Total War: Warhammer arbeiten. In diese Zeit mit einberechnet: kostenlose Patches, eine Vielzahl an Bezahl-DLCs und zwei vollwertige Nachfolger, welche Karte und Rassenauswahl des ersten Spiels nahtlos erweitern. So soll nach und nach eine gigantische Repräsentation der Welt des Warhammer-Universums entstehen, auf der Tabletop-Träume wahr werden. Den Erstling der neuen Serie muss man daher meiner Meinung nach als Basis für künftige Erweiterungen begreifen und darf sich nicht über fehlende Features ärgern. So ähnlich wie bei Civilization oder den Paradox-Spielen à la Stellaris.

    Ich will doch nur kämpfen!

    Grund für deratigen Ärger gibt es bei einem oberflächlichen Blick auf die Feature-Liste von Total War: Warhammer reichlich, wie schon der Test von PC Games andeutete. Was muss man da lesen? Die Strategiekarte wurde vereinfacht? Der Siedlungsaufbau ist nicht mehr so komplex wie früher? Na Gott sei Dank, sage ich. Limitierende Faktoren wie Nahrungsversorgung und Verschmutzungsgrad der Städte haben mich bei den Quasi-Vorgängern Rome 2 und Attila nach einer Weile nur noch genervt. Derartig undurchsichtige Systeme trugen nichts zum Spielspaß bei - und lenkten ab vom eigentlichen Kern der Total War-Serie, den Schlachten.
    Total War: Warhammer - Belagerung im Untergrund Bei Belagerungen wird nicht mehr die ganze Stadt dargestellt, es geht nur an einer Ecke der Mauer zu Sache. Quelle: PC Games Der Blick zurück schafft Perspektive: Mit Shogun: Total War erscheint im Jahr 2000 ein Spiel, dessen Nachfolger die Strategielandschaft am PC für immer verändern sollten. Geboren aus der Idee einer Art Brettspiel-Umsetzung des feudalen Japans, beschränkt sich hier die Verwaltung der in spektakulären 3D-Schlachten eingenommenen Provinzen auf ein Minimum. Es gibt noch keine dreidimensionale Unterteilung der Landschaften in Berge und Wälder, die Karte erinnert stark an das Brettspiel Risiko.

    Über die exakte Positionierung der dort zu verschiebenden Charaktere, die Attentäter und Armeen repräsentieren, muss man sich als Spieler noch keine Gedanken machen. Eine Figur steht in einer Provinz oder eben nicht - es gibt noch keine Detaildarstellung, die einem erlaubt, Heere ganz nah an die Grenze zu verschieben oder lieber in der Nähe der eigenen Provinz-Hauptstadt zu belassen. Das macht diesen rundenbasierten Verwaltungspart geradlinig und leicht verständlich. So bleibt mehr Zeit, um sich auf das Kampfgeschehen zu fokussieren.

    13:20
    Total War: Warhammer im Test - Weniger Features, mehr Spaß
    Spielecover zu Total War: Warhammer
    Total War: Warhammer

    Eine simplere Zeit

    Für die damaligen Stärken von Shogun (3D-Terrain mit Höhenstufen, aber Truppen als leistungssparende 2D-Sprites, dazu Einheitenmoral, Erfahrungspunkte und Formationen) stand ausgerechnet ein Warhammer-Spiel Pate: Dark Omen. Der Mix aus Echtzeitgefecht und Rundenstrategie funktionierte, auch weil Shogun nicht zu stark mit Civilization & Co. konkurrierte - dafür war der Provinzausbau auf der Japankarte schlichtweg nicht komplex genug.

    Medieval: Total War Von mir aus könnte die Total War-Serie gerne zum ganz besonderen 2D-Charme seiner Brettspiel-Weltkarten zurückkehren wie hier im ersten Medieval. Quelle: PC Games In den letzten Jahren habe ich mich als Total War-Fan, der seit der Jahrtausendwende dabei ist, oft zu dieser Einfachheit zurückgesehnt. Diese Aufmachung als strategisches Brettspiel, bei der ich die monumentalen Schlachten selbst schlagen darf. Das simple Spielprinzip, das von mir lediglich das Ausheben neuer Truppen verlangte, mich aber nicht dazu zwang, zig Faktoren der Reichsverwaltung zu beachten. Das kam erst später mit den zahlreichen Nachfolgern, die Wirtschaft, Religion und Kultur mal mehr, mal weniger stark gewichteten. Und das ist einem Spiel mit dem (in Deutschland vorbelasteten) Titel Totaler Krieg!

    Totaler Krieg statt totaler Aufbau

    Creative Assemblys Ausflug ins Warhammer-Universum macht Schluss mit dem Bau von Aquädukten zur Verringungerung der Verschmutzung einer von mir eroberten Stadt. Die Entwickler schlagen mir den Wischmopp weg und drücken mir stattdessen endlich wieder den Säbel in die Hand. Es geht darum, Kämpfe mit Fantasy-Einheiten auszufechten und nebenbei Geld zu scheffeln, um noch bessere, noch größere Einheiten auszuheben. Das war es dann auch schon in Sachen Ressourcen-Management - und das ist gut so! Allein schon aufgrund der Thematik, denn das Warhammer-Universum lebt vom ewigen Krieg, es ist keine komplett realistische Darstellung des mittelalterlichen Lebens in schlammigen Städten voller Tagelöhner. Alles in diesem Universum ist auf die möglichst imposante Kriegsführung ausgerichtet und entsprechend tut Total War: Warhammer gut daran, diesen Fokus nicht durch zu viele Nebenschauplätze aus den Augen zu verlieren.

    So gesehen hat Creative Assembly mit Total War: Warhammer ein sehr gutes Grundgerüst geschaffen. Die Technik macht keine Zicken, anders als in den Vorjahren sind Zug-Berechnungszeiten und Performance vorbildlich. Außerdem sind KI-Aussetzer endlich mal Mangelware, was für ein Segen! Derartige Pluspunkte kommen vor allem den Schlachten zugute, gerade große Gefechte in Rome 2 litten unter Rucklern und fragwürdigem Verhalten der Computergegner speziell bei Belagerungen, da ging viel Atmosphäre flöten.
    Total War: Shogun 2 - Fall of the Samurai Beim Shogun 2-Ableger Fall of the Samurai gab's in den Seeschlachten Dampfschiffe. Quelle: PC Games Diese Verbesserungen erkauft sich Creative Assembly durch eine rigoros durchgezogene Schlankheitskur. So gibt es in Total War: Warhammer keine steuerbaren Seeschlachten mehr, die Kämpfe Schiff gegen Schiff werden wie zuletzt in Medieval 2: Total War (von 2006!) ausschließlich automatisch berechnet. Schwamm drüber, den meisten Spielern ging es ohnehin immer nur um die Feldschlachten zu Land. Klar, auch ich habe damals in Empire die unglaublich detailverliebt gestalteten Segelschiffe in der höchsten Zoom-Stufe bestaunt und bin schier ausgeflippt, wenn einschlagende Kanonenkugeln Teile der Reeling und Besatzung durch die Luft wirbelten. Aber im Rückblick funktionierten diese Seegefechte doch nie wirklich wie gedacht, nicht einmal im sehr guten Shogun 2 und dessen hervorragendem Standalone-Add-on Fall of the Samurai.

    In Total War: Warhammer steht jetzt wieder die Kerndisziplin der Serie im Mittelpunkt: Kämpfe auf festem Boden zwischen Infanteristen, Kavallerie, Artillerie und - ganz neu - fliegenden Einheiten. Hier ist das Fehlen der Formationen im ersten Moment natürlich bitter. Keine Keilformation für meine Reiterei? Blöd. Dagegen stört mich die Verkleinerung der Belagerungen überhaupt nicht. Mit zwei Mauerstücken und ebenso vielen Toren in dem dargestellten Ausschnitt der Metropolen gibt es immer noch genug Möglichkeiten für spannende Duelle zwischen Angreifer und Verteidiger.

    Manch ein Kritiker bemängelt, dass sich die Kampagne bei Total War: Warhammer linearer spielt als in den Vorgängern. Verantwortlich gemacht werden unter anderem die eingeschränkten Eroberungsmöglichkeiten: Das Imperium kann sich nur andere menschliche Städte und Vampir-Metropolen einverleiben. Die Zwerge dürfen zwar Ork-Behausungen unter der Erde befreien, aber keine Schlösser der Vampire besetzen, sondern sie nur plündern oder komplett ausradieren. Das gilt jeweils auch für die anderen beiden Rassen. Daher ist es nicht mehr möglich, die komplette Karte zu erobern. Meiner Erfahrung nach ist das kein Beinbruch, sondern dem Spielfluss sogar zuträglich. Doch wen diese Änderung abschreckt, kann sie per "Conquer Anywhere"-Mod auch einfach abschalten. Ein Hoch auf die Anpassungsmöglichkeiten von PC-Spielen!

    Doch nicht nur der Mod-Support dürfte Total War: Warhammer eine lange Lebenszeit bescheren. Indem Creative Assembly teilweise auf simplere Systeme als zuvor setzt und manche Features der Vorgänger gestrichen hat, sind bei den Entwicklern Ressourcen frei geworden, die das Unternehmen etwa für die KI-Berechnungen genutzt hat - mit Erfolg! Allein deswegen sollte jeder echte Total War-Fan mit dieser Entwicklung, der Rückbesinnung auf die wirklich wichtigen Spielaspekte, sehr zufrieden sein. Denn seien wir mal ehrlich: Wer wird schon die undurchschaubare Innenpolitik aus Rome 2 vermissen? Ich garantiert nicht!

    03:06
    Total War: Warhammer - DLC-Pläne und neue Fraktionen: Waldelfen, Skaven & Co.
    Spielecover zu Total War: Warhammer
    Total War: Warhammer
    • Es gibt 11 Kommentare zum Artikel

      • Von WeeFilly Erfahrener Benutzer
        Zitat von SergeantSchmidt
        So jetzt aber genug, ich muss noch ein paar Ork Reiche dem Erdboden gleichmachen.
        Du weißt schon, dass das ziemlich schwierig wird, wenn Du nur noch zwei Siedlungen hast? Alle anderen wurden nämlich von den Vampiren plattgemacht und stehen jetzt schön leer in der Landschaft rum. 
      • Von Klauzzi Neuer Benutzer
        Zitat von Herbboy
        Soll man jetzt bei einem Neurelease jedes einzelne "ältere" Game aus dem gleichen Genre darauf hin erneut checken, ob man es vlt abwerten müsste, weil es nach heutigen Maßstäben vlt doch nicht zB 87, sondern nur noch 85 Prozent verdient hat? DAS wäre lächerlich...…
      • Von blendcry Neuer Benutzer
        Stumpfsinnig ist Total War Warhammer aber überhaupt nicht. Die Kampagne find ich zum Beispiel viel fordernder, taktisches Kalkül wird hier eindeutig groß geschrieben. Doom ist stumpfsinnig - aber ebenfalls geil. Da ist die beschreibung stumpfsinnig halt am richtigen platz
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Total War: Warhammer Kolumne zum gesund geschrumpften Strategie-Hit - Feinschliff statt Features
Bei Total War: Warhammer hat Creative Assembly einige aus den Vorgängern bekannte Features gestrichen. Darüber kann man sich im Namen der verloren gegangenen Komplexität aufregen. Oder man genießt das rundere Spielerlebnis. Eine Kolumne von Peter Bathge.
http://www.pcgames.de/Total-War-Warhammer-Spiel-55149/Specials/Kolumne-Feinschliff-statt-Features-1195688/
28.05.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/05/Total-War-Warhammer-Kolumne-Make-Total-War-Great-Again-pc-games_b2teaser_169.jpg
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