Tony Hawk's American Wasteland
Board oder Bike? Beim siebten Teil hüpfen Sie erstmals mit dem Drahtesel über die Halfpipe.
Das Bike ist eine witzige Alternative zum Skateboard. Beim Manual-Trick drehen Sie sich auf dem Hinterrad um die eigene Achse.
Die nicht ganz so gute Nachricht vorweg: Bei der PC-Ausgabe von American Wasteland handelt es sich um eine Eins-zu-eins-Umsetzung der sechs Monate alten Konsolenversion. "Na und?", mag manch einer denken, während Fans der Serie wissen, dass Skateboard-Ikone Tony Hawk dadurch mit einigen unschönen Design-Schwächen über die Bildschirme rollt - dazu später mehr.
Schauplatz des Spiels ist die Skater-Hochburg Los Angeles, genauer gesagt die Stadtteile Santa Monica, Hollywood, Beverly Hills, Downtown, East L.A. sowie das Casino aus der PSP-Version von Tony Hawk"s Underground 2 Remixed. Die Besonderheit: Im Gegensatz zu den Vorgängern sind die einzelnen Orte nicht mehr in verschiedene Level unterteilt, sondern in einer riesigen Spielwelt zusammengefasst.
Klingt gut, entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber als Schummelei. Um von einem Level ins andere zu gelangen, fährt man stets durch einen Art Tunnel, während im Hintergrund die Spielwelt lädt. Diese Maßnahme mag aufgrund des beschränkten Speichers bei Playstation 2 oder Xbox sinnvoll sein, ist auf dem PC allerdings völlig deplatziert.
Im kurzweiligen Story-Modus spielen Sie einen Möchtegern-Skater vom Land, der in Los Angeles zum Rollbrett-König aufsteigen möchte und noch keinerlei Tricks beherrscht. Die bringen Ihnen andere Skater im Spielverlauf bei, bis dahin sind sie gesperrt. Das ist toll für Neulinge, für Spieler der Vorgänger allerdings ziemlich frustrierend, da anfangs kaum ein Kunststück funktioniert.
Zwar können Sie nach Herzenslust durch die Gegend boarden, doch das wird schnell langweilig. Denn um die Story voranzutreiben, müssen Sie diverse Kombo-Herausforderungen absolvieren. Die Alternative zum Story-Modus ist das Classic-Game. Hier skaten Sie mit Tony Hawk und Co. über bekannte und optisch aufpolierte Kurse aus den vorherigen sechs Teilen der Serie.
Die Steuerung funktioniert mit einem Multi-Tasten-Pad exzellent. Auch das Handling des neuen Bikes, welches aufgrund des kleinen Trick-Repertoires nur eine nette Zugabe darstellt, flutscht locker und leicht von der Hand. Die Grafik ist ordentlich, aber nicht überragend, und kann ihre Konsolenherkunft nicht leugnen. Teils kantige Objekte und unschöne Clipping-Fehler nerven genau wie gelegentlich auftretende Ruckler, die einem manche Kombo vermasseln.
Apropos Kombo: Die Auswahl an Tricks und Sprüngen ist gewohnt gigantisch. Wer allerdings die Vorgänger kennt, entdeckt wenig Neues und hat auch an der überschaubaren Spielwelt nur bedingt Freude. Neueinsteiger hingegen kommen nicht zuletzt dank des Classic-Modus auf ihre Kosten.

