Tomb Raider Legend (PC)

Release:
07.04.2006
Genre:
Action
Publisher:
Eidos

Tomb Raider Legend

27.03.2006 00:10 Uhr
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Neu
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Sie denken, Lara sollte nach einer Dekade endlich in Rente gehen? Keine Chance! Die weltberühmte Archäologin turnt galant wie zu ihren besten Zeiten.

Bei den kurzen selbstlaufenden Action-Sequenzen drücken Sie lediglich die eingeblendeten Tasten (weißer Pfeil), um unbeschadet weiterzukommen. Bei den kurzen selbstlaufenden Action-Sequenzen drücken Sie lediglich die eingeblendeten Tasten (weißer Pfeil), um unbeschadet weiterzukommen. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Ein bekannter Name macht noch lange kein gutes Spiel. Dieser hinlänglich bekannten Tatsache musste sich Core mit dem durchwachsenen Vorgänger Angel of Darkness stellen, bei dem sich selbst einigen eingefleischten Lara-Fans die Nackenhaare aufstellten. Anstelle der angedachten Trilogie in kurzer Folge traten dann doch erst mal drei Jahre harte Arbeit.

Um der Serie neue Impulse zu verleihen, ging der Nachfolger statt an die Programmierer der Urfassung, Core Design, an Crystal Dynamics (Project: Snowblind, Legacy of Kain: Defiance). Zusammen mit Tomb Raider-Erfinder Toby Gard liefert das Studio ein bravouröses Werk ab. Schon vor dem Test bildeten sich bei der Präsentation in unserer Redaktion gebannte Menschentrauben. Nach wenigen Minuten allgemeines Aufatmen: Lara ist zurück - und wie!

Ganz wie zu Hause

Gewagte Kletterpartien wie hier in Westafrika gehören zum Standardrepertoire von Miss Croft. Die Animationen sind sehr gelungen. Gewagte Kletterpartien wie hier in Westafrika gehören zum Standardrepertoire von Miss Croft. Die Animationen sind sehr gelungen. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Die ersten Kunststückchen in den Felshängen Boliviens fühlen sich gleich vertraut an und gehen wie erwartet per Gamepad leichter von der Hand als mit Maus und Tastatur. Frau Croft agiert anmutig, zeigt neue Bewegungsvarianten, die Haare wehen im Wind, Wasser perlt von ihrer Haut und die Schwerkraft - nun, die verdeutlicht die Physikberechnung. Der Bildaufbau ist auch auf Mittelklasserechnern trotz ordentlicher Qualität flott, allerdings wirken ein paar großflächige Texturen grob.

Verblasste Erinnerungen

In ihrem jüngsten Abenteuer stöbert Lara nicht nur in der Geschichte längst verblichener Fremder. Auf der Suche nach einem besonderen Artefakt stolpert sie über die eigenen Wurzeln und stößt auf ein Mysterium, dem schon ihre Eltern auf der Spur waren. Exemplarisch schlagen Sie sich als junge Lara durch alte peruanische Ruinen und erleben grausige Ereignisse, bei denen mehrere der damaligen Expeditionsgefährten ihr Leben ließen. In der Gegenwart kehren Sie dorthin zurück, um der Sache endlich auf den Grund zu gehen. Die sieben Levels unterteilen sich in mehrere Kapitel und wurden mit anschaulichen Zwischensequenzen angereichert.

Was soll ich tun?

Lara heizt den Feinden mit dem Gewehr (oder ihren zwei Pistolen) ein. Lara heizt den Feinden mit dem Gewehr (oder ihren zwei Pistolen) ein. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Das Verhältnis zwischen Rätseln und Klettereinlagen ist recht ausgewogen. Die Aufgaben sind vielfältig und nie eintönig: Mit einer Wippe schleudern Sie Kisten auf ein Plateau, rollen Kugeln auf Schalter, überlisten tödliche Fallen, bringen antike Maschinerien wieder in Gang und vieles mehr. Falls Sie nicht mehr weiter wissen, setzt Lara ein Spezialsichtgerät auf.

Mit dem erkennt sie die Eigenschaften wichtiger Objekte, beispielsweise, dass eine bestimmte Eisplatte zerbrechlich ist. Mit fortschreitender Handlung nimmt die Menge der Gegner stetig zu. Zwischendurch räumen Sie sogar ein Söldnerlager in Russland leer. Außergewöhnliche Bossgegner sind packend inszeniert und erfordern Köpfchen. Die Standardwachen und Leoparden sind leicht zu überwältigen. Die Heldin feuert mit zwei Pistolen oder hebt eins der Gewehre auf, bemannt Geschütze, tritt um sich und springt Gegner an, woraufhin prompt ein Zeitlupenmodus einsetzt.

Henne oder Ei?

Eine billige Touristenattraktion verschleiert die historische Sensation, die Lara in England entdeckt. Eine billige Touristenattraktion verschleiert die historische Sensation, die Lara in England entdeckt. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Einzigartige Spielideen sind bei Tomb Raider: Legend im Grunde rar. Kurze, selbstlaufende Sequenzen, die man mithilfe der richtigen Tasten übersteht, sind amüsant, wenngleich hinlänglich aus Fahrenheit bekannt. Ebenso der Wurfhaken am Gürtel, mit dem Lara über Abgründe schwingt oder Gegenstände heranzieht - fast wie der Ochsenziemer.

Die gekonnte Kombination überrascht aber immer wieder, an keiner Stelle verflüchtigt sich die gute Laune und der Spielfluss ist hervorragend. Lediglich zwei Verfolgungsjagden auf Motorrädern mit wunderlichem Fahrverhalten können bei dem hohen Niveau nicht ganz mithalten, dafür sind die Szenen einfach zu stupide: Feuertaste gedrückt halten und gegebenenfalls ein wenig lenken.

Damit ist der einzige große Kritikpunkt schon abgehakt, denn Frau Croft unterhält Spieler ähnlich blendend wie der persische Prinz. Dessen Sand vermissten wir nur kurzzeitig an zwei Stellen, was für gut platzierte Checkpoints spricht.

Tomb Raider Legend (PC)
Spielspaß-Wertung

86 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Gut inszenierte Hintergrundgeschichte mit
Motorradfahrten und Standardgegner eintönig
passender deutscher Synchronisation
Atmosphärische Schauplätze
Moderation
27.03.2006 00:10 Uhr
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