Tomb Raider: Legend
Die Lichteffekte im Hintergrund sorgen für eine besonders bedrohliche Atmosphäre. Löst Lara möglicherweise eine Falle aus, wenn sie durch die Strahlen läuft?
Fällt der Name Lara Croft, geraten PC-Spieler nicht mehr zwangsläufig ins Schwärmen. Schuld daran ist insbesondere der letzte Tomb Raider-Ableger, The Angel of Darkness: Öde Schauplätze, eine Steuerung zum Fluchen und nervige Schleichmissionen kennzeichneten den absoluten Tiefpunkt der einst so beliebten Serie.
Sogar Lara-Croft-Erfinder Toby Gard findet im Interview harsche Worte zu den früheren Abenteuern seines Sprösslings: "Die letzten Teile scheiterten an Innovationsarmut. The Angel of Darkness wirkte obendrein total unfertig und war schlichtweg eine Schande für die Reihe." Doch wie verhilft man der in Ungnade gefallenen Brünetten zu altem Ruhm? Publisher Eidos folgte der Maxime "Neue Besen kehren gut" und gab Core Design den Laufpass.
Stattdessen beauftragte man Crystal Dynamix mit Laras siebtem Auftritt. Die Macher von Project: Snowblind und Legacy of Kain: Defiance haben sich zum Ziel gesetzt, Tomb Raider: Legend das zurückzugeben, was Laras Debüt von 1996 so einzigartig machte, nämlich den richtigen Mix aus Hüpfeinlagen, kniffliger Rätselkost und kurzweiligen Ballereien.
Und all das vor einer Indiana-Jones-kompatiblen Kulisse aus Dschungel, antiken Gemäuern und vertrackten Apparaturen - und nicht mehr in den Straßen einer düsteren Großstadt. Außerdem wurde wieder Toby Gard als Charakterdesigner engagiert, um der drallen Heldin ein glaubwürdigeres Erscheinungsbild zu verleihen. Sichtbar mehr Polygone und Animationen lassen die Protagonistin athletischer wirken.
Untergrundkämpferin
Im Gegensatz zum Vorgänger spielt Teil 7 nicht mehr an modernen Schauplätzen, sondern vornehmlich in verfallenen Tempeln und in Höhlen.
Auch in puncto Story lautet bei Tomb Raider: Legend die Devise "Back to the Roots", also zurück zu den Anfängen. Im verschneiten Himalaja-Gebirge trifft Lara auf einen alten Erzfeind, den sie für längst tot gehalten hatte.
Dabei erfahren Sie, warum Madame Croft seinerzeit überhaupt zur Schatzjägerin wurde. Die restlichen sieben Levels versetzen Sie unter anderem nach Bolivien, Peru und Westafrika, wo Sie die meiste Zeit in Katakomben und Tempelruinen Artefakten hinterherjagen.
Eher selten wagen Sie sich an die Oberfläche. Aber dann werden Sie mit atemberaubenden Kulissen verwöhnt. In Afrika ergießt sich beispielsweise ein gewaltiger Wasserfall vor der knapp bekleideten Lara in den Abgrund. Verantwortlich für die ansehnliche Optik ist im Übrigen eine weiterentwickelte Project: Snowblind-Engine.
Eine Reihe mystischer Wesen und fieser Grabräuber kommt Ihnen bei der Schatzsuche immer wieder in die Quere. Der ungebetenen Gäste entledigen Sie sich entweder im Nahkampf oder mit den beiden Desert Eagles. Erledigten Gegnern nimmt Lara Gewehre, Schrotflinten oder Raketenwerfer ab. Neben den Schießeisen hat die Heldin auch ein paar technische Spielereien dabei, etwa einen magnetischen Enterhaken, mit dem sie an so manchen unerreichbar wirkenden Ort gelangt.
Der Schwerpunkt des Spiels liegt aber nicht auf dem Kampf, viel häufiger sind Laras akrobatische Fähigkeiten gefragt. Sie hangelt an Mauern entlang, springt über schwindelerregende Abgründe und kraxelt steile Hänge empor. Dank vereinfachter, "mitdenkender" Steuerung sollen sich Frusterlebnisse in Grenzen halten. Und für den Fall, dass Sie mal nicht weiterwissen, dreht Lara ihr Köpfchen in die optimale Richtung.
Für die Puzzles verspricht Designer Gard: "Statt simpler Schalteraufgaben erwarten Sie komplexe Rätsel mit mehreren Lösungswegen, bei denen vermehrt die neue Physikengine zum Einsatz kommt." Na, wenn das nicht vielversprechend klingt!

