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  • Titanfall-Vorurteile im Realitäts-Check: Nur ein Call of Duty-Klon?

    Jetpacks statt Killstreaks, Titans statt Kampfhunde: Der mit Vorschusslorbeeren überhäufte Multiplayer-Shooter Titanfall glänzt mit mehr Innovationen als die Call of Duty-Spiele der letzten sechs Jahre zusammen. Doch auch nach Release halten sich viele negative Vorurteile in den Reihen der Spieler. Ist Titanfall wirklich nur ein hässlicher Call of Duty-Klon mit dummen Bots? Redakteur Peter Bathge prüft die kursierenden Vorurteile auf ihren Wahrheitsgehalt.

    Jetzt ist er fällig.

    Vor meinem inneren Auge spielt sich mein in Sekundenbruchteilen gefasster Plan ab: Dem entgegenkommenden Widersacher nach rechts ausweichen. An die Wand springen, per Wallrun an ihm vorbei laufen und so dem wirkungslos in die Pampa spratzenden Bleikugeln aus seiner Schrotflinte entgehen. Hinter ihm wieder abspringen, das Jetpack anwerfen und per Doppelsprung das nächste Dach erreichen. Umdrehen, zielen, abdrücken: Schuss in den Rücken. Kill confirmed. Dann gemütlich auf meinen um die Ecke biegenden Titan warten, der sich neben mir hinkniet wie ein treuer Hund. Einsteigen, loslaufen und den nächsten Gegner aufs Korn nehmen.

    Titanfall 2: Actionreiche Titan-Kämpfe gegen fiese Bossgegner

    Ich blinzele, weiche nach rechts aus, drücke die Sprungtaste, springe wie ein blindes Känguruh gegen die Wand ... und pralle davon ab. Mein Gegner hat freies Schussfeld, betätigt den Abzug, ich bin tot. Da trifft mich die bittere Erkenntnis: Ich spiele Call of Duty und kein Titanfall. Moment, sind die beiden Multiplayer-Shooter etwa doch nicht so austauschbar, wie manch ein Spieler es vor und nach Release von Titanfall behauptet hat? Zeit für den Realitäts-Check!

    Vorurteil #1: Titanfall ist ein Call of Duty-Klon mit Mechs!

    Die meterhohen Mechs gibt's in Call of Duty schon mal nicht. Oder in Battlefield. Wenn man 2142 mal außen vor lässt. Die meterhohen Mechs gibt's in Call of Duty schon mal nicht. Oder in Battlefield. Wenn man 2142 mal außen vor lässt. Quelle: PC Games Ja, Titanfall hat offensichtlich die Call of Duty-Schule besucht, die - Wunder, oh Wunder - von Titanfall-Entwickler Respawn Entertainment mit Modern Warfare 1 ja erst gegründet wurde (damals noch als Infinity Ward). Aber nach seinem Abschluss hat Titanfall noch einige Abendkurse belegt und sich ein paar zusätzliche Tricks beibringen lassen. Glaubt ihr nicht? Dann beantwortet mir doch mal die Frage, in welchem Call of Duty ihr nochmal in einen meterhohen Mech steigen, Fußvolk unter euren mechanischen Füßen zermatschen und Raketensalvos auf andere Stahlhühnen abfeuern oder deren Geschosse per Energieschild abfangen und postwendend an den Absender zurücksenden konntet? In welchem Spiel konntet ihr vor dem Release von Titanfall als mit einem Jetpack ausgerüsteter Pilot an Wänden entlang laufen und mitten im Wallrun einen Gegner aus ungewohnter Position abknallen? Wo außer in Jump&Runs und Castlevania-ähnlichen Action-Adventures einen Doppelsprung ausführen, um besonders exotisch gelegene Plätze auf der Map zu erreichen? Seid ihr in Call of Duty etwa schon mal auf einen Titan geklettert, habt sein Drähtehirn mit in Patronenform gegossenem Blei eingesprüht, seid rechtzeitig abgesprungen, wurdet von der Druckwelle der Explosion in 30 Meter in die Luft katapultiert und habt dort oben noch den ebenfalls per Schleudersitz entkommenen Piloten ausgeschaltet? Nein? Eben.

    Sieht aus wie eine typische Szene aus Call of Duty, ist aber nur eine superlangweilige aus Titanfall. Sieht aus wie eine typische Szene aus Call of Duty, ist aber nur eine superlangweilige aus Titanfall. Quelle: PC Games Ja, Titanfall hat Waffen, die auf den ersten Blick an die Knarren aus anderen Ego-Shootern mit modernem Kriegsszenario erinnern, beispielsweise Call of Duty. Und ja, wer im wahrsten Sinne des Wortes mit beiden Füßen auf dem Boden bleibt , der fühlt sich in den ersten Spielminuten stark an Call of Duty erinnert. Aber wer Titanfall so spielt, ist selbst schuld, macht er doch keinen Gebrauch vom ('tschuldigungs für die Englisch-Vergewaltigung) "awesome button". Dieser Begriff bezeichnet eine Taste, die bei Betätigung ein Spiel von jetzt auf gleich fantastisch macht. Und die gibt es in TItanfall tatsächlich; es ist die Sprungtaste! Das Jetpack der Soldaten erlaubt euch mehr Bewegungsfreiheit als in anderen Multiplayer-Shootern - wo sonst Bunnyhopping das Höchste der Gefühle ist, wird in TItanfall an Wänden entlang gerannt und sich auf Dächer hinauf gezogen. Das hält die Gefechte frisch und geschieht in einem Affenzahn, der so gar nichts mit aktuellen Call of Duty-Serienvertretern zu tun hat.

    Vorurteil entkräftet!

    Vorurteil #2: Partien mit 12 Spielern sind viel zu klein!

    Viel Aufhebens gemacht wurde bereits vor der Veröffentlichung von Titanfall um die maximale Spieleranzahl von 12 Teilnehmern pro Partie. Nach Release hat sich dagegen kaum mehr jemand über die Beschränkung beschwert, denn wer Titanfall erstmal selbst gespielt hat, dem wird schnell klar: Die clever designten Maps sind mit 12 Spielern gut gefüllt und es ist trotz Verzicht auf 64-Spieler-Massenschlachten immer was los. Das liegt natürlich auch an den KI-gesteuerten Soldaten, die zusätzlich zu den menschlichen Kameraden und Konkurrenten übers Schlachtfeld wuseln. Mehr dazu im nächsten Abschnitt. Vorher heißt es aber:

    Vorurteil entkräftet!

    Auf den größtenteils sehr gut designten Karten ist immer was los, trotz verhältnismäßig kleiner Spielerzahl. Auf den größtenteils sehr gut designten Karten ist immer was los, trotz verhältnismäßig kleiner Spielerzahl. Quelle: PC Games

    Vorurteil #3: Die saudummen Bots haben in einem Mehrspieler-Shooter nichts zu suchen!

    Ja, ja, die Bots. Oder sollten wir besser sagen: die KI-Soldaten? Denn mit Bots verbinden wir in Mehrspieler-Shootern ja eigentlich die computergesteuerten Gegner, die anstelle menschlicher Spieler agieren, so wie einst in Counter-Strike oder den Quake- und Unreal Tournament-Serien. Diese Bots können alles, was auch ein Spieler kann: Springen, schießen, Waffen aufsammeln, etc. Sie sind nur je nach Einstellung nicht ganz so schlau und effektiv wie echte Personen. Die KI-Soldaten in Titanfall dagegen kommen in jeder Partie zum Einsatz, egal ob die Lobby mit allen zwölf menschlichen Spielern vollgepackt ist oder nur vier Kontrahenten mit einem Gehirn zusammenkommen. Sie ersetzen nicht, sondern ergänzen.

    Die KI-Soldaten liefern sich atmosphärische Gefechte mit der Gegenseite. Einfach mal zugucken! Die KI-Soldaten liefern sich atmosphärische Gefechte mit der Gegenseite. Einfach mal zugucken! Quelle: PC Games Ich mag die KI-Soldaten in Titanfall. Sie sind die Grunts dieses Science-Fiction-Szenarios, das Kanonenfutter, die Mobile Infanterie aus Starship Trooppers. Die Kerle, die als erstes draufgehen und hauptsächlich dazu da sind, den Piloten (also den Spielern) Deckung zu geben. Es ist beachtlich, wie viel Liebe in die Aufnahmen der kleinen Sprachschnipsel geflossen ist, welche die KI-Kameraden von sich geben, oft nur nebenbei zu hören, während ich in Höchstgeschwindigkeit zum nächsten Gegner/Flaggenpunkt hetze. Die Soldaten tuscheln ehrfürchtig, wenn ich in der Nähe bin, sie rufen nach Hilfe, weisen auf Gegnerpositionen hin. Wenn sich zwei feindliche gesinnte KI-Kämpen im Nahkampf gegenüberstehen und ich den Gegner im Vorbeigehen erledige, bedankt sich der überlebende Teamkamerad. Da bin ich meistens schon weiter gehetzt, aus einem Fenster gesprungen, sitze rücklings auf einem Titan oder schleiche mich getarnt in Richtung der gegnerischen Positionen.

    Was die KI-Soldaten nicht sind: gefährlich. Wer erwartet, dass einem neben den anderen Spielern auch die Bots ordentlich einheizen, wird bei Titanfall enttäuscht. Selbst wenn mehrere KI-Kempen sekundenlang auf den regungslosen Spieler feuern, kommt der mit ein paar Kratzern davon. Warum? Weil die Bots keine Agenda haben, keinen Platz in der Teamliste. Wie erwähnt sind sie eine Ergänzung, kein Ersatz für echte Mitspieler. Wer das begreift, für den funktionieren sie: Als Frag-Lieferant, um die Bauzeit des eigenen Titans zu verkürzen, zum Orten von Gegenspielern oder einfach als kleines Atmosphäreschmankerl in einem Genre, das normalerweise ausschließlich von der Interaktion mit anderen Menschen lebt und desse Schlachtfelder zuweilen etwas steril wirken können. Und doch: Ein Modus ohne Bots für all die Nörgler und KI-Hasser, für all jene Spieler, die sich einfach nur mit anderen Menschen messen möchten, völlig ohne KI-Einmischung, wäre ein guter Kompromiss. Gibt es aber nicht. Daher mein Fazit zu diesem Vorteil:

    Unentschieden!

    Vorurteil #4: Die Grafik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Abseits der Explosionseffekte macht Titanfall eine optisch blasse Figur. Abseits der Explosionseffekte macht Titanfall eine optisch blasse Figur. Quelle: PC Games Die olle Source-Engine ist tatsächlich nicht mehr pinienfrisch. Aber hässlich sieht Titanfall garantiert nicht aus! In Bewegung glänzt der Ego-Shooter im Gegenteil mit einer nicht enden wollenden Abfolge wuchtiger Explosionen. Wer genau hinguckt, entdeckt natürlich die ein oder andere matschige Textur. Was aber schwerer wiegt, das ist zum einen das recht uninspirierte Design: Bis auf die Titanen wirkt diese Form der Zukunft doch reichlich langweilig, rein optisch gesehen. Die meisten schmutzig-braunen Levels mit ihren Lagerhallen und rechteckigen Baukasten-Häusern könnten vom Look her genauso gut aus jedem anderen modernen Militär-Shooter stammen. Zum zweiten enttäuscht die fehlende Zerstörbarkeit der Level-Objekte: Wenn ich schon mit einem tonnenschweren Mech durch die Pampa stampfe, dann will ich gefälligst auch Zäune umreißen, Bäume entwurzeln und niedrige Betonmauern durchbrechen! Geht aber nicht. Daher:

    Vorurteil bestätigt!

    Vorurteil #5: Matchmaking statt Serverbrowser - das nervt auf Dauer!

    Ich gebe es zu: Serverbrowser fand ich noch nie sonderlich sexy und Matchmaking war für mich bislang kein Grund, einem Multiplayer-Shooter den Rücken zu kehren. Aber ich verstehe, dass da jeder Spieler andere Präferenzen hat und gerade Titanfall hatte anfangs tatsächlich mit Problemen bei der Spielerfindung zu kämpfen. Unausgeglichene Partien, bei denen eine Seite eine zahlenmäßige Übergelegenheit aufwies, waren kurz nach Relese keine Seltenheit. Allerdings hat Entwickler Respawn mit Patches gegengesteuert und unter anderem den Funktionsumfang der Online-Lobbys erweitert. Inzwischen sind auch private Matches unter Freunden möglich. Was nervt, ist aber die alte Konsolen-Krankheit, dass ich als Spieler nicht selbst auswählen darf, auf welcher Map ich am liebsten spielen würde. Daher gibt es von mir schweren Herzens ein:

    Vorurteil bestätigt!

    01:23
    Titanfall: Grafik-Settings Maximum vs Medium vs Low im Video
    Spielecover zu Titanfall
    Titanfall
  • Titanfall
    Titanfall
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Respawn Entertainment
    Release
    13.03.2014
    Es gibt 26 Kommentare zum Artikel
    Von ZockerCompanion
    Ich hab Titanfall auch schon auf dem Schirm (Als CoD-Ersatz), aber bis jetzt noch nicht geholt.Es stimmt der Hype ist…
    Von Kerusame
    nur mal um kurz blöd zu antworten für mich beispielsweise.dass man in CoD nicht blöd rumstehen und schießen kann…
    Von TwilightSinger
    Ich jage gerne Titanen…macht eine Menge Spaß…Unfair? Nein! Eher eine Herausforderung, die oft „in die Hose gehen kann“.

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Titanfall
Vorurteile im Realitäts-Check: Nur ein Call of Duty-Klon?
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http://www.pcgames.de/Titanfall-Spiel-15918/Specials/Titanfall-Vorturteile-im-Realitaets-Check-1119280/
05.05.2014
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2014/04/04_20140430131614-pc-games_b2teaser_169.jpg
titanfall,mehrspieler,battlefield,ego-shooter,call of duty,multiplayer
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