Entdeckung: Fossilien-Schwämme bringen Evolution durcheinander
Schwammartige Organismen (Mitte und rechts, hier in Indonesien) könnten die ersten und somit ältesten Tiere der Welt sein. Forscher fanden 760 Millionen Jahre alte Fossilien in Namibia.
Forscher haben das vielleicht älteste Tier der Welt entdeckt und sorgen somit für eine Sensation. Schwammartige Fossilien an verschiedenen Orten in Namibia wurden auf ein Alter von 550 bis 760 Millionen Jahren datiert. Bei den versteinerten Lebewesen handelt es sich um Organismen von wenigen Millimetern Ausmaßen. Die Tiere waren mit Poren versehen, die laut den Wissenschaftlern zum Flüssigkeitsaustausch mit ihrer Umwelt dienten.
Die Forscher haben die Fossilien scheibchenweise seziert und das Gestein zwischen den Organismen mithilfe typischer Radiokohlenstofftechniken auf die besagten 760 Millionen Jahre datiert. Der Wert ist insofern eine Sensation, da bisherige wissenschaftliche Annahmen die ersten Tiere unserer Erde auf einen frühesten Lebenszeitraum von 600 bis 635 Millionen Jahren vor unserer Zeit sahen.
Sollte die wissenschaftliche Öffentlichkeit die Erkenntnisse der genannten Forscher anerkennen, müsste die Evolutionsgeschichte umgeschrieben werden. Laut einem Bericht im South African Journal of Science fanden die Forscher rund um C. K. 'Bob' Brain, Anthony R. Prave, Karl-Heinz Hoffmann, Anthony E. Fallick, Andre Botha, Donald A. Herd, Craig Sturrock, Iain Young, Daniel J. Condon und Stuart G. Allison diverse versteinerte Lebewesen im Etosha Nationalpark und anderen Orten in Namibia.
Ferner noch müsste – wie Spiegel Online schreibt – eine Korrektur der Zeitskala vorgenommen werden. Jüngste Funde, die die ältesten Tiere der Welt auf einen 100 bis 150 Millionen Jahre früheren Zeitraum als beschrieben datierten, ließen Wissenschaftler mit dem Ediacara-Fauna ein neues geologisches Zeitalter einführen. Weitere Infos gibt es im Bericht im South African Journal of Science.
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