Thief 3: Deadly Shadows
Entscheidungsfreiheit
Die beiden Vorgänger waren fein säuberlich in Abschnitte eingeteilt, Thief 3 dagegen bietet weitaus mehr Handlungsfreiraum. Wer zwischen den Aufträgen jeden Winkel der Stadt erkundet, stößt auf etliche Zusatzmissionen. So dürfen Sie beispielsweise in die Wohnung von Garretts Untermieter einbrechen. Nach einem ausführlichen Studium seines Tagebuchs wissen Sie, wo er einen Geldsack versteckt. Diese Information landet in Ihrem Journal, Sie dürfen daraufhin die Spur aufnehmen. Häufig ergeben sich Mini-Quests auch unerwartet. Etwa dann, wenn Sie die Gespräche anderer belauschen. Einmal balancieren Sie auf den Balkons von Fachwerkhäusern, um einem Verfolger zu entkommen, als Ihnen zwei Gestalten auffallen: Sie kriegen mit, wie sich ein übergewichtiger Bartträger vor seinem Auftraggeber fälschlicherweise als Meisterdieb Garrett ausgibt. Während die beiden einen Deal aushandeln, erfahren Sie mal wieder, wo es Beute zu holen gibt. Der Möchtegern-Garrett wird sich später wundern. Wer knapp bei Kasse ist, darf sich zudem als Straßen-dieb versuchen. Ihrem geschulten Auge entgeht kein einziges Schmuckstück. Wenn ein Passant um die Ecke schlendert und von oben bis unten glitzert und klimpert, dann bedeutet das: Hallo, ich bin randvoll mit Wertsachen beladen, beklau mich bitte! Eine Aufforderung, die sich Garrett nicht zweimal sagen lässt. Ein simpler Klick auf die rechte Maustaste leitet die illegale Aktion ein. Wenige Sekunden danach darf man vergnügt beobachten, wie das Opfer empört feststellt, dass seine Geldbörse fehlt. Werden Sie aber nicht übermütig: Wer andere beim Klauen anrempelt, provoziert die Aufmerksamkeit der Stadtwachen. Die schlagen Garrett k. o. und schleppen ihn ins Gefängnis. Schon haben Sie die nächste Untermission: aus dem Kerker ausbrechen.
Diebeswerkzeuge
Es ist erstaunlich, wie geschmeidig sich Garrett bewegt, obwohl er etliche Ausrüstungsgegenstände mitschleppt. Vermutlich erstreckt sich in seinem Mantel die Unendlichkeit. Neben dem bekannten Knüppel findet dort ein Bogen samt passender Pfeile Platz. Mit den Breitkopfpfeilen erledigen Sie Gegner auf die Entfernung, Moospfeile hingegen eignen sich zur Lähmung: Getroffene fassen sich an die Gurgel und taumeln benommen, während Garrett mit dem Dolch in den Nahkampf übergeht. Mit den Wasserpfeilen wischen Sie anschließend die Blutlache weg. Denn wer Spuren hinterlässt, schärft den Wahrnehmungssinn der Gegner: Die ziehen die Waffe und gehen auf die Suche, bis ihnen die Puste ausgeht oder sie die Lust verlieren. Während Garrett mit der einen oder anderen Wache locker im Duell fertig wird, bereiten spätere Gegner größere Probleme: Untote verpuffen nur bei Einsatz von Weihwasser und Zauberer schleudern Feuerbälle, die mächtig wehtun. Um gegen eine Übermacht zu bestehen, platzieren Sie Explosionsminen oder stellen fiese Öl-Fallen: Gegner gleiten mit rudernden Armen über die Lache am Boden und landen auf dem Allerwertesten - Sie nehmen währenddessen Reißaus oder nutzen die Situation zum Überraschungsangriff. Wer Kratzer abbekommt - viel mehr hält Garrett eh nicht aus -, heilt sich mit entsprechenden Tränken.

