The Witcher
Kein Rollenspiel ohne lebenden Toten: In einer Gruft erhebt Geralt das Schwert gegen Ghule.
Problemlos ließe sich ins Detail eindringen, ließen sich weiter Schwachpunkte aufzählen: Dass Alchemie mehr Gefrickel als Spielspaß ist; dass es nur eine Handvoll Inneneinrichtungen gibt; dass Gesichter kaum variieren, die Welt von Klonen bevölkert scheint; dass kein Diablo- oder World of Warcraft-Jagdfieber aufkommt, weil man keine Gegenstände mit unterschiedlichen Statuswerten findet; dass die Pokerspieler lachhaft schlecht würfeln - und so weiter. Nur, The Witcher macht trotzdem Spaß. So viel sogar, um bis spät in die Nacht am Rechner zu bleiben, nicht loslassen zu wollen. Es ist zuletzt kein Rollenspiel erschienen, das ähnlich mitreißend war wie dieses von Programmier- und Design-Fehlern gebeutelte Erstprojekt des in Polen ansässigen CD-Projekt-Teams. Die Vorteile überwiegen deutlich die Nachteile.
Die Feuerzeichen (Magie) lässt eine Flammenwand entstehen, die breiter ist je mehr Punkte man in den Skill gibt.
Äußerlichkeiten sind die eine Sache: Auf hohen Details fühlt man sich in die üppige Fantasy-Welt hineingesaugt, hält immer wieder inne, damit die Szenerie wirken kann. Nachts füllt Dunkelblau die Umgebung aus, heimelig nur der Schein einer Fackel, hinter deren Licht die Schatten flackern. Im Morgengrauen gleitet die Sonne über den wolkenverhangenen Himmel, gießt Licht aus, macht mittags alles hell und saftig. Abends taucht sie wieder unter, nicht ohne ein apokalyptisches Rot wie einen romantischen Zauber auf den Horizont zu legen. Zum Träumen schön.
Story, Verzweigungen und herausfordernde Kämpfe sind die andere Sache. Oft verlangt The Witcher Entscheidungen, die den Spielablauf beeinflussen. Im Vordergrund steht der Krieg zwischen Elfen und Zwergen gegen Menschen. Der Hexer findet sich gegen seinen Willen in diesen Zwist involviert und muss Flagge zeigen. Es allen recht zu machen - vergessen Sie's. Ihre Handlung zieht Konsequenzen nach sich, erstaunlich harte sogar: Manche Quests lassen sich nicht mehr abschließen, manch interessante Figuren wechseln kein Wort mehr mit Ihnen. Wer durch ist, findet ernste Gründe, noch einmal zu spielen. Gibt es schöneres Lob für ein Rollenspiel?

Die frage nach der Steuerung zeigt mal wieder ganz klar casual Verhalten, Tutorial übersprungen/nicht drin aufgepasst und Handbuch nicht gelesen/keins vorhanden... %-)
Kann mir da eventuell wer helfen???
Was mir aber den Spielspass massiv verdorben hat, sind die extremen Ladezeiten bei Levelübergängen. Das Spiel läd an jeder Ecke nach. So brauchte ich für eine Sidequest, bei der es nur darum ging von A nach B zu gehen und noch ein Objekt C abzuliefern eine geschlagene halbe Stunde.
Ohne die enomen Ladezeiten wäre es ein wirklich sehr gutes Rollenspiel, wenn nicht sogar das beste seid langer Zeit.
Ich habe ebenfalls von Anfang an mit beiden Patches gespielt und hatte bis zum Ende des Spiels keinen einzigen Bug erlebt.
Das Kampfsystem gehört meiner Meinung nach überhaupt zum Besten, was das Genre jemals gesehen hat! Solche realistisch animierte Kämpfe mit einem derartigen Aufwand an Motion-Capturing habe ich noch nie in einem Spiel erlebt. Die Kämpfe sind einfach ein optischer Genuss.
Das Einzige, was auf dauer wirklich nervt, sind die Ladezeiten. Aber auch die sollen ja mit dem dritten Patch deutlich reduziert werden.
Auch die stark kritisierte Sprachausgabe ist natürlich Geschmachssache und meiner Meinung nach deutlich besser, als die von Gothic 3 oder Oblivion.
Ich persönlich hätte The Witcher mit 91 bewertet. Für mich aktuell ganz klar das beste Rollenspiel!