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The Witcher 2: Assassins of Kings (PC)

Release:
17.05.2011
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Namco Bandai

The Witcher 2: Erzählerisches Meisterwerk mit spielerischen Macken - Leser-Test von RedDragon20

23.05.2011 15:22 Uhr
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The Witcher erntete 2007 viel Lob seitens Presse und Community. Das Spiel punktete mit einer bis dahin nicht da gewesenen Entscheidungsfreiheit und damit einher gehenden Konsequenzen, einer spannenden Story, und einem erwachsenen, blutigen Fantasy-Setting. Der Nachfolger, The Witcher 2, steht seit dem 17. März im Handel, und schickt sich an, die Genrespitze zu erreichen. CD Projekt Red hat viele Versprechungen gemacht und die Chancen stehen gut, dass The Witcher 2 das RPG-Highlight des Jahres wird und Maßstäbe setzt.


Geralt van Riva ist wohl der coolste Held der Spielgeschichte. Mit ihm bereist man in The Witcher 2 mehrere weitläufige Gebiete, löst Quests, kämpft und fällt weitreichende Entscheidungen. Geralt van Riva ist wohl der coolste Held der Spielgeschichte. Mit ihm bereist man in The Witcher 2 mehrere weitläufige Gebiete, löst Quests, kämpft und fällt weitreichende Entscheidungen. Info: The Witcher 2 ist vor allem eins: ein Spiel, eindeutig auf Erwachsene zugeschnitten. Angesichts der Erotik, der derben Sprüche und der teilweise unglaublichen Gewalt wundert es, dass die USK dem Spiel das "Ab 16"-Siegel aufgedrückt hat. Viele Sprüche tanzen Limbo unter der Gürtellinie, die Gewalt ist gerade in Zwischensequenzen derb und Themen, wie Misshandlung, Vergewaltigung, Rassismus und Unterdrückung von Minderheiten, sind keine Seltenheit. An der Stelle sei natürlich gesagt, dass der Spieler niemals direkt in Szenen involviert ist, in denen beispielsweise Frauen misshandelt oder Einzelne vom Mob zu Tode geprügelt werden. Trotzdem könnte so manch sensibles Gemüt weniger Freude mit The Witcher 2 haben. Viele Szenen sind unglaublich brutal. Primäre Geschlechtsteile oder Vergewaltigungen werden jedoch nie explizit gezeigt.

Solche Szenen zeigen, dass es in der Welt von The Witcher deutlich derber zugeht, als in anderen Spielen (und Büchern). Solche Szenen zeigen, dass es in der Welt von The Witcher deutlich derber zugeht, als in anderen Spielen (und Büchern). Worum geht es?
The Witcher 2 setzt etwa einen Monat nach The Witcher an und beginnt, wie der Vorgänger: Geralt van Riva hetzt durch den Wald, verletzt und von jemandem gejagt… und erwacht im Kerker, bewacht von zwei raubeinigen Soldaten, die gerade um ein paar Orens (Anm.: Orens sind die Währung in The Witcher) spielen. Geralt wird zum Verhör gebracht und damit beginnt zuerst ein Prolog, der es in sich hat und in dem man die Gründe für Geralts Aufenthalt im Kerker erfährt. Hier sei angemerkt, dass man die Dialogoptionen während des Verhörs von oben nach unten abarbeiten sollte. Frustmomente sind ansonsten nicht auszuschließen.

Was auf den Prolog folgt, ist eine in drei Akte und einen Epilog aufgeteilte Geschichte um Königsmorde, politische Intrigen und Geralts persönliche Suche nach seinen Erinnerungen. Die Geschichte folgt dabei einem roten Faden, verhält sich aber nicht linear und lässt sich durch die Entscheidungen des Spielers weitreichend beeinflussen. Dadurch steigt der Wiederspielbarkeitswert enorm an. Allerdings sollte man den Vorgänger oder die Bücher kennen, auf denen die The Witcher-Reihe basiert. Während des Spiels wird der Spieler nämlich häufig mit Storyfetzen und Andeutungen aus dem ersten Teil konfrontiert. Der Prolog stellt auch eine der wohl längsten Tutorials dar, die man je gesehen hat. Vier bis fünf Stunden ist man allein mit dem brachial inszenierten, aber linear ablaufenden Prolog beschäftigt. Schon in den ersten Minuten wird angesichts einer nackten Triss Merigold ersichtlich, dass es sich bei The Witcher 2 um ein Spiel für Erwachsene handelt. Der Prolog ist fantastisch inszeniert, bietet eine spannende Herangehensweise an den weiteren Spielverlauf und wird gekrönt von einem heransausenden Drachen. Danach geht es schließlich in den ersten Akt des Spiels und in das kleine Hafenstädtchen Flotsam. Die Begrüßung in Flotsam fällt (wie sollte es auch anders sein?) wenig gemütlich aus. Schon in den ersten Momenten sieht man sich einem atemberaubend schönen Wald gegenüber. Im ersten Akt blüht die Red Engine richtig auf. Kaum ein Wald in Spielen sah schöner aus. Aber auch in anderen Bereichen spielt The Witcher 2 seine Trümpfe aus. In Flotsam trifft man auf interessante NPCs (Nichtspielercharaktere) und die dreckige, mittelalterliche Atmosphäre übertrifft sogar die beliebte Gothic-Reihe von Piranha Bytes. Die spannenden Nebenquests punkten dabei vor allem durch ihre kleinen eigenen Geschichten, die realistisch wirkenden NPCs und der Entscheidungsfreiheit (die allerdings kaum bis keinen Einfluss auf die Hauptquest hat).
Zwar wirken die Mimiken meist etwas steif, aber wie in diesem Fall erkennt man trotzdem ganz klare Emotionen, wie etwa Schrecken. Zwar wirken die Mimiken meist etwas steif, aber wie in diesem Fall erkennt man trotzdem ganz klare Emotionen, wie etwa Schrecken.
Spoilerwarnung!: Im Laufe des ersten Aktes entscheidet man sich, ob man sich dem temerischen Agenten Vernon Roche anschließt, oder dem Anführer einer Guerilliatruppe, bestehend aus Elfen und Zwergen, dem verbitterten Iorweth. Beide Entscheidungsmöglichkeiten bieten im zweiten Akt jeweils einen anderen Plot. Beide verlaufen eng zueinander, bieten aber für sich andere Handlungsstränge, die man abläuft. Entscheidet man sich für Vernon Roche, hilft man dem König Henselt, einen Fluch zu brechen und Verschwörer dingfest zu machen, während man mit Iorweth der Drachentöterin Saskia in der Zwergenstadt Vergen beisteht.

Schließlich geht es zum dritten Akt, in dem sich die Handlungsstränge aus dem umfangreichen zweiten Akt wieder vereinen und der - wider meiner eigenen Erwartung - tatsächlich schwächer ausfällt, als der Rest des Spiels. Das heißt nicht, dass die Story zum Ende hin flacher und langweilig wird, im Gegenteil. An sich fällt der dritte Akt mitsamt dem Epilog spannend aus, bietet aber kaum neue Beschäftigungen oder Nebenquests. An Dialogen und weiteren Entscheidungen fehlt es nicht im Geringsten, dafür aber ein wenig an der Inszenierung, was der Endkampf allerdings wieder wett macht.

Charaktere und Dialoge:
Geralt ist weißhaarig, finster und cool. Trotzdem ist er keiner dieser eindimensionalen Actionhelden ohne Tiefgang, wie man sie beispielsweise in so manchen Holywoodfilmen oder anderen Spielen kennt. Geralts Charakter ist vorgegeben und wirkt, trotz der vielen Entscheidungen, die man mit ihm trifft, nie unglaubwürdig, sondern stets nachvollziehbar. Obwohl Geralt cool wie Eis wirkt, ist er doch ein tiefgründiger Charakter. Neben Geralt van Riva bietet The Witcher 2 ein ganzes Repertoire an Haupt- und Nebencharakteren. Ob nun die Zauberin Triss, der Agent Vernon Roche oder der widerliche Magier Dethmold - entweder wachsen einem die Charaktere ans Herz und man fiebert mit ihnen mit, oder aber man wünscht ihnen aufrichtig die Pest an den Hals. Die Charaktere wirken glaubwürdig und nachvollziehbar. Die Synchronsprecher tun dabei ihr übriges, um den Charakteren Leben einzuhauchen, und leisten top Arbeit. Aber nicht immer. Hin und wieder wirkt gerade Geralts Stimme nicht passend betont und manchmal ein wenig gelangweilt. Triss Merigold ist eine Zauberin und Geralts Geliebte. Im Gegensatz zum ersten Teil der Reihe sieht Triss diesmal viel natürlicher (und attraktiver) aus. Triss Merigold ist eine Zauberin und Geralts Geliebte. Im Gegensatz zum ersten Teil der Reihe sieht Triss diesmal viel natürlicher (und attraktiver) aus.

Die Dialoge fallen nicht so verzweigt und komplex aus, wie in meinem persönlichen Genre-Spitzenreiter Dragon Age: Origins, bieten aber stets viele Möglichkeiten und Optionen, überzeugen dabei aber auch durch die sehr gute Mischung aus Witz, Ernsthaftigkeit, Dramatik und raubeinigen Sprüchen. Wie Anfangs bereits erwähnt, finden Kraftausdrücke in den Dialogen gerne einen Ehrenplatz. Toleranz gegenüber dem Vulgären und Dreckigen sollte daher von Nöten sein.The Witcher 2 ist ganz klar kein kunterbuntes RPG, in dem sich die Charaktere mit Blümchen statt Messern bewerfen. Selbst das ohnehin schon sehr erwachsene Dragon Age: Origins hält sich im Vergleich mit The Witcher 2 noch ordentlich mit seiner Ausdrucksweise zurück.

Grafik, Technik und die Spielwelt:
Die von CD Projekt Red entwickelte Red Engine zeigt deutlich, was noch unter DX9 möglich ist. Die Texturen zeigen sich gestochen scharf und die tollen Licht- und Schattenspiele, die wundervolle Weitsicht (die besonders im zweiten Akt auffällt) lassen die Konkurrenz hinter sich. Zwar bietet die Engine "nur" DX9-Technik, lässt aber in vielen Bereichen aktuelle Spiele, die auf DX11 setzen, alt aussehen. Die Ladezeiten fallen dabei erfreulich kurz aus. Optisch ein Leckerbissen, aber rein technisch leider auch mit dem ein oder anderen Mangel behaftet: So wirken die Gesichter in Dialogen etwas steif. Gesichtsanimationen fallen etwas spärlich aus und wirken lange nicht so lebensecht, wie etwa in Dragon Age: Origins oder anderen Konkurrenztiteln, obwohl man ganz klare Gefühlsregungen und Mimiken erkennen kann. Das Spiel verlangt zudem einen starken Rechenknecht (selbst wenn man die Details runtschraubt) und sobald man längere Zeit spielt, fallen deutlich häufigere Ladezeiten auf. Nachladeruckler sind dabei keine Seltenheit und Objekte werden dabei auch spät in das Bild geladen, was manchmal zu seltsamen Erscheinungen führt. So beispielsweise läuft Geralt über einen flachen Weg und plötzlich taucht nur zwei Meter vor ihm ein Stein auf der Straße auf. Auch wirken die Schatten etwas grobkörnig. Schönheit hat eben ihren Preis, aber hoffen wir einfach mal auf Patches, die die Perfomance nach oben schrauben und die Nachladeprobleme ausmerzt. Desweiteren ist die Unschärfe arg übertrieben eingesetzt und der Überstrahleffekt ebenfalls. Zwar kann man beides im Konfigurationsmenü abschalten, aber eben nur entweder deaktivieren oder aktivieren. Einen Schieberegler gibt es nicht, um die Einstellungen zu skalieren.

Die enorme und schöne Weitsicht täuscht nur: The Witcher 2 ist kein Open World-Titel wie etwa die The Elder Scrolls-Reihe. Die enorme und schöne Weitsicht täuscht nur: The Witcher 2 ist kein Open World-Titel wie etwa die The Elder Scrolls-Reihe. Vor der Veröffentlichung wurde schon seitens der User gemunkelt und gefragt, ob The Witcher 2 ein Open-World Titel wird. Ganz klar: Nein. Die Spielwelt fällt nicht in das Schlauchlevel-Design, ist aber auch nicht mit The Elder Scrolls vergleichbar. Eher mit einem Gothic 2, in dem man mit fortlaufender Handlung auch die einzelnen Gebiete freischaltet. In The Witcher 2 kann man aber nicht in die früheren Gebiete zurückkehren, was den Spieler noch etwas einschränkt. Somit ist es unmöglich, nicht gemachte Nebenquests in früheren Gebieten zu beenden.Die Spielwelt fällt dennoch überaus stimmig aus. NPCs gehen einem geregelten Tagesablauf nach (reagieren nicht auf Diebstähle, wohl aber, wenn Geralt sein Schwert zückt), kleine Dialoge am Rande laden zum Zuhören ein und in der Wildnis findet man hin und wieder Monster und andere Gegner, die sich gegenseitig bekämpfen. Und obwohl die Weitsicht mit kleinen Tricks erkauft wurde, ist sie trotzdem schön anzusehen. Auch der Tag- und Nachtwechsel wirkt herrlich atmosphärisch. Am Morgen ist die Welt in Zwielicht getaucht, während bei Sonnenuntergang der Himmel in malerisches Rot getaucht wird. Die Nacht wird vom Mond beschienen und der Mittag bringt die gesamte Grafikpracht des Spiels zum Vorschein.

Erfahrener Benutzer
Moderation
23.05.2011 15:22 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
26.05.2011 17:50 Uhr
Ich fand Teil eins schon super und hab es mehrmals durchgespielt! Teil 2 hat meine Erwartungen bis jetzt übertroffen und sieht auch mit meinem etwas schwächeren PC sehr gut aus. Angenehm finde ich, das man sehr viele Einstellungsmöglichkeiten hat.

Die Kritikpunkte zum Kampfsystem sehe ich genauso. Wenn man…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
24.05.2011 11:46 Uhr
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
24.05.2011 10:55 Uhr
Übrigens schon gewusst alle die eine DVD Version gekuauft haben werden bestraft, mit schlechter Performance siehe hiezu arikel

http://the-witcher-2-assa...

Sowas könnte man in Test auch berücksichtigen.

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