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  • The Walking Dead: Michonne: Test der dreiteiligen Mini-Serie

    Telltale Games bringt uns mal wieder die Zombie-Apokalypse. Diesmal steuern wir allerdings nicht die kleine Clementine, sondern Fan-Liebling Michonne in einer gleichnamigen, dreiteiligen Mini-Serie. Wir haben die Machete gewetzt, zahlreiche Beißer einen Kopf kürzer gemacht und uns durch das große Finale geschlagen.

    Telltale hat uns mittlerweile schon etliche interaktive Filme mit großen Lizenzen erleben lassen. Wir schlugen uns als Sheriff Bigby durch Fabletown, erlebten auf Pandora allerhand abgedrehte Abenteuer, intrigierten am Hofe von King's Landing und sogar als Klotzkopf in der Welt von Minecraft waren wir unterwegs. Die zugkräftigste Lizenz des Entwicklerstudios ist aber nach wie vor The Walking Dead, mit dessen erster Staffel dem Studio der Durchbruch gelang. Nach der etwas faden Season 2 rund um die kleine Clementine bekommt nun die aus den Comics und der TV-Serie bekannte Michonne eine gleichnamige, dreiteilige Mini-Serie spendiert. Schluss also mit dem Kindergeburtstag und her mit der Machete.

    The Walking Dead: Michonne im Test: Dämonen der Vergangenheit

    Michonne ist ein gebrochener Charakter und sucht verzweifelt nach ihrem Lebenswillen. Michonne ist ein gebrochener Charakter und sucht verzweifelt nach ihrem Lebenswillen. Quelle: PC Games Die Geschichte spielt in der Zeit zwischen den Comic-Ausgaben 126 und 139 und erzählt die bisher unbekannte Story, was mit der Titelheldin passierte, als sie nicht mit der Gruppe rund um Rick, Ezekiel und Co. unterwegs war. Nach der Trennung von den Freunden stößt Michonne bald auf eine neue Schar hilfsbereiter Überlebender. Diese haben Zuflucht auf einem alten Schiff gesucht und schippern damit auf der Suche nach brauchbaren Gütern über ein Gewässer. Eines Tages erhält die Crew jedoch den Notruf einer jungen Frau, woraufhin sich Captain Pete und Michonne auf den Weg machen, diese aufzuspüren. Fans der Untoten-Saga wissen natürlich, dass dies nicht ohne Komplikationen in Form um sich schnappender Zombies und zwielichtiger Menschen ablaufen wird. Als wäre das noch nicht genug, droht Michonne auch noch psychisch zusammenzubrechen, da sie immer wieder von Bildern ihrer toten Kinder aus der Fassung gebracht wird.

    Obwohl die Geschichte erst zum Ende der gerade einmal 90-minütigen Episode Fahrt aufnimmt, ist sie keineswegs langweilig. Den Entwicklern von Telltale Games gelingt es über die gesamte Spielzeit eine spannende und bedrohliche, stellenweise sogar eine melancholische Atmosphäre aufzubauen. Obwohl die zombifizierte Gefahr allgegenwärtig ist, wird die tolle Stimmung vor allem über den Charakter der Hauptfigur aufgebaut. Denn Michonne ist eine taffe Kämpferin, daher passt es hier (anders als bei Clementine in Season 2), wenn sich die Heldin durch Beißer schnetzelt oder in einer Gruppe das Kommando übernimmt. Gleichzeitig ist sie aber auch ein tragischer und gebrochener Charakter, weil sie sich selbst die Schuld am Tod ihrer Kinder gibt. Sie sucht krampfhaft nach einem Grund, weiterzuleben. Ein sehr interessanter Ansatz: Eine Figur, die ihren Lebenswillen scheinbar verloren hat, muss versuchen, sich und ihre Gruppe vor den Gefahren der Welt zu schützen. Besonders die Interaktionen mit scheinbar feindlich gesinnten Personen bekommen so einen ganz eigenen Reiz.

    Action-Sequenzen werden mal wieder per QTEs absolviert. Action-Sequenzen werden mal wieder per QTEs absolviert. Quelle: PC Games

    Review zu The Walking Dead: Michonne: Keine Langeweile, keine Innovationen

    Spielerisch darf man von The Walking Dead: Michonne jedoch keine Innovationen erwarten. Der Titel spielt sich eben wie alle anderen Telltale-Games der letzten Jahren. Einen Großteil der Spielzeit verbringt ihr damit, Gespräche mit anderen Charakteren zu führen. Hier trefft ihr oftmals Entscheidungen, deren Konsequenzen sich mal mehr, mal weniger schwerwiegend auf die Weiterführung der Story auswirken. Zudem beeinflussen eure Antworten die Beziehung zu euren jeweiligen Gesprächspartnern. Die Dialoge sind allesamt gut geschrieben und bauen eine dichte Atmosphäre auf. Oft muss man genau abwägen, ob man einer bestimmten Person traut oder sie doch besser anlügt. Obwohl die Charakterzeichnung großteils durchschaubar ist, verstehen die Entwickler es bei einigen Figuren immer wieder Zweifel zu streuen.

    Einige Dialoge bauen eine bedrohliche Atmosphäre auf und lassen euch eure Antworten gut abwägen. Einige Dialoge bauen eine bedrohliche Atmosphäre auf und lassen euch eure Antworten gut abwägen. Quelle: PC Games Doch wo Michonne mit ihrer Machete (Ihr Markenzeichen, das Katana hat sie anscheinend verloren) aufkreuzt, darf natürlich auch die Action nicht zu kurz kommen. Die interaktiven Passagen meistert ihr ebenfalls Telltale-typisch in Form von Quicktime-Events. Wer nicht rechtzeitig den eingeblendeten Knopf drückt, muss damit rechnen als Zombie-Futter zu enden - und darf dann die Sequenz noch einmal bewältigen. Wer jedoch schnell genug ist, verarbeitet die geifernden Beißer zu Hackfleisch. Spielerisch ist das zwar mau, die QTEs sind aber schön inszeniert und Splatter-Fans dürfte in einigen Szenen das Herz aufgehen.

    Abseits dieser Sequenzen dürft ihr euch auch halbwegs frei in kleineren Arealen bewegen. Hier macht ihr jedoch nichts anderes, als ein paar Hotspots anzuklicken und Hinweise darauf zu suchen, wie es weitergeht. Diese kleineren Rätsel sind aber mal wieder viel zu leicht ausgefallen. Steht ihr beispielsweise vor einer verschlossenen Tür, liegt mit Sicherheit in der näheren Umgebung ein Hilfsmittel, mit dem ihr sie öffnen könnt. Adventure-Spezialisten mögen darüber die Nase rümpfen. Atmosphäre und Story stehen bei The Walking Dead: Michonne (genau wie in allen Telltale-Spielen der letzten Jahre) aber klar über dem Gameplay. Der Spielfluss ist dennoch gut gelungen, da sich die drei Spielelemente (Dialoge, Action, Level-Erforschung) ordentlich ergänzen und nie zu lange gezogen wirken. Der Titel macht zwar nichts neu, aber als Adventure mit Telltale-typischem Gameplay auch nichts verkehrt.

    02:51
    The Walking Dead - Michonne: Episode 1 im Testvideo

    Update: Episode 2

    Episode 2 bietet viel mehr Action als die atmosphärische erste Folge. Episode 2 bietet viel mehr Action als die atmosphärische erste Folge. Quelle: PC Games Am 29. März erschien schon die zweite Episode mit dem Titel "Gewähre kein Obdach", welche die hohe Qualität der ersten Folge fortsetzt. Während "Verwickelt und verstrickt" noch hauptsächlich die Spannung aufbaut, bringt die neue Episode viel mehr brachiale Action ins Spiel. Einige Szenen sind derart hart und brutal inszeniert, dass wir kurz schlucken mussten. So abscheulich die Gewalt in vielen Szenen auch ist, sie passt hervorragend in den Kontext und unterstreicht die bedrohliche Atmosphäre. Die in Part 1 begonnene Geschichte wird souverän weitergeführt, bietet einige spannende Stellen und gipfelt schließlich in einem typischen Cliffhanger. In einem Monat geht es aber bereits mit der finalen Episode "Was wir verdienen" weiter. Ein kleiner Kritikpunkt: Die sehr intimen Flashbacks, welche Michonnes Vergangenheit beleuchten, fügen sich nicht mehr ganz so passend in die eher actiongeladene Episode ein. Technisch hatten wir bei der von uns gespielten PC-Fassung kaum etwas zu beanstanden. Lediglich am Anfang der Folge fror das Bild bei einem Szenenübergang kurz ein. Die von einigen Spielern gemeldeten technischen Probleme von "Gewähre kein Obdach" können wir also bislang nicht bestätigen.

    Update: Episode 3

    Die letzte Episode "Was wir verdienen" startet erstmal langsamer ins Abenteuer als die vorherige Folge. Der große Showdown steht vor der Tür und die verschiedenen Charaktere versuchen ihre Angst auf verschiedene Arten in den Griff zu bekommen. Die erste Hälfte der Folge nimmt sich viel Zeit in Fahrt zu kommen und stellt quasi die Ruhe vor dem Sturm dar. Beim spielen könnte man sich zunächst denken, dass die Geschichte doch endlich mal richtig losgehen soll, doch bei all dem, was später noch geschieht, ist dies durchaus gut umgesetzt. In der zweiten Hälfte der Episode erreicht die Spannung nämlich ihren Höhepunkt und die Ereignisse überschlagen sich. Das große Finale ist ein würdiger Höhepunkt für die gesamte Staffel und stellt das Ende von The Walking Dead: Season 2 ganz klar in den Schatten. Vor allem die immer wiederkehrenden Flashbacks von Michonnes Vergangenheit werden hervorragend eingesetzt und kreieren ein höchst emotionales Finale.
    Das Finale ist spannungsgeladen, brutal und höchst emotional. Ein würdiger Abschluss für die sehr gute Mini-Serie. Das Finale ist spannungsgeladen, brutal und höchst emotional. Ein würdiger Abschluss für die sehr gute Mini-Serie. Quelle: PC Games
    Einige Problemchen hat die dritte Episode allerdings auch. Wie schon in der letzten Folge gibt es eigentlich kein einziges Rätsel. So dürftig die Telltale-Knobeleien in der Regel auch sind, ein wenig mehr Beteiligung am Spielablauf hätten wir uns schon gewünscht. The Walking Dead: Michonne ist noch viel mehr sellbst ablaufender Film mit gelegentlichem Knöpfchendrücken als die letzten "Adventures" des Studios. Vor allem sind die getätigten Entscheidungen mal wieder weitaus weniger wichtig, als es uns die Entwickler mit den ganzen Einblendungen glauben machen wollen. Während wir in der letzten Episode "Gewähre kein Obdach" noch keinerlei technische Probleme hatten, ruckelte "Was wir verdienen" teilweise sehr auffällig. Zudem fror unser Bildschirm in einigen Szenen ein, welche in einen Ladebildschirm übergehen. Nach einigen Sekunden ging es stets weiter, nervig sind solche Momente dennoch.


    The Walking Dead: Michonne (PC)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    The Walking Dead: Michonne (PS4)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    The Walking Dead: Michonne (XBO)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Spannende Geschichte
    Gut geschriebene Charaktere
    Gelungener Spannungsaufbau
    Hervorragende englische Vertonung
    Emotional packendes Finale
    Technische Problemchen (Episode 3)
    Wenig spielerische Beteiligung
    Entscheidungen sind teilweise etwas aufgesetzt
    Fazit
    Schöner Film mit spannender und emotionaler Geschichte. Nur etwas mehr Spiel dürfte es dann doch sein.

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The Walking Dead: Michonne
The Walking Dead: Michonne: Test der dreiteiligen Mini-Serie
Telltale Games bringt uns mal wieder die Zombie-Apokalypse. Diesmal steuern wir allerdings nicht die kleine Clementine, sondern Fan-Liebling Michonne in einer gleichnamigen, dreiteiligen Mini-Serie. Wir haben die Machete gewetzt, zahlreiche Beißer einen Kopf kürzer gemacht und uns durch das große Finale geschlagen.
http://www.pcgames.de/The-Walking-Dead-Michonne-Spiel-55724/Tests/Test-zu-The-Walking-Dead-Michonne-1187212/
24.02.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/02/TWD_Michonne-_8_-pc-games_b2teaser_169.png
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