The Raven (PC)

Release:
24.10.2013
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Nordic Games

The Raven: Episode 1 im Test - Jetzt mit Video - Ab heute im Handel

23.07.2013 12:01 Uhr
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Neu
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Im Test: Der erste Teil des ambitionierten Episoden-Abenteuers The Raven von den Book of Unwritten Tales-Machern. Der Auftakt des dreiteiligen Abenteuers präsentiert sich ordentlich, lässt aber Raum für Steigerungen.
04:21
The Raven: Test des Episoden-Abenteuers
Für die Verwendung in unseren Foren:

Das hätte sich Jakob Anton Zellner nie im Leben träumen lassen: Gestern sortierte der einfache Züricher Wachtmeister noch in seinem Kabuff Akten und heute schon ist er in die Ermittlungen zu einem internationalen Juwelenraub verwickelt. Was war passiert? London, 1964: Der für tot gehaltene Meisterdieb mit dem Spitznamen "Der Rabe" entwendet einen unbezahlbaren Edelstein – eines der beiden Augen der Sphinx - aus einem Museum. Natürlich wird der renommierte Inspektor Legrand mit dem Fall betraut, schließlich hat der scharfsinnige Franzose den angeblichen Raben vor mehreren Jahren gestellt und erschossen. Legrand plant, dem Raben mit dem zweiten Sphinx-Juwel eine Falle im traditionsreichen Orient-Express zu stellen.

Natürlich hat Wachtmeister Zellner, der zur Unterstützung des Inspektors abgestellt wird, davon keine Ahnung.
Soviel zur Hintergrundgeschichte des mehrteiligen Adventures The Raven. In der ersten der drei Episoden (Erscheinungstermin 23. Juli) erlebt ihr die Geschichte aus Sicht des Schweizer Polizisten Zellner. Im zweiten Teil (Wiege der Täuschung, Release 27. August 2013) spielt ihr den überheblichen Legrand und in der letzten Folge Mörder und Raben (Release 24. September 2013) gar den Meisterdieb selbst. Geplanter Erscheinungstermin der kompletten Verkaufsfassung für den Handel ist der 23. Oktober 2013. Die einzelnen Episoden sind im Vorfeld übrigens nicht separat erhältlich, das Gesamtpaket kostet aktuell 20 Euro auf Steam.

Gutes Adventure mit kleinen technischen Mängeln

The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs - Episode 1: Die Augen der Sphinx im Test. (5) The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs - Episode 1: Die Augen der Sphinx im Test. (5) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Bei The Raven handelt es sich um ein klassisches Point & Click-Adventure: Ihr steuert Wachtmeister Zellner mit der Maus durch atmosphärische3D-Umgebungen. Ein echtes Problem ist dabei die Wegfindung: Die Bewegung von einem Bildschirm zum nächsten ist oft umständlich, weil man schlichtweg nicht weiß, wo man hinklicken soll. Das hätte sich mit einem kontextsensitiven Cursor verhindern lassen. Unverständlich: Auch die Schnellreise-Funktion ist nicht auf jedem Bildschirm verfügbar. Richtig nervig war aber, dass in unserer Testversion die Spielfigur des Öfteren an verschiedenen Stellen "hängenblieb" und einfach nicht mehr reagierte. Nicht einmal das Menü ließ sich dann öffnen. Einzige Lösung: mit Druck auf Alt und F4 das Spiel beenden und neu starten. Und hoffen, dass der letzte Speicherpunkt nicht allzu weit zurückliegt.
Mit der linken Maustaste könnt ihr Unterhaltungen mit NPCs beginnen oder mit der Umgebung interagieren.

Auch bei letzterem hätte ein kontextsensitiver Mauscursor für eine komfortablere Bedienung gesorgt. Es ist beispielsweise nicht immer möglich, Gegenstände sofort aufzunehmen oder zu benutzen, ohne zuvor eine oder mehrere Erklärungen über sich ergehen zu lassen. Außerdem müsst ihr viele Items mehr als einmal anklicken, um auch wirklich alles darüber zu erfahren. Das Inventar ruft ihr auf, indem ihr die Maus an den unteren Bildschirmrand bewegt. Durch Klicken mit der rechten Maustaste könnt ihr euch Erklärungen zu Gegenständen anhören. Mit der linken Maustaste nehmt ihr Gegenstände auf, um sie zu benutzen oder mit anderen Items zu kombinieren.

Gelungene Rätsel mit nervigen Ausnahmen

The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs - Episode 1: Die Augen der Sphinx im Test. (1) The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs - Episode 1: Die Augen der Sphinx im Test. (1) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Natürlich müsst ihr im Verlauf der dreistündigen, ersten Episode mehrere Standardrätsel lösen. Diese sind aber durchweg logisch und nicht allzu komplex. Ein Beispiel: um eine Fackel herzustellen, brecht ihr mit einem Feuerlöscher ein Stuhlbein ab und umwickelt es mit einem schmierigen Lappen. Dann kippt ihr hochprozentigen Alkohol in eine herumstehende Schale und entzündet diesen. Schwerer wird's nicht im ganzen Spiel nicht. Vor allem, weil sowohl die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung als auch die Gegenstände in eurem Inventar sehr überschaubar sind. Wer dennoch nicht auf die Lösung kommt, darf sich gegen ein kleines Entgelt alle Hotspots auf einem Bildschirm anzeigen lassen. Die Währung dafür sind sogenannte Adventure-Points, mit denen man im Laufe des kurzen Abenteuers geradezu überschüttet wird. Sehr positiv: Ihr dürft jederzeit euren Spielfortschritt sichern und seit auch nicht beschränkt, was die verfügbaren Speicherplätze angeht.

Gegen Ende der ersten Episode erwartet euch eine etwas nervige, fummelige Aufgabe, für die es keinerlei Lösungshilfen gibt. Ihr sollt ein Türschloss mit sechs Bolzen mit Hilfe eines Drahts öffnen. Dazu müsst ihr das Stück Metall entsprechend verbiegen. Leider bietet das Spiel keinerlei audiovisuelles Feedback, ob man sich dabei auf dem richtigen Weg befindet oder auf was man dabei achten sollte. Auch ein Minispiel haben die Entwickler eingebaut. Auf einem Kreuzfahrtschiff (der zweiten Location des Spiels neben dem Orient-Express) spielt ihr gegen die halbwegs intelligent agierende KI eine Partie Shuffleboard. Nett, leider nicht wiederholbar und spielerisch auch nicht sehr anspruchsvoll.

Durchwachsene Grafik, erstklassige Sprachausgabe

The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs - Episode 1: Die Augen der Sphinx im Test. (2) The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs - Episode 1: Die Augen der Sphinx im Test. (2) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Wie eingangs erwähnt, sind alle Locations in der ersten Episode durchweg stimmig umgesetzt. Eine Grafikbombe ist The Raven dennoch nicht. Dafür sind Umgebungen einfach nicht detailliert genug und die Texturen an vielen Stellen schlichtweg zu schwammig. Auch die Qualität der Charakteranimationen schwankt stark: von unbeholfen und unfertig wirkend bis sehr gut ist alles dabei. Dafür ist den Entwickler die Mimik der Figuren ausnehmend gut gelungen. Das gilt auch für die Synchronisation. Sowohl die englische als auch die deutsche Sprachausgabe ist erstklassig. Ihr könnt im Menü umschalten, welche Variante ihr erleben wollt. Wir finden, dass die deutsche Version sogar die Nase vorne hat. Neben gut gewählten Sprechern bietet diese auch richtig geschriebene Dialoge (und im Fall des Protagonisten auch gute Monologe). Das Spiel rät, mit allen Charakteren ausführlich zu sprechen, um weiterzukommen. Ein Rat, den wir angesichts der Qualität der Sprachausgabe nur unterstreichen können.

   
Wolfgang Fischer
„Macht Lust auf Episode 2: Ein ordentlicher Auftakt für den Adventure-Dreiteiler“
The Raven beginnt sehr atmosphärisch, aber etwas träge. Das Adventure nimmt zum Ende der Orient-Express-Location Fahrt auf, um dieses Momentum dann wieder zu verlieren. Gleiches Spiel auf dem Kreuzfahrtschiff: langsamer Beginn, steter Spannungsaufbau, gute Rätsel und als man das Gefühl hat, jetzt würde das Spiel so richtig beginnen, läuft auch schon der Abspann. Das Ende der ersten Episode ist unerwartet und viel zu abrupt für meinen Geschmack. Abgesehen davon hinterließ The Raven trotz der beschriebenen Bugs und kleinen Design-Mängel einen guten Eindruck. Die Rätsel sind durchweg logisch, die Dialoge auf sehr hohem Niveau und die Story fesselt von Minute zu Minute mehr. Bleibt abzuwarten, ob und inwieweit sich der Wechsel der Hauptfigur in der zweiten Episode sich auf das Gameplay auswirken wird.
   
The Raven (PC)
Spielspaß-Wertung

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23.07.2013 12:01 Uhr
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