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  • Updated

    The Park im Test mit Video: 10 Euro für eine Stunde "Spaß" - Funcom versucht sich an einem Horror-Adventure und scheitert

    Hauptfigur Lorraine (rechts) bleibt das gesamte Spiel über furchtbar blass und eignet sich nicht als Protagonistin. Quelle: PC Games

    Der Park ist eröffnet! Wäre er doch mal geschlossen geblieben! In unserem Test zu The Park mit Let's Play-Video entlarven wir schonungslos die Schwächen des Funcom-Adventures mit The Secret World-Hintergrund. Lest jetzt, warum ihr euch die zehn Euro für diese lasche Gruselgeschichte sparen solltet!

    Als wir The Park getestet haben, hat das nicht lange gedauert: ein gutes Stündchen, dann war Funcoms erster Ausflug in die Singleplayer-Welt seit Dreamfall: The Longest Journey auch schon wieder vorbei. Wer sich etwas mehr Zeit lässt, ist nach maximal zwei Stunden durch. The Park definiert den Spiele-Kritikpunkt "zu kurz" neu.

    Update vom 29. Oktober 2015: Wir haben den Artikel um unser Testvideo zu The Park ergänzt!

    The Park im Test: Ein Schuss The Secret World

    The Park setzt die Unreal Engine 4 ein, das sieht man dem Spiel aber nur sehr selten an. The Park setzt die Unreal Engine 4 ein, das sieht man dem Spiel aber nur sehr selten an. Quelle: PC Games Entwickler Funcom ist bekannt für eine Reihe mittlelprächtiger Online-Rollenspiele. Das jüngste hieß The Secret World und in dessen Welt spielt auch The Park: ein Einzelspieler-Adventure mit Gruselelementen, das euch in einen scheinbar verlassenen Vergnügungspark schickt. Innovativ ist dabei nur die Hauptrolle: Ihr spielt eine besorgte Mutter namens Lorraine, die nach ihrem Sohn Callum sucht. Der Rest ist eine Mischung aus Slender, Dear Esther und Gone Home, aber ohne die Qualität der Vorbilder zu erreichen. Das liegt nicht nur an der Kürze des Spiels, die keinen Raum für interesante Story-Entwicklungen und das Entfalten einer bedrohlichen Atmosphäre lässt. Das hauptsächliche Problem ist, dass sich The Park nicht wie ein vollwertiges Spiel anfühlt.

    Stellenweise spielt The Park auf ganz überzeigende Weise mit der Musik, um solche Szenen halbwegs gruselig zu gestalten. Stellenweise spielt The Park auf ganz überzeigende Weise mit der Musik, um solche Szenen halbwegs gruselig zu gestalten. Quelle: PC Games Es erinnert mehr an eine Designstudie oder einen Prototypen. The Park ist eine Fingerübung für Funcom, die ruft: "Hey, schaut her, wir können auch was anderes als MMORPGs!" Zu dumm, dass sie es nicht sonderlich gut können. Als Gruselspiel deklariert, flößt The Park selbst schreckhaften PC-Spielern nur höchst selten Furcht ein. Sämtliche Schockeffekte sind vorhersehbar und folgen typischen Mustern: Heldin dreht sich um - zack, Monster! Heldin guckt durch ein Fenster in einen dunklen Raum - zack, Lichtblitz, Monster! Dass diese monströsen Erscheinungen sowie der Freizeitpark an sich The Secret World-Spielern bekannt vorkommen dürften, trägt kaum zum Spielvergnügen bei. Immerhin gibt's eine Anlehnung an den im Online-Rollenspiel präsenten Cthulhu-Mythos.

    The Park imTestvideo

    02:31
    The Park: Test-Video - Extra kurzer Grusel-Murks

    Wie ein leidlich interessanter Film

    Im Spielverlauf fahrt ihr Riesenrad, Achterbahn & Co. Adrenalin schießt euch dabei nie ins Blut. Im Spielverlauf fahrt ihr Riesenrad, Achterbahn & Co. Adrenalin schießt euch dabei nie ins Blut. Quelle: PC Games The Park verdammt euch zum Zuschauen. Ihr könnt lediglich mit einer Handvoll Objekte interagieren, meist latscht ihr einfach nur durch die Gegend und ruft nach dem vermissten Sohn der Protagonistin. Das dient als cleveres Hilfesystem, um den richtigen Weg zur nächsten Location zu finden. Allerdings gibt es - die Kürze des Spiels lässt es vermuten - nur ein halbes Dutzend solcher Örtlichkeiten und keine davon prägt sich einem nachhaltig ins Gedächtnis ein. Obwohl, die elendig langsame Fahrt mit einem Bootchen durch eine finstere Höhle werden wir so schnell nicht vergessen - weil sie so strunzlangweilig ist und unsere Geduldsfaden mit einer Nacherzählung des Märchens Hänsel und Gretel strapaziert. Im Spielverlauf setzt ihr euch gleich in mehrere solcher "Attraktionen", unter anderem fahrt ihr Riesenrad und Achterbahn. Klingt vergnüglich, ist aber genauso lahm und öde wie der Rest von The Park.

    Die Schockmomente sind vorhersehbar. Einzig eine Geisterbahn gegen Ende des Spiels machte uns ab und zu Angst. Die Schockmomente sind vorhersehbar. Einzig eine Geisterbahn gegen Ende des Spiels machte uns ab und zu Angst. Quelle: PC Games Die ereignislosen Laufwege zwischen einzelnen Locations sind auch nicht viel besser; Funcom schafft es dadurch, selbst die bis zu zwei Stunden kurze Spielzeit noch gestreckt wirken zu lassen. In aufgesetzt wirkenden Monologen sinniert die Protagonistin über ihre Vergangenheit und lässt so langsam ein Bild von der komplizierten Beziehung zwischen Mutter und Sohn entstehen, die bei The Park im Vordergrund steht. So ungewöhnlich die Ausgangsidee der Handlung jedooch auch ist - die Texte sind einfach zu plump geschrieben, um für viel Faszination beim Spieler zu sorgen. Schon nach einigen Minuten kann man den Story-Ausgang erahnen. Jedenfalls sofern man des Englischen mächtig ist, denn Sprachausgabe und Untertitel von The Park hat Funcom nicht ins Deutsche übersetzt.

    Die Notizen erzählen kleine Geschichten aus dem Vergnügungspark. Eine deutsche Übersetzung der Texte ist nicht enthalten. Die Notizen erzählen kleine Geschichten aus dem Vergnügungspark. Eine deutsche Übersetzung der Texte ist nicht enthalten. Quelle: PC Games Das gilt auch für allerlei Notizen und Schriftstücke, die ihr auf eurem Weg findet und die kleine Geschichten über den verlassenen Freizeitpark erzählen. Doch weder diese Randereignisse noch die eigentliche Handlung machen The Park zu etwas Besonderem. Funcom verpasst es vor allem, eine Hauptfigur zu entwerfen, mit der wir mitfiebern. Mutter Lorraine verfügt über keinerlei Charakterzüge, wir werden einfach mir nichts, dir nichts in ihre Rolle geworfen und fragen uns die ganze Zeit, warum wir überhaupt nach Sohnemann Callum suchen sollten, so egal ist uns der Bengel.

    Dabei steckt ein guter Kern in The Park, es befasst sich mit einigen erwachsenen Themen, die man sonst nur selten in Videospielen zu Gesicht bekommt. Und ganz am Ende wird das ansonsten so langweilige Level-Design dann auch mal angenehm verstörend. Angesichts der gähnenden Langeweile, die der Rest des Spiels versprüht, ist das aber nur ein schwacher Trost.

    Kein Spaß im Park

    The Park kostet 13 Euro, zum Release gibt es das Spiel auf Steam für 9,99 €. Das klingt wie ein Schnäppchen, aber angesichts der kurzen Spielzeit solltet sich selbst The Secret World-Fans und Horror-Enthusiasten den Kauf gut überlegen. Eine gute Idee macht noch lange kein unterhaltsames Spiel und bei The Park hapert es zusätzlich eben noch an allen Enden und Ecken.


    The Park (PC)

    Spielspaß
    59 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Recht stimmungsvolle Park-Kulisse
    Gelungenges Leveldesign im letzten Spielviertel
    Interessante Story-Grundidee
    Beschäftigt sich mit erwachsenen, ungewöhnlichen Themen
    Gelegentlich halbwegs gruselig
    Sehr kurze Spielzeit (ein bis zwei Stunden)
    Unscheinbare Figuren ohne jede Persönlichkeit
    Vorhersehbare Gruselmomente
    Unnötig lange Laufwege
    Plump erzählte Geschichte mit aufgesetzten Monologen
    Abruptes Ende
    Wenige Locations
    Tödlich langweilige Schwanenboot-Fahrt
    Keine Rätsel, wenige Interaktionsmöglichkeiten
    Komplett linearer Spielverlauf ohne Entscheidungen
    Keine deutsche Übersetzung

    The Park im Let's Play-Video

    23:13
    The Park: Let's Play zum Horror-Spiel von Funcom - Video
  • The Park
    The Park
    Developer
    Funcom
    Release
    27.10.2015
    Es gibt 12 Kommentare zum Artikel
    Von Yukigami
    Ich glaube, das Kernproblem hier ist, dass the Park kein Spiel ist. Jip. Man kann es nicht gewinnen und es gibt keinen…
    Von BiJay
    Ich sehe also doch, dass die Handlung zum Überlegen anregt. Das ist ja auch gut so, da hat man auch noch im Nachhinein…
    Von PeterBathge
    Ich hab 57 Minuten gebraucht.
    • Es gibt 12 Kommentare zum Artikel

      • Von Yukigami Neuer Benutzer
        Ich glaube, das Kernproblem hier ist, dass the Park kein Spiel ist. Jip. Man kann es nicht gewinnen und es gibt keinen Sonderpreis, wenn man es in einer Rekordzeit unter einer Stunde schafft, wie es der Autor der Kolumne scheinbar getan hat. The Park ist eine interaktive Erfahrung. Eine Art Film, in den man…
      • Von BiJay Erfahrener Benutzer
        Ich sehe also doch, dass die Handlung zum Überlegen anregt. Das ist ja auch gut so, da hat man auch noch im Nachhinein etwas zum Grübeln. Vielleicht ist dann auch ein zweites Durchspielen pasabel, um sich einigen Dingen mehr Klarheit zu verschaffen. Im Test liest es sich als wäre die Handlung total mies. Es…
      • Von PeterBathge Redakteur
        Ich hab 57 Minuten gebraucht.
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The Park
The Park im Test mit Video: 10 Euro für eine Stunde "Spaß" - Funcom versucht sich an einem Horror-Adventure und scheitert
Der Park ist eröffnet! Wäre er doch mal geschlossen geblieben! In unserem Test zu The Park mit Let's Play-Video entlarven wir schonungslos die Schwächen des Funcom-Adventures mit The Secret World-Hintergrund. Lest jetzt, warum ihr euch die zehn Euro für diese lasche Gruselgeschichte sparen solltet!
http://www.pcgames.de/The-Park-Spiel-56051/Tests/Test-mit-Video-zum-Horror-Adventure-1175874/
29.10.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/10/The_Park_Test_10-pc-games_b2teaser_169.jpg
horror,test,funcom,adventure
tests