The Man Who Killed Don Quixote: Filmrezension zur ambitionierten Dramedy

0
Test Stefan Turiak - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Szenenbild aus "The Man Who Killed Don Quixote" (2018)
Quelle: Concorde

Das Langzeitprojekt "The Man Who Killed Don Quixote" ist den Darstellern John Hurt und Jean Rochefort gewidmet. Beide waren zuvor ausgewählt worden um den verrückten Rittersmann zu verkörpern, verstarben jedoch bevor die Dreharbeiten abgeschlossen werden konnten. Auf dem Cannes Film Festival ehrten die Zuschauer das Werk mit 15 Minuten Standing Ovations.

Der Regie-Newcomer Toby verschwendet während des Drehs eines Werbespots in Spanien sein Produktionsbudget und schläft unvernünftigerweise mit der Frau seines Produzenten. Eines Abends stößt er auf eine Raubkopie seines Studentenfilms, einer Adaption des berühmten Romans "Don Quijote" von Cervantes, die er einst in einem Dorf in der Nähe gedreht hat. Toby erinnert sich nostalgisch an die Drehzeit mit einem winzig kleinen Budget und an die Dorfschönheit zurück, in die er sich damals verliebte. Er beschließt, den Werbesport-Dreh zu verlassen, um besagtes Dorf aufzusuchen. Dort entdeckt er, dass sich der Mann, der damals Don Quijote spielte, tatsächlich für den berühmten literarischen Helden hält. Und der alte Mann vermeint offenbar, in dem Regisseur seinen Sancho Panza zu erkennen. Toby fühlt sich für die Wahnvorstellungen des Mannes verantwortlich und begibt sich mit ihm auf eine Abenteuerreise. Dabei scheint er fast selbst den Bezug zur Realität zu verlieren.

25 Jahre arbeitete Terry Gilliam (Brazil, 12 Monkeys) an seinem Leidenschaftsprojekt, das wegen Drehschwierigkeiten immer wieder abgebrochen werden musste. Die schwierige Produktionsgeschichte ist inzwischen selbst legendär und wurde in der Dokumentation "Verloren in La Mancha" bereits verewigt. Das heillose Durcheinander spiegelt sich auch im Endprodukt wieder, welches oft verzweifelt versucht, die verloren wirkenden Einzelelemente zusammenzusetzen, sodass der Film stellenweise sogar recht amateurhaft inszeniert wirkt. Gleichzeitig handelt es sich jedoch um eine äußerst persönliche Erforschung der Beziehung zwischen Filmkunst, Kommerz und dem Drang, etwas Wahrhaftiges zu erschaffen. Eine Ambition, die Gilliam nicht immer gelingt, aber immerhin mit zwei gut aufgelegten und furchtlosen Hauptdarstellern aufwarten kann.

FAZIT:
Etwas enttäuschendes, manchmal inkohärentes Spätwerk, das ambitioniert nach Höherem strebt, es aber nie erreicht.

Wertung zu The Man Who Killed Don Quixote (in Planung)

Wertung:

6.0 /10
Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
0
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk