Test Drive Unlimited 2 im Test: Enttäuschend auf ganzer Linie
Wir haben Test Drive Unlimited 2 getestet. Überzeugen konnte uns Ataris neues Rennspiel nicht.
Wir präsentieren unseren Test zu Test Drive Unlimited 2. Eines direkt vorweg: Der Fokus von TDU 2 liegt auf dem Mehrspielerteil. Dieser ließ sich bei Redaktionsschluss noch nicht abschließend beurteilen, erst mit der nötigen Spielerzahl kann sich zeigen, ob das Konzept des MMO-Rennspiels sich in der zweiten Runde bewährt und ob die Server stabil laufen. Deshalb bezieht sich unsere Wertung unter diesem Artikel auf die Einzelspielerfahrung. Allerdings lassen sich natürlich diverse Rückschlüsse auf den Mehrspielerspaß ziehen, da sich grundlegende Elemente wie Grafik, Steuerung und Fahrverhalten dort nicht verändern.
Damit kommen wir direkt zu den großen Kritikpunkten. Test Drive Unlimited 2 nutzt den selben Grafikmotor wie das Debut. Zwar sieht Teil 2 besser aus als sein Vorgänger, allerdings kann es in keinster Weise mit der Konkurrenz Marke NfS: Shift oder Dirt 2 mithalten - die beide bereits 2009 erschienen! Die Enttäuschung zieht sich weiter durch sämtliche Aspekte der Präsentation: Der Soundkulisse fehlt es an Wucht, die Synchronisierung erinnert mit hohen Piepsstimmen an Streiche mit Heliumluftballons und die Zwischensequenzen sind jenseits von gut und böse - was umso nerviger ist, da sie sich meist nicht abbrechen lassen.
Nun hängt die Qualität eines Rennspiels natürlich kaum von der Handlung oder deren Präsentation ab. Selbst die veraltete Technik ließe sich angesichts grenzenlosen Fahrspaßes verschmerzen. Und zumindest das Grenzenlos gelingt TDU 2 auch wie kaum einem anderen Titel: Sie starten auf der Partyinsel Ibiza, bevor sie ab Fahrerlevel 10 auch die aus dem Vorgänger bekannte Hawaii-Insel O'ahu beflitzen dürfen. Damit liefert Teil 2 über 3000 Kilometer befahrbare Strecken, knapp ein Drittel davon Offroad. Mit rund 100 Originalboliden und zahlreichen Rennevents gibt es beim Umfang also nichts zu meckern.
Eben diese Maßlosigkeit wird TDU 2 aber zum Verhängnis, denn der gigantischste Umfang bringt letzten Endes nichts, wenn der Spaß dabei auf der Strecke bleibt. Für das Fahrverhalten stehen zwar drei Einstellmöglichkeiten bereit, diese unterscheiden sich aber zu wenig und können weder Arcade-Raser noch Simulationsfans zufriedenstellen. Die Fahrphysik ist weder realistisch, noch spaßig flott.
Wagenschäden wirken sich nicht auf das Fahrverhalten aus. Enttäuschendes Schadensmodell!
Ebenfalls enttäuschend fällt das Schadensmodell aus. Auswirkungen auf das Fahrverhalten suchen Sie vergebens und auch die optischen Resultate eines Crashs gehen selten über Lackkratzer hinaus. Zu allem Überfluss besitzen die Zivilfahrzeuge, die als Mischung aus Deko und Hindernis über die Inseln gurken, eine bessere Schadensdarstellung, als die eigentlichen Rennteilnehmer. Anno 2011 schlicht lächerlich! Das sich auf diesem Fundament nicht unbedingt eine Ausnahmeraserei aufbauen lässt, dürfte selbst Laien klar sein. Wie fahrlässig die Entwickler mit ihrem Ausgangsmaterial umgehen, verwundert aufgrund der 15 Jahre Rennspielerfahrung aber doch. Die KI lässt sich bestenfalls als mau bezeichnen, allein das nicht vorhandene Balancing könnte Sie in fordernde Situationen bringen. Trotz Unterteilung in diverse Fahrzeugklassen sind die Unterschiede zwischen den Boliden frappierend, über Sieg oder Misserfolg entscheidet also nicht das fahrerische Können, sondern die Wahl des fahrbaren Untersatzes.
Obendrein fallen die Strecken schlicht langweilig aus, besitzen keinerlei Charme oder Charakter, was der offenen Spielwelt geschuldet ist. Diese würde sich wiederum hervorragend für verzweigte Hetzjagden à la Burnout Paradise eignen, doch Eden Games steckt die Checkpoints bewusst so knapp, dass keinerlei Freiheit bei der Wahl des Weges bleibt. Die unkreative Auswahl an Rennmodi bringt das Fass lediglich zum Überlaufen. Dabei verbauen die Entwickler tatsächlich einige nette Ideen, verstecken diese aber in optionalen Nebenmissionen oder Spielmodi, die nur mit Onlineanbindung funktionieren.
Zu schlechter Letzt verfügt TDU 2 zwar über ein Schnellreisesystem, das gilt jedoch nur für bereits erkundete Orte. In langweilender Regelmäßigkeit müssen Sie also dutzende Kilometer durch die unattraktive Pampa gurken, um zum nächsten Rennevent zu gelangen. Im Solomodus enttäuscht Test Drive Unlimited 2 auf ganzer Linie, lediglich für die Mehrspielerduelle stehen die Aussichten etwas besser.
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Was die Grafik betrifft bin ich auf der einen Seite zwar enttäuscht,allerdings muss man auch sehen,dass es noch nie eine solch große…