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  • Tales from the Borderlands im Test mit Video: Telltales bestes Spiel seit The Walking Dead, Season 1 (Update)

    Wir haben alle fünf Episoden von Tales from the Borderlands getestet und ziehen ein Fazit: Wie lustig ist die Rückkehr auf Pandora für Borderlands- oder Telltale-Fans? Unser Test samt Video-Review verrät, was die Story taugt und ob Telltale an die Erfolge aus The Walking Dead-Zeiten anknüpfen kann.

    Beim Test von Tales from the Borderlands stellen wir fest: Das neue Telltale-Spiel hat seine Momente. Lustige Momente. Absurde Momente. Momente, in denen uns überraschend ein Tränchen ins Auge springt. Momente, die uns langweilen oder gar anöden. Und solche Momente, wo wir einfach nur die Hände vors Gesicht schlagen und uns fragen, was sich die Entwickler bei dieser oder jener Szene gedacht haben. Denn Tales from the Borderlands ist ein Spiel der Extreme. Oft zum Schreien komisch, manchmal reichlich langweilig und ab und zu einfach nur dumm.

    07:56
    Tales from the Borderlands im Test-Video: Telltale scherzt

    Tales from the Borderlands im Test: Telltale macht Comedy

    Test-Update
    Dieser Artikel basiert auf unserem Test zur ersten Episode namens Zer0 Sum. Zur Veröffentlichung der fünften und letzten Folge von Tales from the Borderlands haben wir unseren Test akualisiert; die Wertung gilt nunmehr für das gesamte Spiel.
    Gliedmaßen abhacken verboten: Mit Tales from the Borderlands stellt Telltale Games unter Beweis, dass das Repertoire des Entwicklerstudios mehr umfasst als düstere Szenarien voll grimmiger Gestalten und makaberer Szenen. Nach The Walking Dead, The Wolf Among Us und dem mittelprächtigen Game of Thrones ist Tales from the Borderlands eine wohltuende Abwechslung zur bedrückenden Atmosphäre der Verzweiflung und dem Film-noir-Flair, die Telltale Games in seinen letzten Spielen so meisterhaft aufgebaut hat. Im Test zum Adventure mit Borderlands-Thematik erfreuen wir uns an ulkigen Scherzen und lustigen Gags statt brisante Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen. Und doch haben sich im Spielverlauf ein paar überraschend emotionale Szenen zwischen all den Klamauk geschmuggelt.

    Länger und lustiger

    Dialoge sind mit wechselnden Kameraeinstellungen toll inszeniert und prima geschrieben. Dialoge sind mit wechselnden Kameraeinstellungen toll inszeniert und prima geschrieben. Quelle: PC Games Glatte zehn Stunden benötigt man zum Durchspielen von Tales from The Borderlands. Die einzelnen Folgen sind dabei länger als in The Walking Dead: Season 2. Gastauftritte von bekannten Borderlands-Charakteren sind während dieser Zeit an der Tagesordnung, einer davon schräger als der andere. Telltale Games hält sich dabei stark an den Stil der Vorlage, vom schmucken, aber verwaschenen Comic-Look über die Texteinblendungen bei der Vorstellung neuer Figuren bis hin zum lässigen Soundtrack. Das Borderlands-Flair wird geschickt eingefangen, genauso wie der Humor.

    Typisch Borderlands: Figuren werden mit Standbildern eingeführt, die Aufmachung erinnert stark an die Gearbox-Spiele. Typisch Borderlands: Figuren werden mit Standbildern eingeführt, die Aufmachung erinnert stark an die Gearbox-Spiele. Quelle: PC Games Sehr entgegenkommend für Neulinge: Vorkenntnisse aus den beiden Gearbox-Shootern werden nicht zwingend benötigt. Es reicht, den Namen Handsome Jack mal gehört zu haben. Seinen Unterhaltungswert bezieht Tales from the Borderlands aus dem Zusammenspiel seiner Charaktere, die auf der Jagd nach dem Schlüssel für eine der sagenumwobenen Vault-Schatzkammern in witzigen Situationen zusammenkommen. An vorderster Front stehen dabei Rhys und Fiona. Der Spieler kontrolliert abwechselnd beide Protagonisten.

    Als cleverer Kniff in Tales from the Borderlands erweist sich dabei die Entscheidung, die abenteuerliche Geschichte der beiden Opportunisten als Rückblende zu erzählen: Ein Unbekannter hält Fiona und Rhys in der Gegenwart fest und befragt sie zu ihren vergangenen Erlebnissen.

    Brillant: Beide Helden flunkern gerne mal und schmücken die Wahrheit aus. Das führt zu grotesk überzeichneten Szenen, die zu den Höhepunkten zählen. Viel Klamauk, Situationskomik und scharfer Wortwitz lassen einen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kommen, wenn die Protagonisten etwa vermeintlich friedlich eine Tasse Tee schlürfen oder es auf der Hyperion-Raumstationen zu einem Showdown im Finger-Schießen kommt. Klasse!

    Mehr Film als Spiel

    Dialoge machen in Tales from the Borderlands mal wieder den Großteil der Spielzeit aus, das ist typisch Telltale Games. Unter Zeitdruck wählt ihr aus Multiple-Choice-Antworten. Gelegentlich stehen Entscheidungen an, deren Auswirkungen sich aber nur in einem Fall nachhaltig auswirken. So bestimmen eure Aktionen die Zusammensetzung der Gruppe, mit der ihr in der letzten Episode den Endkampf angeht. Sogar ein geheimer Bonuscharakter ist enthalten. Mehr als ein paar spezielle Dialogzeilen hat der aber auch nicht drauf.

    Letztlich hat eure Wahl ähnlich geringfügige Folgen wie in bisherigen Telltale-Spielen. Verzweigende Story-Pfade gibt es nicht, sondern nur ein Ende. Es ist etwa egal, ob wir als Schwindlerin Fiona glaubwürdig wirken oder einen Deal durch Unachtsamkeiten in Gefahr bringen: Das Ergebnis ist letztlich dasselbe, einzig ein paar Dialogzeilen ändern sich. Um diese zu verstehen, sind wie üblich gute Englischkenntnisse vonnöten. Tales from the Borderlands umfasst keine deutsche Version, mutmaßlich übersetzen fleißige Fans am PC in naher Zukunft aber zumindest die Untertitel. Ein schwacher Trost.
    Welche Figuren ihr am Ende des Spiels für eure Gruppe anheuern dürft, hängt von euren Entscheidungen ab. Welche Figuren ihr am Ende des Spiels für eure Gruppe anheuern dürft, hängt von euren Entscheidungen ab. Quelle: PC Games
    In Kämpfen kommen die bekannten Geschicklichkeitsspiele aus Klicken und Ausweichen zum Einsatz. In Kämpfen kommen die bekannten Geschicklichkeitsspiele aus Klicken und Ausweichen zum Einsatz. Quelle: PC Games Auch spielerisch erwarten Telltale-Kenner keine Überraschungen. Tales from the Borderlands entfernt sich noch weiter als seine Quasi-Vorgänger von der Grundformel des Adventure-Genres: Es gibt kein einziges echtes Rätsel im Spiel, allenfalls ein paar Klickketten und Minispiele. Nur an wenigen Stellen dürft ihr euch frei in einem winzigen Areal bewegen und aus mehreren Hotspots wählen, was stets ein paar lustige Kommentare von Rhys und Fiona zur Folge hat. Doch selbst dann steht euch immer nur ein richtiger Weg offen, denn die Handlung verläuft streng linear und wie auf Schienen. Die Übergange zwischen Dialog und Zwischensequenz sind fließend, Tasteneingaben wurden abseits der obligatorischen Quick-Time-Events auf ein Minimum reduziert. Das Erlebnis wirkt dadurch in höchstem Maße filmisch, aber zuweilen auch langweilig.

    Kleine Hänger zwischendurch

    Denn das Tempo von Tales from the Borderlands verläuft über die fünf Episoden hinweg nicht immer perfekt, ab und zu gibt es merkliche Stocker in der Erzählung, wenn Spritzigkeit und Elan verloren gehen. Da laufen die Charaktere am Ende von Episode 2 etwa minutenlang durch einen Tunnel und führen dabei für die Handlung belanglose Gespräche, bei denen wir fast einschlafen. Auch die Handlung verliert zwischendrin viel von ihrem Momentum, kommt nach dem starken Beginn lange Zeit gar nicht vom Fleck und nimmt spätestens in Episode 5 ein paar hanebüchene Wendungen, die arg unlogisch erscheinen.

    Dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr: Die Entwicklung von Tales from the Borderlands verlief offenbar holprig, nicht verwendete Szenen in den Video-Ausblicken auf die nächsten Folgen und eine viermonatige Zwangspause zwischen Episode 1 und 2 deuten auf umfangreiche Änderungen an der Handlung hin. Das hat so einige negative Folgen auf den Unterhaltungswert. So ist die Auflösung des zentralen Mysteriums des Spiels (die Identität eines Fremden) eine mittelschwere Enttäuschung, die in der Rückschau wenig Sinn ergibt. Das Ende der Handlung bietet einen besseren Abschluss als kürzlich Life is Strange, jedoch bleibt noch genügend Raum für eine mögliche zweite Staffel.

    In der Quick-Time-Hölle

    Stellenweise übertreibt es Telltale bei Tales from the Borderlands mit den Quick-Tim-Events. Stellenweise übertreibt es Telltale bei Tales from the Borderlands mit den Quick-Tim-Events. Quelle: PC Games In hektischen Action-Sequenzen verlangt das Spiel von euch, auf dem Bildschirm angezeigte Tasten rechtzeitig zu drücken. Das stellt niemanden vor Probleme; man muss sich schon selten dämlich anstellen, um auch nur einmal den Game-over-Bildschirm zu Gesicht zu bekommen. Ihr weicht mit Rhys im Nahkampf Banditen aus, knallt aus der Perspektive eines Roboters Gegner ab oder springt während eines Rennens zwischen Motorrädern und Lastern hin und her. Das ist nett gemacht, wirkt aber stellenweise etwas ungelenk und nicht ganz so mitreißend wie in den dramatischsten Augenblicken von The Wolf Among Us.

    Enttäuschend simpel: Das Sammeln von Geld und der Kauf von Items trägt nichts zum Spielerlebnis bei. Enttäuschend simpel: Das Sammeln von Geld und der Kauf von Items trägt nichts zum Spielerlebnis bei. Quelle: PC Games Die Banalität der vielen Quick-Time-Events zehrt auf Dauer an den Nerven. Auch abseits der Kämpfe mit Schockstock oder Schießeisen wird ständig das hektische Rumgedrücke auf Tastatur oder Gamepad gefordert, egal ob die Helden in einen Lüftungsschacht steigen oder einen Pfeiler über den Boden schieben.

    Spielerisch gibt sich Tales from the Borderlands insgesamt dünn, aufgesetzte Mechaniken wie ein Cyberauge, mit dem ihr Objekte scannt, dienen allenfalls der Belustigung, da euch so amüsant geschriebene Texte angezeigt werden. Als Anlehnung an das Loot-System aus den Borderlands-Shootern könnt ihr an einigen wenigen Stellen zuvor gefundenes Geld ausgeben, um Items zu kaufen. Dabei handelt es sich aber lediglich um kosmetische Anpassungen und neue Outfits für die Hauptcharaktere. Tipp für Sparfüchse: Wer sein Geld beieinander behält, hat am Ende Aussicht auf eine lustige Überraschung.

    Ein launiges Abenteuer

    Der Tenor von Tales from the Borderlands ist heiter, die emotionale Wucht eines The Walking Dead ist weitgehend abwesend. Doch gerade in Episode 4 und 5 gibt es auch einige Szenen, die den Spieler schlucken lassen. Das ergibt eine schöne Mischung, lustige Momente werden clever mit tragischen Entwicklungen vermengt. In der Summe stehen aber die Gags im Mittelpunkt und das ist auch gut so, denn die Späße sind hervorragend getimt und machen einen Großteil des Spielspaßes aus.

    Zum Totlachen: Weil Rhys und Fiona schamlose Lügner sind, kommt es zu mehreren absurden (weil erfundenen) Situationen. Zum Totlachen: Weil Rhys und Fiona schamlose Lügner sind, kommt es zu mehreren absurden (weil erfundenen) Situationen. Quelle: PC Games Tales from the Borderlands dürfte künftig in jeder Liste außergewöhnlich lustiger Videospiele auftauchen, allein schon weil es davon so wenige gibt. In pointierten Dialogen ziehen sich die gut herausgearbeiteten Figuren gegenseitig durch den Kakao. Auch die Borderlands-Serie kriegt ihr Fett weg und Handsome Jack legt nach Borderlands 2 einen weiteren beeindruckenden Auftritt als Bösewicht hin. Da verzeiht man dem Spiel gern so manche Macke. Denn letztlich ist Tales from the Borderlands Telltales bestes Episoden-Adventures seit der ersten Staffel von The Walking Dead.

    Die erste Episode von Tales from the Borderlands erschien im November 2014. Seit dem 20. Oktober 2015 ist das Spiel komplett. Im Preis von rund 25 Euro sind fünf Folgen enthalten. Der Download ist erhältlich bei Steam, Gog.com , dem Humble Store, auf der Telltale-Webseite oder in den Online-Shops der Konsolen von Sony und Microsoft.

    Tales from the Borderlands (PC)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Tales from the Borderlands (X360)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Tales from the Borderlands (PS3)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Tales from the Borderlands (PS4)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Tales from the Borderlands (XBO)

    Spielspaß
    82 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Ungemein witziger Klamauk
    Spritzige Dialoge
    Haarsträubende Lügengeschichten
    Zwei sehr unterschiedliche Protagonisten
    Originalgetreue Borderlands-Aufmachung mit dichter Atmosphäre
    Interessante Nebenfiguren
    Abenteuerliche, wendungsreiche Gaunergeschichte
    Herrliche Überraschungsauftritte bekannter Borderlands-Figuren
    Ordentliche Spielzeit (rund zehn Stunden)
    Lässiger Soundtrack
    Wirkt wie ein gut gemachter Film
    Sehr viele, sehr simple Quick-Time-Events
    Praktisch keine Rätsel, die den Namen verdienen
    Action wirkt zuweilen ungelenk
    Einige Längen im Spielverlauf
    Mehrere unlogische Story-Entwicklungen
    Entscheidungen haben kaum Auswirkungen
    Streng linearer Spielverlauf ohne Bewegungsfreiheit
    Keine deutsche Sprachversion

    • Es gibt 19 Kommentare zum Artikel

      • Von MANIACas Neuer Benutzer
        Ich hab das Spiel jetzt dreimal durch und muß sagen es lohnt sich auch wiederholt Tales from the Borderlands durchzuspielen, da es sich ja hier um eine Sci-Fi-Italo-Western-Gaunerkomödie handelt und man evtl. den einen oder anderen Gag erst bei einer anderen Entscheidung entdeckt. Natürlich ist da nichts…
      • Von batesvsronin Erfahrener Benutzer
        ich find die alle toll... das sind Spiele die ich gern zum abschalten spiele, nach einem Multiplayer oder Actionspiel... da muss nicht viel Gameplay passieren und ich find auch Game of Thrones bisher gut... ich finde aber einen Punkt mehr hättet ihr ruhig geben können, allein für die Schießereiszene 
      • Von linktheminstrel Erfahrener Benutzer
        Zitat von Rising-Evil
        damit war eigentlich gemeint, dass ich im Moment von Telltale Games genug habe, ungeachtet des Titels
        dachte ich auch, nachdem ich von game of thrones doch etwaas enttäuscht war, dieser ist jedoch wirklich verdammt gut gelungen. ich habe schon lange nicht mehr so gelacht…
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Tales from the Borderlands
Tales from the Borderlands im Test mit Video: Telltales bestes Spiel seit The Walking Dead, Season 1 (Update)
Wir haben alle fünf Episoden von Tales from the Borderlands getestet und ziehen ein Fazit: Wie lustig ist die Rückkehr auf Pandora für Borderlands- oder Telltale-Fans? Unser Test samt Video-Review verrät, was die Story taugt und ob Telltale an die Erfolge aus The Walking Dead-Zeiten anknüpfen kann.
http://www.pcgames.de/Tales-from-the-Borderlands-Spiel-4292/Tests/Tales-from-the-Borderlands-im-Test-mit-Video-Telltales-bestes-Spiel-seit-The-Walking-Dead-Season-1-Update-1144041/
25.10.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/10/Tales_from_the_Borderlands_Test_Komplett_10-pc-games_b2teaser_169.jpg
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