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  • Frontalangriff aus dem Osten

    HINTERHALT In den Häusern können sich Soldaten versteckt haben. Selbst Panzer haben gegen diese Truppen keine Chance, da die Mauern ihren Geschossen lange standhalten. HINTERHALT In den Häusern können sich Soldaten versteckt haben. Selbst Panzer haben gegen diese Truppen keine Chance, da die Mauern ihren Geschossen lange standhalten. Wenn ein Software-Vertrieb wie CDV eine derartige Geheimniskrämerei betreibt und gleichzeitig im Internet kräftig die Werbetrommel rührt, dann liegt der Verdacht nahe, dass hier künstlich ein Hype aufgebaut werden soll. Zumal CDV ja bislang eher durch spielerisch anspruchslose Kost wie Wet und World Wide Rally von sich reden machte.
    Doch bei näherer Betrachtung scheint mehr dahinter zu stecken. Bei Sudden Strike handelt es sich um ein im Zweiten Weltkrieg angesiedeltes Strategiespiel, das sich von seinen fernen Verwandten wie C&C oder StarCraft vor allem durch die Tatsache unterscheidet, dass keine neuen Einheiten gebaut werden. Die bis zu 1.000 Fahrzeuge und Soldaten, die sich auf einer Karte befinden können, können nicht ersetzt werden. Was man einmal verloren hat, fehlt für den Rest des Einsatzes. Die Besonderheit dabei liegt in der Detailverliebtheit, mit der sich das vermutlich russische Entwicklerteam dem Spielprinzip gewidmet hat. So ist wirklich jedes Objekt zerstörbar, Geschosse folgen einer realistischen Parabel und die relevanten Eigenschaften der russischen, deutschen, französischen, amerikanischen und britischen Fahrzeuge werden genauestens simuliert. Dabei werden nur diejenigen Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die den Kriegsparteien in den historischen Vorlagen tatsächlich zur Verfügung standen. Einen Tiger IV wird man also erst gegen Ende der Kampagne finden, genauso wie Stalinorgeln oder amerikanische Streitkräfte.
    Obwohl man auf den mehrere Quadratkilometer großen Einsatzgebieten zahlreiche Einheitengruppen im Auge behalten muss, darf man den Blick für die Kleinigkeiten nicht verlieren. So muss jede Haubitze und jede Kanone mit mindestens einem Schützen bemannt sein und der Munitionsvorrat in regelmäßigen Abständen aufgestockt werden. Dazu schickt man Truppen- und Materialtransporter durch das teils verminte Gelände, ersetzt unterwegs ein paar verwundete Heckenschützen oder repariert eine beschädigte Brücke. Haubitzen sind (bislang) die effektivsten Waffen im Spiel. Ihre große Reichweite und Feuerkraft kann jeden Gegner mit einem einzigen Treffer zerstören - allerdings schränkt der Hang zum Realismus die Verwendbarkeit ein. Die Reichweite der Artillerie ist nämlich wesentlich größer als die Sichtweite der bedienenden Soldaten. Um also gezielt in feindliches Gebiet schießen zu können, muss man dort unbedingt einen eigenen Soldaten postieren. Dichte Bebauung und Wälder bieten ausreichend Schutz, um nicht sofort entdeckt zu werden.
    In den wenigen zurzeit fertig gestellten Missionen darf man ohnehin dankbar sein, wenn man eine Stellung besitzt, die es derart zu unterstützen lohnt. Oftmals verfügt man nur über weit versprengte Gruppen, die an strategisch ungünstigen Orten stehen und kaum eine Chance gegen die anrückenden Gegner haben. Hier ist der Taktiker gefragt: Beispielsweise kann man versuchen, die feindlichen Truppen an einem Flussufer entlang zu locken, schnell eine Brücke zu legen und mit einer anderen Gruppen dem Gegner in den Rücken zu fallen. Sollte man nur auf Fußtruppen zugreifen können, ist eine andere Taktik angebracht: Soldaten können sich in Häusern verschanzen und so eine realistische Chance selbst gegen gepanzerte Fahrzeuge haben.
    Wenige Wochen vor dem geplanten Veröffentlichungstermin sind gerade einmal drei Missionen und zirka zwanzig Einheitentypen fertig gestellt. Die schwierigste Arbeit hat das Programmierteam aber bereits hinter sich: die Spielengine. Diese sorgt dafür, dass die Landschaften höchst detailliert dargestellt werden, jede Einheit einen realistischen, von Bäumen und Hügeln unterbrochenen Sichtbereich hat und der Computer bereits eine beeindruckende Spielstärke zeigt. Lediglich das Routefinding scheint noch verbesserungswürdig, da sich so mancher Lkw noch im Stacheldrahtverhau verfährt. Die Spielidee von Sudden Strike ist keineswegs neu, aber der taktische Aspekt sucht seinesgleichen. Im Gegensatz zu Spielen wie Close Combat IV stellen die Einheiten kein Kanonenfutter dar, sondern sind allesamt für den Erfolg wichtig. Die Anforderungen an die Taktik des Spielers sind daher wesentlich höher. So deutet alles darauf hin, dass CDV mit Sudden Strike nicht nur sein Image verbessern, sondern auch einen echten Jahr-2000-Hit landen kann.

    Bildergalerie: Sudden Strike
    Bild 1-3
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  • Sudden Strike
    Sudden Strike
    Publisher
    cdv Software Entertainment AG (DE)
    Developer
    Fireglow
    Release
    10.10.2000
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Sudden Strike
Frontalangriff aus dem Osten
http://www.pcgames.de/Sudden-Strike-Spiel-35722/News/Frontalangriff-aus-dem-Osten-4844/
07.03.2001
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