Stronghold 3 im Test: Das hat uns nicht gefallen + Wertung
Zehn Jahre ist es her, dass sich das ursprüngliche Stronghold mit riesigen Belagerungsschlachten und einer Prise Aufbau-Strategie eine treue Fangemeinde sicherte, welche auch die zahllosen Neuauflagen und Nachfolger klaglos hinnahm. Doch beim offiziellen dritten Teil der Reihe namens Stronghold 3 sollten sich auch die treuesten Anhänger des Spielprinzips zwei Mal überlegen, ob sie für diesen fehlerbehafteten Software-Schund das Portemonnaie zücken.
Quelle: PC Games
Stronghold 3 im Test: Ein ärgerliches Debakel. (5)
Das hat uns an Stronghold 3 nicht gefallen:
Die endlos vielen Bugs
Stronghold 3 ist ein Paradies für Anhänger der Koleopterologie (Käferkunde): Wohin ihr auch blickt, überall wimmelt es vor virtuellen Insekten, auch Bugs genannt. Das fängt bei Kühen an, die im Kornspeicher grasen, geht weiter mit Einheiten, die aus unerfindlichen Gründen jeden Befehl verweigern, und hört auf bei regelmäßigen Programmabstürzen, heftigen Verbindungsproblemen im Mehrspielermodus sowie Pfeilen, die durch Steinwälle fliegen.
Nicht ganz klar ist uns, ob es sich bei der Künstlichen Intelligenz der Soldaten ebenfalls um einen Bug handelt, ober ob das von den Entwicklern so geplant war: Eure Truppen ignorieren gerne mal eure Anweisungen oder schauen seelenruhig zu, wenn Feinde zwei Meter weiter die eigenen Kameraden niedermetzeln. Die Gegner agieren derweil auf der Grundlage simpler Skripts, die sich mit ein paar klug platzierten Hindernissen leicht aushebeln lassen.
Das unausgegorene Balancing
Na klar: Bauern mit Heugabeln hauen selbst dickste Festungsmauern in Windeseile kaputt und auf einem hohen Turm postierte Bogenschützen werden von Lanzenwerfern am Boden der Reihe mit in die Höhe geschleuderten Pfählen durchlöchert.
Die unpräzise Steuerung
Der Mauszeiger ziert sich in Stronghold 3, die Einheiten direkt anzuklicken: Er will lieber ein paar Zentimeter rechts oder links von den Soldaten platziert werden, damit diese nach einem Klick markiert werden. Wenn ihr eure Einheiten auf die Mauern schickt, sucht ihr mitunter schon mal sekundenlang nach dem einen Pixel, auf dem der Bewegungsbefehl möglich ist. Die Positionierung der Wälle birgt ihre ganz eigenen Schrecken: Selbst auf ebenen Landschaften ist es oft unmöglich, eine Mauer zu ziehen, Türme und Tore lassen sich nur mit viel Fummelei einfügen und bei der Platzierung von Treppen versagt das Spiel schlichtweg den Dienst.
Der schmale Umfang
Während die beiden Kampagnen einige Tage beschäftigen, leiden die anderen Spielmodi unter akuter Inhaltsarmut. Gerade mal fünf Schlachtkarten stehen zur Verfügung, auf denen ihr vorgefertigte Burgen mit einem festen Truppenkontingent entweder belagert oder verteidigt. Noch weniger Auswahl bietet der Modus "Freies Bauen": In zwei langweiligen Landschaften errichtet ihr eure Traumsiedlung, ohne von gegnerischen Attacken oder Zufallsereignissen belästigt zu werden. Diese Abwesenheit jeglicher Abwechslung führt aber schon bald zu Gähn-Attacken, denn nach ein paar Stunden habt ihr alles gebaut, was das Menü hergibt. Dann bleibt nur noch der (nahezu unspielbare) Mehrspielermodus, der aber auch gerade einmal fünf Karten enthält. Die Skirmish-Partien der Vorgänger fehlen komplett.

Die Grafische Darstellung der Objekte, der aufbaumodus von Wällen, die bugs und der mangel an Karten machen es meiner Meinung nach so schlecht und vorallem dieses blöde anmelden bei Steam geht mir gewaltig auf den Keks. Es reicht noch lange nicht an Erfolge wie Crusader oder Stronghold ran, schon beim aufmachen der ersten freies Bauen Karte war mir klar ich muss das Spiel wieder loswerden!
Aber eine kleine Frage drängt sich mir auf: Vor ein paar Ausgaben habt ihr der PC Games noch die Previewbewertung "Gut" (glaube ich) vergeben, und da war nichts von einem dermaßen kaputten Spiel zu lesen. Wie kommt das?
Der Hauptkritikpunkt sind ja defakto die Bugs und Abstürze. Sowas lässt sich aber natürlich bei einer Preview nicht abschätzen - Vorabversionen laufen seltenst komplett rund, gerade bei kleineren Studios.;-)
Aber eine kleine Frage drängt sich mir auf: Vor ein paar Ausgaben habt ihr der PC Games noch die Previewbewertung "Gut" (glaube ich) vergeben, und da war nichts von einem dermaßen kaputten Spiel zu lesen. Wie kommt das?
es war sogar ein "sehr gut" in der Ausgabe 10/11 wobei die Grafik schon als alt beschrieben wurde.