Stolen
Meisterdieb Garret bekommt Konkurrenz vom vermeintlich schwachen Geschlecht: In Person der Kleptomanin Anya gehen Sie auf Beutezug und packen alles ein, was nicht niet- und nagelfest ist. Ihre futuristische Ausrüstung scheint Anya von Sam Fisher geklaut zu haben.
Vom Nachtsichtgerät bis hin zur Multifunktionsknarre, mit der Anya Glühbirnen ausschießt oder Elektroschocks austeilt, gibt es nichts, was man nicht bereits aus der Splinter Cell-Serie kennt. Auch die Spielidee wurde schamlos von Ubisofts Agenten-Trilogie entwendet: Sie schleichen in der Verfolgerperspektive durch dunkle Gänge, tricksen Sicherheitssysteme aus und lauern Polizisten auf. Da sich diese aufgrund der engen und sehr linearen Levelarchitektur so gut wie nie umgehen lassen, kommt Anya um einen Kampf selten herum. Überraschenderweise kann sie dabei die Wachleute nicht dauerhaft außer Gefecht setzen, geschweige denn töten. Nach rund 15 Sekunden stehen die Jungs wieder auf der Matte. Das nervt insbesondere dann, wenn sie anhand eines simplen Geschicklichkeitsspiels Türen knackt oder Computerterminals hackt (siehe Kasten).
Als Ihr größter Feind entpuppt sich nicht das Wachpersonal, sondern die miserable Technik. Dass Stolen optisch in etwa so antiquiert wirkt wie die Kunstgegenstände, die Sie rauben, stört weniger. Viel dramatischer ist allerdings, dass die Bildrate selbst bei der niedrigsten Auflösung von 640x480 maximal zehn Frames pro Sekunde beträgt und Anya dementsprechend über den Monitor zuckt. Selbst simple Aktionen, etwa ein herzhafter Schwitzkasten oder das Balancieren über ein Rohr, werden dadurch zur ultimativen Herausforderung. Die verwirrende Kameraführung und die schwammige Steuerung erschweren das Ganze zusätzlich.

