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Stefan Weiß Bescheid

Stefan Weiß Bescheid: Vergib mir, Vater ...

13.03.2009 14:37 Uhr
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Leise raschelt das Gras unter meinen Füßen. Gebückt schleiche ich durch ein fahl beleuchtetes Waldstück. In der Hand ein Gewehr, geladen und schussbereit. Vor mir nehme ich eine langsame Bewegung wahr; das Ziel kommt in Sicht. Ich lege das Gewehr an die Schulter, bringe seinen Lauf sorgsam in die richtige Position und betätige den Abzug. Ich treffe exakt und verzeichne die Jagd als Erfolg: Der Hirsch wurde zur Beute - jedenfalls virtuell.

Gegenstand der Diskussion - Schießen auf Wildtiere im Spiel ist verwerflich! Ja / Nein? Gegenstand der Diskussion - Schießen auf Wildtiere im Spiel ist verwerflich! Ja / Nein? Herzlich willkommen zur Diskussion über "Killerspiele" der anderen Art. Unter uns Spielern herrscht Einigkeit: Wenn Politiker und Medien zum Verbot von Shooter-Spielen blasen, fühlt man sich als mündiger und erwachsener PC-Spieler eingeengt, bevormundet. Spieler stellen sich in breiter Front in Foren auf, um gegen solch Gebahren zu protestieren oder kleiden sich mit einem T-Shirt, verziert mit dem Aufdruck "Ich wähle keine Spielekiller". Man tritt allgemein für sein Hobby am PC ein.

Umso erstaunlicher, dass aktuell die selbe Spielergemeinde mitunter entsetzt auf eine Jagdsimulation reagiert, in der man versucht, Wildtiere mit einer Schusswaffe zu erlegen. Äußerungen wie "pervers" und "krankhaft" liest man da.

Ich wollte der Sache nachgehen und habe mich die vergangenen Tage selber mal auf die virtuelle Pirsch in The Hunter begeben. Anfangs erfolglos, doch inzwischen mit regelmäßigem Erfolg. Das erlebte Spielgefühl empfand ich nicht mehr und nicht weniger "schlimm", "krank" oder "pervers" als beispielsweise bei einem Operation Flashpoint oder Armed Assault, worin man ebenfalls ganz gezielt mit modernen Schusswaffen menschliche Gegner anvisiert, die im Falle eines von mir benutzen Scharfschützengewehrs ebenso "hilflos" sind, wie ein im Dickicht brunftender Hirsch.

Worin liegt der moralische Unterschied? Gibt es ihn überhaupt? Denn beide Spiele (Militär- und Jagdsimulation) simulieren den Einsatz von Schusswaffen, um damit ein gesetztes Ziel im Spiel zu erreichen.

Ist es nun verwerflicher, auf ein Textur-Wildtier zu feuern, als bei Call of Duty: Modern Warfare auf Terroristen zu ballern? Unmoralischer, als in GTA auf einen Polizisten zu schießen, also einen virtuellen Gesetzeshüter, der meine Spielfigur dingfest machen will, weil sie ein virtuelles Verbrechen begangen hat?

Muss ich mir vielleicht jetzt Sorgen darüber machen, im realen Leben ein unmoralischer, mordlüsterner Mensch zu sein? - Wohl kaum, denn weder jage ich Polizisten noch Terroristen noch erlege ich heimisches Wild - obwohl ich Letzteres sogar tun dürfte und kein moralisches Problem damit hätte. Denn erstens besitze ich einen gültigen Jagdschein und zweitens erfüllt die Jagd an sich eine regulierende Funktion im bestehenden Naturgefüge, indem wir es als Mensch geschafft haben, natürliche Fressfeinde und damit Regulatoren, auszurotten.

Doch zurück zum Spiel - sicher sind die Geschmäcker verschieden und jeder kann ein bestimmtes Genre möge, das andere wiederum langweilt oder abschreckt. Schließlich dürfen wir ja (noch) darüber entscheiden, was wir uns auf die Festplatte installieren, und was nicht.

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende wünscht
Stefan Weiß

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Redakteur
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13.03.2009 14:37 Uhr
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17.03.2009 10:34 Uhr
Zitat: (Original von Huskyboy am 16.03.2009 21:03)

In Deutschland wurden im Jagdjahr 2005/06 604.452 Füchse erlegt, im Jagdjahr 2006/07 waren es 432.146

Quelle ?

das hat nichts mit Jagd zu tun? Wer macht das denn dann? Die Bundeswehr?

Ich sprach von den aktionen von vor ca 40 Jahren…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
17.03.2009 07:59 Uhr
Tollwutverbreitung? Die gute Nachricht für Leute, die süße Fuchswelpen gerne mit nach hause nehmen würden ist, dass es bei uns praktisch keine Tollwut mehr gibt. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelten inzwischen bei der Weltorganisation für Tiergesundheit als tollwutfrei.
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
17.03.2009 03:46 Uhr
ja ne is klar
Hobby-Jäger haben ja so garkeine Jagdquoten für ihr Revier, die die, wenn die wirklich so Mordgeil währen, nich erfüllen können und oft einen Berufsjäger beschäftugen müssen
zumal, wie viele Hobbybauern und Geflügelzücher wird das geben, die Viecher zum einem zum Spaß aber auch zum Essen…

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